16. Februar 2021 / 16:03 Uhr

SC Partheland seit Fusion auf gutem Weg: "Hat sich auf jeden Fall bewährt"

SC Partheland seit Fusion auf gutem Weg: "Hat sich auf jeden Fall bewährt"

Heiko Henschel
Leipziger Volkszeitung
SC Partheland
Die Kreisoberliga-Mannschaft des SC Partheland. © Verein
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Im Jahr 2019 schlossen sich der SC Polenz und die Fußballabteilung des ESV Lok Beucha zum SC Partheland zusammen. Eigentlich wollte Vereinsvorsitzende Joachim Aust noch den FSV Brandis mit ins Boot holen, doch bekam er eine Absage. Nun gilt es den Verein weiter voranzubringen, denn Baustellen gibt es genug.

Polenz. Gebündelte Kräfte und ein Aufstieg – es waren zweifellos ereignisreiche Wochen damals im Frühsommer 2019 im westlichen Muldental. Der SC Polenz und die Abteilung Fußball des ESV Lok Beucha (eine von zu diesem Zeitpunkt insgesamt acht Sektionen bei den Eisenbahnern) schlossen sich zum neu gegründeten SC Partheland zusammen und feierten zugleich den (Hintertür)Sprung der ersten Männermannschaft in die Kreisoberliga.

Die beiden circa 500 beziehungsweise 3000 Einwohner zählenden Brandiser Ortsteile beschritten in der Kicker-Landschaft fortan einen gemeinsamen Weg. „Die Fusion hat sich auf jeden Fall bewährt. Schließlich haben alle Beteiligten einen unbestrittenen Nutzen davon.“ Der rührige Vereinsvorsitzende Joachim Aust hätte sogar die Brandiser gern noch mit ins Boot geholt, diese allerdings wollten letztlich zunächst allein weiter rudern: „Die Idee befand sich ein halbes Jahr in der Warteschleife oder sagen wir im Schwebezustand, dann haben die Verantwortlichen des FSV jedoch abgesagt. Ungeachtet dessen bin ich überzeugt davon, dass es irgendwann nur noch einen einzigen Fußballverein in der Brandiser Region geben wird. Schließlich arbeiten wir bereits jetzt durch die vielen Spielgemeinschaften äußerst eng zusammen.“ Genau genommen in sämtlichen Altersklassen, außer beim Herren-Kreisoberligisten.

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Das Flaggschiff landete in seiner Premierensaison auf der achten Leistungsebene zwar in der Sackgasse, aber die rote Laterne hatte keine negativen Auswirkungen auf den weiteren Werdegang. Das Spieljahr 2019/2020 wurde aufgrund des Corona bedingten Abbruchs ohne Absteiger zu den Akten gelegt und die SC-Kicker konnten in derselben Klasse in die Serie 2020/2021 starten. In welcher die Truppe von Trainer Alexander Till seit der Unterbrechung Anfang November abermals den 16. Platz einnimmt, allerdings ohne diesmal das Schlusslicht in der Hand zu halten.

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Treue Mitglieder

Beim Sinnieren über die Wertung der laufenden Saison gerät Aust in eine Zwickmühle: „Nur die Hinrunde zu werten ist aus meiner Sicht keineswegs die idealste Lösung. Andererseits sind Spielansetzungen unter der Woche bei uns im Amateurbereich aufgrund beruflicher Verpflichtungen im Grunde genommen nicht umsetzbar. Und bevor es wieder los geht, ist eine gewisse Vorbereitungszeit ohnehin unerlässlich. Denn ansonsten wäre die Verletzungsgefahr nach der langen Pause viel zu groß.“

Erfreut ist der Vereinschef dagegen über die Treue seiner Mitglieder in schwierigen Pandemie-Zeiten: „Es hat so gut wie keine Abmeldungen gegeben, was besonders bei den Kindern und Jugendlichen unglaublich wichtig ist. Da wurden beim Entrichten der Beiträge trotz der sportlichen Auszeit keine Fragen nach dem wieso und weshalb gestellt. Zwar rollt momentan kein rundes Leder, allerdings laufen die üblichen Betriebskosten weiter und müssen vom Verein bezahlt werden. Diese Einsicht ist bei unseren Sportlern und den Eltern definitiv vorhanden.“ Immerhin hat der SC zahlreiche Trümpfe in Form von Mannschaften im Ärmel stecken.

Die zweite Männergarnitur mischt per Kooperation mit dem FSV Brandis II in der Kreisliga B-West mit und die Alten Herren frönen in einem überschaubarem Rahmen einem lieb gewonnenen Hobby. „Auf Kleinfeld und zumeist in der Form von Trainingseinheiten. Wir stellen die Tore mal mehr und mal weniger weit auseinander. Je nachdem, wie viele Leute es ermöglichen konnten zu kommen. Und hinterher freut sich jeder auf ein gepflegtes Bierchen. Die meisten sind wie ich selbst schon über 60.“


Die Hürde Corona

Aust huscht beim Gedanken an die zuletzt gezwungenermaßen ausgefallenen Oldie-Abende ein Lächeln über das Gesicht, bevor er Sekunden später mit den Gedanken wieder bei der jüngeren Generation ist. Im Nachwuchsbereich sind die Partheländer dank der SG´s mit den Brandisern in immerhin fünf Altersklassen vertreten. „Die Kinder und Jugendlichen bilden die Basis, sie stellen die Zukunft für den Verein dar. Das dürfen wir niemals vergessen und es gilt zu verhindern, dass der Nachwuchs wegen Corona in ein Loch fällt. So nach dem Motto, es geht ja auch ohne Fußball. Den ersten Lockdown im vergangenem Frühjahr konnten wir auffangen. Ich hoffe, es gelingt uns erneut.“

Selbstverständlich gibt es noch weitere Baustellen in der täglichen Arbeit, die in der Pandemie natürlich teilweise an ihre Grenzen stößt: „Auf den beiden Sportplätzen ist hinsichtlich Modernisierungsbedarf manches angedacht, doch einiges wird nach der Pandemie neu zu überdenken sein. Denn es ist Zeit verloren gegangen und das Geld fällt auch nicht vom Himmel. Bereits beim Zusammenschluss vor zwei Jahren war vor allem für das Gelände auf dem Gewerbegebiet in Beucha ein krisenfester Finanzplan und der Abschluss neuer Mietverträge erforderlich, um ordentlich wirtschaften zu können. Dort stand ein alter Traktor in der Garage, ansonsten fehlte es an allen Ecken und Enden. In Polenz hatten wir mit Wildschweinen ein Problem, welches mit einem in vier Etappen errichteten Zaun gelöst sein dürfte. Die Stadt und diverse Sponsoren waren uns da wirklich sehr behilflich. Ein vor kurzem umgefallener Baum ist in dem Zusammenhang mit Sicherheit ein ungleich kleineres Übel, das kriegen wir auch wieder hin. Zudem bekamen im zurück liegenden Herbst die Wechselkabinen eine neue Überdachung verpasst.“

Beim Überwinden von Schwierigkeiten ist man beim SC Partheland also schon längst geübt. Nun geht es für den Präsidenten Joachim Aust und seine Mitstreiter in erster Linie darum, die nächste Aufgabe zu meistern. Nämlich die Hürde Corona zu überspringen.