23. Februar 2021 / 15:44 Uhr

Fehlt nur noch ein Knipser: Hemminger holen Kayhan zurück und sehen sich gut gerüstet

Fehlt nur noch ein Knipser: Hemminger holen Kayhan zurück und sehen sich gut gerüstet

Jens Niggemeyer
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Metehan Kayhan wirbelt nach kurzem Intermezzo in Wunstorf wieder für den SC Hemmingen-Westerfeld.
Metehan Kayhan wirbelt nach kurzem Intermezzo in Wunstorf wieder für den SC Hemmingen-Westerfeld. © Debbie Jayne Kinsey
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Im Dezember und Januar war beim SC Hemmingen-Westerfeld Pause angesagt, mittlerweile bereitet sich Martin Pyka und seine Mannschaft auf den erhofften Re-Start vor. Mit dabei ist auch Metehan Kayhan, der nach einem halben Jahr in Wunstorf an die Hohe Bünte zurückgekehrt ist.

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Mit dem 1:1 auf eigener Anlage gegen den FC Eldagsen hat sich Landesligist SC Hemmingen-Westerfeld am 24. Oktober als Tabellenzweiter in die erneute Lockdownpause verabschiedet. Seitdem ruht der Ball, seit jetzt vier Monaten. „Nachdem wir die Jungs im November noch ein bisschen beschäftigt hatten, war im Dezember und Januar komplett Pause“, sagt Coach Martin Pyka.

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Erst jetzt im Fe­bru­ar sei es wieder losgegangen. „Zweimal die Woche steht Cybertraining auf dem Programm, dazu werden die Spieler individuell im läuferischen Bereich arbeiten sowie Workouts und Koordinationsübungen machen.“ Zudem gebe es Zoom-Konferenzen und Einzelgespräche.

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Da die Vorbereitungsphase für den Rest der Saison maximal drei Wochen dauern werde, müsse jeder Einzelne mit einer gewissen Grundfitness an den Start gehen. „Damit wir dann auf dem Platz nach einer kurzen Phase der Ballgewöhnung und Technikschulung gleich an den Feinschliff gehen können.“ Belastungssteuerung werde eine große Rolle spielen. „Uns steht ein geballtes Programm mit vielen Spielen in kurzer Zeit ins Haus. Da werden wir rotieren müssen“, sagt der Hemminger Trainer.

Torhütertausch nicht die einzige Personalie

Die freie Zeit hätten die Spieler sehr unterschiedlich genutzt. „Einige haben sich bemüht, im Studium voranzukommen, andere mehr gearbeitet, um ein bisschen Geld zu verdienen. Und dann gab es auch welche, die haben sich ein bisschen der Beziehungspflege verschrieben und mehr in die Partnerschaft investiert. Aber natürlich gibt es auch diejenigen, denen wahnsinnig langweilig ist“ , sagt der SCH-Coach.


Und was hat sich personell getan beim SC Hemmingen-Westerfeld? Nachdem mit Julian Wenzl (zuvor HSC) bereits zum Jahresende ein neuer Torwart verpflichtet worden war und es zugleich Timo Kroß zum VfL Eintracht Hannover gezogen hatte, gibt es nun Verstärkung fürs Mittelfeld: Mit Metehan Kayhan kehrt ein Altbekannter nach einem halben Jahr beim 1. FC Wunstorf zurück nach Hemmingen.

Der erfahrene Mittelfeldspieler war zuvor schon über Jahre eine Säule im Mittelfeld des SCH gewesen und soll diese Rolle wieder übernehmen. „Das ist auch dem intensiven Kontakt zu Frank Sledz zu verdanken“, lobt Pyka seinen Co-Trainer.

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Zudem will mit Tobias Brünger ein weiterer Torhüter nach einer längeren Pause wieder angreifen. Allerdings wird der Coach im weiteren Saisonverlauf auch auf ein Trio verzichten müssen: Yannick Kranz und Mahir Bingöl gehen zum Studieren in die USA. „Sie haben ein Fußball-Stipendium bekommen.“ Und Luca Ehrhardt absolviert ein Praktikum in Rom.

Pyka hofft, demnächst wieder auf einige Leistungsträger bauen zu können, die zuvor lange ausgefallen waren: Julian ­Hyde, Fabian Klein, Malte Uphoff und Mohammad Chahrour. „Sollten die vier wieder voll einsatzfähig sein, gibt das dem Kader noch mal einen enormen Qualitätsschub“, sagt Pyka.

Findet sich Torjäger in den eigenen Reihen?

Das Potenzial sei groß. „Wir haben drei gute Keeper, eine tolle Abwehr, ein spielstarkes, technisch versiertes Mittelfeld, eine gute Offensive. Und das Team ist entwicklungsfähig, das Durchschnittsalter liegt bei unter 22 Jahren“, freut sich Pyka. „Was uns fehlt, ist ein echter Torjäger, ein Knipser.“ Dieses Problem müsse allerdings nicht zwangsläufig durch einen Neuzugang im Sommer gelöst werden. „Vielleicht gibt es ja auch Optionen im Kader, die in diese Aufgabe hineinwachsen. Eventuell jemand, der diese Position vorher noch gar nicht gespielt hat.“

Insgesamt sei er optimistisch. „In den ersten Monaten haben wir mit Blick auf Spielverständnis und Spielidee schon eine Menge geschafft. Wenn es wieder losgeht, wird wichtig sein, den Klebstoff in der Gruppe zu finden, um den Teamgeist nach dieser langen Phase der Vereinzelung im Lockdown wieder zum Leben zu erwecken“, sagt der Lehrer. Das Ziel sei klar. „Egal, wie es weitergeht. Wir werden mit hoher Wahrscheinlichkeit in der Aufstiegsrunde starten“, sagt Pyka. Wozu es dann am Ende reiche, werde man sehen. „Ich gehe davon aus, dass wir gut gerüstet sein werden.“