20. November 2021 / 15:58 Uhr

Nullnummer im Dreisamstadion: Havelse erkämpft sich einen Punkt beim SC Freiburg II

Nullnummer im Dreisamstadion: Havelse erkämpft sich einen Punkt beim SC Freiburg II

Moritz Speer
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Blockt den Schuss des Freiburgers Nishan Burkat: Havelses Fynn Arkenberg (links).
Blockt den Schuss des Freiburgers Nishan Burkat: Havelses Fynn Arkenberg (links). © IMAGO/Beautiful Sports
Anzeige

Zum ersten Mal seit sechs Spielen kassierte der TSV Havelse in der 3. Liga kein Gegentor, ein Dreier sprang trotzdem nicht dabei heraus. Das Team von Rüdiger Ziehl und der SC Freiburg II trennten sich 0:0, der Befreiungsschlag im Abstiegskampf blieb somit aus. Vor allem in der ersten Halbzeit zeigte der Tabellenletzte eine starke Leistung, konnte sich allerdings wieder einmal nicht belohnen. 

Nach der Niederlage im Nachholspiel beim FSV Zwickau vor einer Woche erkämpfte sich der TSV Havelse auf fremdem Platz dieses Mal immerhin einen Punkt. Im altehrwürdigen Dreisamstadion, in dem vor Kurzem auch noch die Profis des SC Freiburg spielten, trennte sich das Team von Rüdiger Ziehl mit 0:0 von der Sportclub-Reserve. Vor allem in der ersten Halbzeit machten die Gäste ein ordentliches Spiel, konnten sich aber nicht mit einem eigenen Treffer belohnen. Ziehl war mit dem Auftritt seiner trotzdem zufrieden: "Ich bin glücklich über den Punkt, den wir geholt haben."

Anzeige

Die ganz in schwarz gekleideten Havelser legten beim SC Freiburg II mutig los und erarbeiteten sich bereits in der fünften Spielminute die erste Torchance. Über Umwege geriet der Ball zum torgefährlichen Kianz Froese, der aus gut 15 Metern abzog und den Freiburger Schlussmann Noah Atubolu zur ersten Parade zwang. Auch bei der anschließenden Ecke hatten die Freiburger mächtig Probleme, doch Atubolu reagierte beim Kopfball des aufgerückten Niklas Tasky erneut stark und verhinderte den frühen Rückstand seiner Mannschaft.

Bilder zum Spiel der 3. Liga zwischen dem SC Freiburg II und dem TSV Havelse

 Freiburgs Claudio Kammerknecht gewinnt das Kopfballduell gegen Havelses Fynn Lakenmacher. Zur Galerie
Freiburgs Claudio Kammerknecht gewinnt das Kopfballduell gegen Havelses Fynn Lakenmacher. ©

Elfmeterpfiff für Havelse bleibt aus

In der Folgezeit blieb der TSV dran und konnte immer wieder Nadelstiche setzen. Die Freiburger waren zwar um Spielkontrolle bemüht, kamen aber kaum mal gefährlich vors Tor. Nach einer Viertelstunde hätte es gut und gerne auch einen Elfmeter für den Tabellenletzten geben können, als Yannik Engelhardt dem Havelser Fynn Lakenmacher im Sechzehner in den Rücken sprang. Schiedsrichter Tom Bauer ließ weiterlaufen – durchaus diskutabel.

Defensiv standen die Havelser in einem kompakten 5-4-1-System sehr stabil, bei Balleroberung ging es mitunter schnell nach vorne. Die Außenverteidiger Niklas Teichgräber und Florian Riedel rückten im Tempo nach vorne nach und machten es in der Offensive zu einem 3-6-1-System. Ein Beispiel gefällig? Teichgräber eroberte in der eigenen Hälfte den Ball und spielte sofort weiter auf Julius Düker. Dieser steckte den Ball gekonnt zu Leon Damer durch, der mit seinem Abschluss aus rund 18 Metern aber erneut am besten Freiburger Atubolu scheiterte (28.). Ein starker Konter der Gäste, die Belohnung blieb aber erneut aus.

Freiburg im zweiten Durchgang zunächst stärker

Kurz darauf meldeten sich auch die Freiburger endgültig an im Spiel und kamen durch Nishan Burkart (31.) und Emilio Kehrer (31.) zu ersten vielversprechenden Möglichkeiten. Zunächst parierte TSV-Keeper Norman Quindt bärenstark, dann half auch der rechte Pfosten mit. Es war nun ein offenes Spiel mit gefährlichen Momenten auf beiden Seiten. Sowohl die Freiburger als auch die Havelser suchten immer wieder ihre Offensivakteure, die ganz großen Torchancen gab es vor der Pause allerdings nicht mehr.

Mehr über den TSV Havelse

Im zweiten Durchgang tat sich der Drittligaaufsteiger aus Havelse dann allerdings zunehmend schwerer. Freiburg riss die Spielkontrolle immer mehr an sich und ließ die Gäste kaum noch zur Entfaltung kommen. Als Patrick Kammerbauer eine Flanke aus dem rechten Halbfeld an den langen Pfosten schlug und Emilio Kehrer in der Box völlig frei zum Kopfball kam, hätte es eigentlich 1:0 für den Sportclub stehen müssen. Doch der 19-Jährige zielte zu genau und setzte das Spielgerät knapp am linken Pfosten vorbei (52.). "Wir haben uns in alles reingeworfen und hatten auch das notwendige Glück", stellte Ziehl fest.


Leidenschaftliche Havelser verdienen sich einen Punkt

Havelse warf sich in der Tat leidenschaftlich in jeden Zweikampf, stand phasenweise mit allen Spielern in der eigenen Hälfte und lauerte weiterhin auf Ballverluste des Gegners, um dann schnell umzuschalten. Das Problem: Die Breisgauer waren in den zweiten 45 Minuten deutlich ballsicherer als noch vor der Pause und kamen in der Defensive somit kaum mal in die Bredouille. Bis auf zwei weitere gute Chancen (65.) durch die eingewechselten Daniels Ontuzans und Guillaume Furrer (85.) blieb allerdings auch der Sportclub harmlos.

Das Spiel plätscherte in der Schlussphase ein wenig vor sich, das große Tempo war raus. "In der Halbzeit war klar die Ansage, wenn wir nicht gewinnen können, müssen wir gucken, dass wir das 0:0 halten", so Ziehl. Seine Mannschaft hörte auf ihn und brachte das Remis schließlich über die Zeit. Positiv: Zum ersten Mal seit sechs Spielen blieben die Havelser ohne Gegentor.