20. März 2020 / 17:11 Uhr

SC Potsdam: Co-Trainer Riccardo Boieri verzichtet auf Heimreise

SC Potsdam: Co-Trainer Riccardo Boieri verzichtet auf Heimreise

Ronny Müller
Märkische Allgemeine Zeitung
Riccardo Boieri stammt aus Novara in der Region Piemont.
Riccardo Boieri stammt aus Novara in der Region Piemont. © Kathleen Friedrich
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Volleyball Bundesliga: Nach dem vorzeitigen Saisonabbruch hätte der Italiener gerne ein paar Tage in der Heimat verbracht. Doch Riccardo Boieri meidet Novara.

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Riccardo Boieri ist geschockt von den Bildern aus Italien. Militär-LKW transportieren in Bergamo Leichen ab. Es sind die katastrophalen Folgen der Coronakrise. Riccardo Boieri ist Co-Trainer beim Frauenvolleyball-Bundesligisten SC Potsdam. Nach dem vorzeitigen Saisonabbruch hätte der Italiener gerne ein paar Tage in der Heimat verbracht. Doch der 32-Jährige verzichtet wegen Corona auf den Besuch bei seinen Eltern in Novara in der Region Piemont zwischen Mailand und Turin.

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„Bei meinen Eltern zuhause ist alles in Ordnung“, sagt Boieri mit Erleichterung. Natürlich würde er gerne nach Hause: Seinen Eltern von der bärenstarken Saison mit dem SC Potsdam erzählen. Und sich mit seiner Clique zum geliebten Aperitivo treffen. Doch vorerst bleibt es alle paar Tage beim Videochat mit seinen Freunden in der Heimat. „Theoretisch könnte ich nach Hause fliegen“, sagt Boieri. Aber der bürokratische Aufwand ist sehr hoch. Er bräuchte Unterlagen vom Konsulat, müsste sich dort auch einen Flug autorisieren lassen und schließlich müsste er vorsichtshalber sogar in Isolation. „Das ist eine schwere Situation. Ich bleibe lieber hier. Auch das Konsulat sagt, es ist intelligenter hierzubleiben.“

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Eigentlich wollten ihn seine Eltern zum Heimspiel gegen Schwerin (3:2) Anfang März in Potsdam besuchen. Doch wegen Corona sind sie lieber zuhause geblieben. „Das Risiko war zu groß.“ Wann er seine Familie nun wiedersieht, ist offen. Derzeit ist der Assistent von Cheftrainer Guillermo Naranjo Hernández mit der Aufarbeitung der abgebrochenen Saison beschäftigt. Er schaut sich Spiele an und wälzt Statistiken der SCP-Spielerinnen. Vermutlich auch von potenziellen Neuzugängen.

Schon in sechs Wochen betreuen Hernández und Boieri wieder die griechische Frauen-Nationalmannschaft. Aber es sei fraglich, ob die geplanten Qualifikationsturniere im Juli und August stattfänden. Boieri hatte bereits von 2014 bis 2018 beim SC Potsdam als Co-Trainer und Scout gearbeitet. 2019 kehrte er an die Havel zurück. Hier würde er in der kommenden Saison zusammen mit Hernández (Vertrag bis 2021) die Mannschaft gerne weiterentwickeln. „Ich denke, dazu wird es noch Gespräche geben.“