05. Juni 2020 / 14:28 Uhr

SC Hemmingen-Westerfeld: Aljoscha Hyde kehrt zurück, schmerzhafte Abgänge

SC Hemmingen-Westerfeld: Aljoscha Hyde kehrt zurück, schmerzhafte Abgänge

Jens Niggemeyer
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Wieder da: Das Dress des SC Hemmingen-Westerfeld hat Aljoscha Hyde (links, gegen den Eldagser Jan Pinkerneil) nicht einmal ein halbes Jahr abgelegt - zur Freude seines neuen Trainers Martin Pyka (eingeklinkt).
Wieder da: Das Dress des SC Hemmingen-Westerfeld hat Aljoscha Hyde (links, gegen den Eldagser Jan Pinkerneil) nicht einmal ein halbes Jahr abgelegt - zur Freude seines neuen Trainers Martin Pyka (eingeklinkt). © deisterpics/Stefan Zwing
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Mit Aljoscha Hyde, der - ohne ein Spiel für den Regionalligisten absolviert zu haben - vom HSC Hannover schnell wieder an die Hohe Bünte zurückkehrt, vermeldet der SC Hemmingen-Westerfeld einen prominenten Zugang. Der neue Trainer Martin Pyka muss allerdings auch einige schmerzhafte Abgänge kompensieren.

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Dass bald das gewohnte Fußballspielen wieder zum Alltag wird, hofft Martin Pyka inständig. Der 33-Jährige übernimmt ab der nächsten Saison das Traineramt beim Landesligisten SC Hemmingen-Westerfeld. Wann diese neue Spielzeit beginnt, steht noch in den Sternen.

Einige schmerzhafte Abgänge

Eines ist für Pyka aber klar: „Wir werden erst dann mit der Vorbereitung auf dem Platz beginnen, wenn wir wieder auf gewohnte Weise trainieren und spielen dürfen. Vorher macht das keinen Sinn. Mit zwei Metern Abstand Fußball zu spielen, ist sinnlos.“ Für ihn sei es selbstverständlich, dass sein Vertragsverhältnis erst beginne, wenn das normale Arbeiten wieder erlaubt sei. „Das ist mit dem Verein abgesprochen“ – und spart Kosten. „Ich bin da flexibel und offen.“

Zuversichtlich stimmt Manager Sven Othersen und Pyka, dass der Großteil der Spieler für eine weitere Saison zugesagt hätten. Allerdings gibt es einige schmerzhafte und zum Teil auch unerwartete Abgänge. Den Verein verlassen werden der teaminterne Toptorjäger der abgebrochenen Saison, Aron Gebreslasie (OSV Hannover), sowie Linksverteidiger Tim Hansmeier (noch unbekannt). „Aron hat unser Angebot nicht angenommen, der OSV war da finanziell einfach attraktiver“, sagt Othersen. „Wir werden sehen, wie wir das auffangen.“

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Und: Torhüter Armin Tvrtkovic und Metehan Kayhan schließen sich dem 1. FC Wunstorf an. „Das tut weh. Das hätten wir uns anders gewünscht“, gesteht Othersen. Dass die Spieler ihren Abschied verkünden, ohne vorher mit dem Verein darüber gesprochen zu haben, sei für die heutige Zeit vielleicht keine außergewöhnliche Reaktion, sagt der Manager. Er kenne es jedoch anders und könne dieses Verhalten nicht nachvollziehen. „Zumal wir von beiden Spielern eine feste Zusage für die nächste Saison hatten.“

Hyde weiß, "was er an Hemmingen hat"

Eine namhafte personelle Verstärkung gibt allerdings auch bereits: Aljoscha Hyde kehrt vom Regionalligisten HSC Hannover zurück. „Berufsbedingt ist er künftig mehr eingespannt und kann nicht so oft trainieren, wie das dort nötig wäre.“

Große Überredungskünste habe er nicht aufwenden müssen, um Hyde, der erst im Winter gewechselt war, zu überzeugen. „Er möchte mit seinem Bruder zusammenspielen, kennt die Mannschaft und deren Qualität und weiß, was er an Hemmingen hat.“ Othersen hofft, dass die Rückkehr eines Leistungsträgers und Führungsspielers wie Aljoscha Hyde auch für die drei Abwanderungswilligen eine Signalwirkung hat.

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Grundsätzlich verfüge man über eine „sehr gut funktionierende“ Mannschaft mit beachtlichem Potenzial. Mit begabten Eigengewächsen wie Marvin Siek gebe es zudem frisches Blut aus der Nachwuchsabteilung. „Da müssen wir nicht viel dazu holen. Wir brauchen keine Granaten von außen“, sagt Othersen. „Zumal wir mit Sebastian Baar, der seine Langzeitverletzung überwunden zu haben scheint, quasi bereits einen weiteren hochkarätigen Neuzugang haben.“

Auch der neue Coach scheint mit dem Personal zufrieden: „Großen Bedarf sehe ich nicht. Wir haben jetzt schon die Qualität, um eine gute Rolle zu spielen.“ Bei seiner Präsentation im Frühjahr habe er vor versammelter Mannschaft und in Einzelgesprächen vorgestellt, was er anpeile. „Ich stehe für eine bestimmte Spielidee, für gewisse Werte, für eine eigene Art der Teamführung und wünsche mir Partizipation“, sagt Pyka. „Wir wollen Jungs, die sich mit dem Verein und der Mannschaft identifizieren, und wir wollen attraktiven, aktiven Fußball spielen.“

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Der Verein habe ihm eines besonders nahegelegt: „Ziel soll und muss es auch sein, Spielerpersönlichkeiten zu entwickeln.“ Da gebe es Nachholbedarf. Das Potenzial sei aber enorm. „Im ersten Schritt wollen wir konstanter werden, uns in der Liga stabilisieren und etablieren.“ Grundsätzlich sei in Hemmingen mehr möglich. „Auf Sicht wollen wir oben mitspielen.“

Auf die Frage nach weiteren Zugängen bleibt Pyka vage: „Es gibt Gespräche. Mit Jungs, die ich kenne, mit Perspektive und Talent. Da geht es aber weniger um die Position als um das Profil.“ Der A-Lizenzinhaber, der zuvor die U19 des JFV Calenberger Land betreut hat, wirkt so, als habe er einiges vor: „Es ist zwar das erste Herrenteam, das ich alleinverantwortlich betreue, aber das ist kein komplettes Neuland. Ich hoffe, dass es bald losgeht, und möchte hier schon etwas bewegen.“ Folgt auf die erfolgreiche Ära Semir Zan eine ähnlich positive mit Pyka?