05. Oktober 2020 / 15:43 Uhr

Verrücktes Spiel in Hemmingen! SV Weetzen gleicht dreimal aus und vergibt Chance auf 4:3

Verrücktes Spiel in Hemmingen! SV Weetzen gleicht dreimal aus und vergibt Chance auf 4:3

Tobias Kurz
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Hiergeblieben: Mats-Jon-Lasse Briem stoppt Weetzens Sebastian Bomm.
Hiergeblieben: Mats-Jon-Lasse Briem stoppt Weetzens Sebastian Bomm. © Dennis Michelmann
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Es war der Spieltag der torreichen Unentschieden in der Kreisliga 4. Ein 4:4 in Wilkenburg, ein 3:3 in Wettbergen – und auch die Begegnung zwischen dem SC Hemmingen-Westerfeld II und dem SV Weetzen endete 3:3 (1:1). 

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Vor allem die Schlussphase hatte es in sich in diesem packenden Duell auf Augenhöhe. Die Gastgeber aus Hemmingen führten mit 2:1, als in den letzten zehn Minuten ein wildes Hin und Her losbrach.

Busch gleicht zum dritten Mal aus

Weetzens Joker Jannes Busch bugsierte eine abgefälschte Flanke im Fallen zum Ausgleich über die Linie (83. Minute). Doch direkt im Gegenzug tauchte der eingewechselte Mory Doukoure völlig frei vor dem Gästetor und schoss den SC erneut in Front (84.). Doch auch die hielt nicht. In der letzten Minute der regulären Spielzeit zeigte der Schiedsrichter auf den Punkt, Busch verwandelte souverän, 3:3 (90.).

Bilder vom Kreisliga-Spiel zwischen dem SC Hemmingen-Westerfeld II und dem SV Weetzen.

Bilder vom Kreisliga-Spiel zwischen dem SC Hemmingen-Westerfeld II und dem SV Weetzen. Zur Galerie
Bilder vom Kreisliga-Spiel zwischen dem SC Hemmingen-Westerfeld II und dem SV Weetzen. © Dennis Michelmann

„Wir führen dreimal, da können wir natürlich nicht ganz zufrieden sein“, meinte Hemmingens Coach Benjamin Weißschuh, „bei den Jungs hingen die Köpfe auch erstmal ganz schön.“

Kämpferisch wollte er seinem Team keinen Vorwurf machen, sein Kritikpunkt: „Wir müssen es schaffen, einen Zwei-Tore-Vorsprung herauszuspielen. Die Chancen dafür waren da.“

Rademacher hält den Punkt fest

Am Ende hatten die Platzherren sogar Glück, dass sie nicht als Verlierer vom Platz gingen. SVW-Stürmer Gunter Peschke lief in der Nachspielzeit allein auf das Tor von Florian Rademacher zu, der parierte sowohl den ersten Versuch als auch den Nachschuss bärenstark (90.+3).

Dass das zu viel des Guten gewesen wäre, sah aber auch Weetzens Teamsprecher Thomas Emmerling ein. „Ich weiß nicht, ob das Spiel einen Sieger verdient hatte. Wir hätten vorher schon höher zurückliegen können“, gab er zu. Seiner Mannschaft bescheinigte Emmerling eine „starke Willensleistung“, angesichts von dreimaligem Rückstand nachvollziehbar.

"Spielen nicht das, was wir wollen"

Auf den unglücklichen ersten Gegentreffer durch ein Eigentor von Niclas Janssen (14.) antwortete Peschke kurz vor der Pause (41.). Auch das Hemminger 2:1 durch Maximilian Bösche (70.) bekam die Gäste nicht klein.

Zufriedenheit herrschte beim SVW freilich nicht. „Wir spielen noch nicht das, was wir wollen“, kritisierte Emmerling. Agieren statt reagieren, mehr Spiel- und Ballkontrolle waren die Ziele vor der Saison. „Da klemmt es noch“, gestand Emmerling. „Es fehlt ein bisschen an Zutrauen in die eigenen Fähigkeiten.“

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Das machte sich auch am Sonntag bemerkbar. Die spielstarken, spritzigen Hemminger machten es der Mannschaft von Trainer Kai Kühl aber auch nicht leicht.

Trotz des verpassten Sieges versprühte deren Coach Optimismus. „Uns fehlt noch ein bisschen die Ausgebufftheit, aber wir haben eine junge, motivierte Truppe, mit der es Bock macht“, meinte Weißschuh.

"Unterhaltsam, aber zufrieden ist keiner"

Dennoch stellt er die Ambitionen, ganz oben anzugreifen, für diese Saison erst einmal hinten an. „Auch wenn die Liga eng ist, da kann jeder noch oben reinrutschen.“ Die passenden Schlussworte zum Remis gegen Weetzen fand der SC-Trainer auch: „Für die Zuschauer war es sehr unterhaltsam, so richtig zufrieden war am Ende aber keine Mannschaft.“