10. Juli 2019 / 07:30 Uhr

SC Hartenfels Torgau verpflichtet Spieler-Trio

SC Hartenfels Torgau verpflichtet Spieler-Trio

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Geht wieder bei seinem Heimatverein auf Torejagd: Rico Drabon (links) ist nach Torgau zurückgekehrt.
Geht wieder bei seinem Heimatverein auf Torejagd: Rico Drabon (links) ist nach Torgau zurückgekehrt. © Ronny Belitz
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Der erste Favorit in der Nordsachsenliga scheint mit dem SC Hartenfels gefunden zu sein. So übernimmt Nico Bachmann das Traineramt.

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Torgau. Der erste Meisterschafts-Favorit in der Nordsachsenliga ist schon gefunden, dabei beginnt die Saison erst in gut fünf Wochen (17./18. August). Nachdem zuletzt Delitzsch und Radefeld den Aufstieg in die Landesklasse schafften, scheint dieses Mal Hartenfels Torgau ganz große Ambitionen zu haben – denn der Verein hat an vielen Stellen aufgerüstet. Die hiesige Konkurrenz aus Dahlen, Wermsdorf und Mügeln-Ablaß wird es sicher mit großem Interesse zur Kenntnis nehmen.

Seit längerem pfiffen es die Spatzen schon von den Dächern, nun ist es offiziell: Nico Bachmann, bisher in Diensten des SV Süptitz, wird in der neuen Saison Trainer von Hartenfels. Und er bringt die Spieler Rico Drabon, Martin Meißner und Marcel Dehnert mit. Drabon erzielte in der abgelaufenen Saison satte 30 Treffer, teilte sich damit mit seinem neuen Teamkollegen Steven Hache die Torjägerkanone. Außerdem wechseln Bachmanns Assistent Sebastian Ebeling und Mannschaftsleiter Karsten Pierer aus Süptitz nach Torgau.

Der neue Coach selbst ist auch kein Unbekannter, wurde in Torgau geborenen, wuchs in Dommitzsch auf, wo er bis heute wohnt. Der Rückblick auf seine Karriere als Fußballer und die bisherigen Erfahrungen als Übungsleiter machen mehr als deutlich, wie eng der sympathische Sportsmann mit dem Fußball verbunden ist und welch hohe sportliche Kompetenz er besitzt.

Dommitzsch bis zur B-Jugend

Bis zur B-Jugend spielte „Bache“, wie ihn Freunde und Sportkameraden nennen, in Dommitzsch Fußball. Dann wechselte er zur A-Jugend von Chemie und später zu Blau-Weiß Torgau. Gemeinsam mit in der Region bekannten Kickern wie René Klopf, Timo Haedecke, Thomas Heinrich, Rico Jende und René Jessulat spielte er dann auch bei den Männern in Torgau, schaffte unter dem inzwischen verstorbenen Trainer Jörg Trapp den Aufstieg in die Bezirksliga, wo er unter den Fittichen des Ex-DDR-Nationalspielers Ronald Kreer seine Entwicklung fortsetzte.

Klar, dass er damit auch Begehrlichkeiten bei höherklassigen Vereinen außerhalb Torgaus weckte. Und so unterschrieb er beim damaligen Landesligisten MFC Eilenburg, der gerade aus der Fusion zwischen Grün-Weiß Eilenburg und SV Mörtitz entstanden war. Der ihn drei Spieltage vor Ultimo in Torgau ereilende Kreuzbandriss änderte nichts mehr am Wechsel. Die knapp drei Jahre in Eilenburg unter Trainern wie Jörg Wunderlich, Martin Polten und Wolfgang Letzian bezeichnete Bachmann als die absolute Hochzeit seiner Karriere.

Als das Team unter Ex-Lok-Trainer Polten schließlich an die Tür zur Oberliga klopfte, stand der Ur-Dommitzscher vor einer Grundsatzentscheidung. Inzwischen 27 Jahre alt, musste, wollte er darüber befinden, wie es beruflich weitergehen sollte. Bis dahin im Tiefbau tätig, entschied er sich mit Blick auf die Zeit nach dem Fußball, in Leipzig Elektrotechnik/Energietechnik zu studieren. Er schloss das Studium erfolgreich ab, wurde zweimal Vater. Sechsmal Training in der Woche war nicht mehr machbar.

Wechsel nach Beilrode

Der Wechsel zum Bezirksligisten nach Beilrode war die logische sportliche Konsequenz. Gemeinsam mit Kickern wie Herrmann, Bodach, Cyranek, Winkler und Gräfe schrieb er mit an einem Stück Beilroder Fußballgeschichte, bis ihn sein Weg zurück nach Torgau führte. Die Zeit dort ist kurz beschrieben: zweite Kreuzbandverletzung, Co-Trainer von Jens Dehnert, kurzes Spielerengagement unter Coach Axel Frank und im Alter von 35 Jahren ab nach Süptitz, wo Bachmann Chefcoach der Männermannschaft wurde, acht Jahre blieb und trotz geringer Mittel viel Erfolg hatte.

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„Wenn die Gemeinde eine ähnlich enge Verbindung zum Verein wie die sportinteressierten Bürger des Dorfes gehabt hätte, wäre der Erfolg des SVS vielleicht sogar noch nachhaltiger gewesen“, glaubt der Trainer. Die Entwicklung des lokalen Fußballs macht Bachmann insgesamt Sorgen: „Die Szene ist stark geschrumpft. Einige Vereine in Nordsachsen sind ganz verschwunden, andere haben keine zweite Mannschaft mehr.“ Das Überangebot an Freizeit- und Sportmöglichkeiten habe dafür gesorgt, dass Fußball nicht mehr wie noch vor 15 Jahren die uneingeschränkte Sportart Nummer eins auf Kreisebene ist. Dazu komme das Internet, das immer mehr Kinder davon abhalte, Fußball zu spielen.

„Wir sollten uns als Erwachsene wieder viel mehr darauf konzentrieren, den Mädchen und Jungen Grundwerte wie Verlässlichkeit, Nachhaltigkeit und Ehrgeiz zu vermitteln“, meint Bachmann. Dem wirklichen Fußballfan tue es zudem in der Seele weh, wenn begnadete Talente nach ihrer Nachwuchszeit in der Kreisliga oder gar Kreisklasse versauern.

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