16. Februar 2021 / 18:28 Uhr

SC-Potsdam-Kapitänin Antonia Stautz: Wettlauf gegen die Zeit

SC-Potsdam-Kapitänin Antonia Stautz: Wettlauf gegen die Zeit

Stephan Henke
Märkische Allgemeine Zeitung
25.11.2020, Damen-Volleyball, CEV Pokal, Pokalspiel,SC Potsdam-Hapoel Kfar Saba, MBS-Arena Potsdam  
im Bild: v.l. Antonia Stautz (SC Potsdam)
Antonia Stautz (l.) spielt seit 2017 für den SC Potsdam. © Julius Frick
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Kapitänin Antonia Stautz erlebt beim Volleyball-Bundesligisten SC Potsdam eine schwierige Saison und kämpft nach ihrer Verletzung um die Teilnahme am Pokalfinale.

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hon kurz nach der folgenschweren Verletzung kreisten die Gedanken von Antonia Stautz um das Pokalfinale. „Als ich auf dem Weg zum Arzt war, habe ich in den Kalender geschaut und gesehen, dass noch eineinhalb Monate Zeit bleiben, um fit zu werden“, erzählt die Kapitänin des SC Potsdam mit Blick auf den 9. Januar, als ihr im Training ein Muskelbündel im linken vorderen Oberschenkel riss. Eine Annahme im Training, eine unkontrollierte Bewegung – „ich habe relativ schnell gemerkt, dass es nicht nur eine kleine Zerrung ist“, sagt die Volleyballerin. Die Ärzte machten ihr zwar Mut, dass es bis zum Pokalfinale 28. Februar reichen könnte, doch die Situation zehrt an der 27-Jährigen. „Was zur Hölle mache ich falsch, dass jetzt schon wieder was kommt“, sei ein Gedanke gewesen.

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Wenn man so will, war die schwere Verletzung der negative Höhepunkt in dieser Saison, in der sie unter anderem auch schon eine Woche krank im Bett verbringen musste und so das Pokal-Halbfinale verpasste. „Für mich persönlich war die Saison bislang extrem schwierig. Ich hatte am Anfang ein relativ gutes Gefühl, dadurch, dass ich im Sand relativ viel gemacht habe“, sagt die Außenangreifern, die im Sommer regelmäßig Beachvolleyball spielt. „Die deutsche Meisterschaft in Timmendorf kam dann zum ungünstigsten Zeitpunkt. Nicht unbedingt für den Körper, sondern vielmehr, weil ich zwei Testspiele verpasst habe. Und dann ging es bergab, muss ich ehrlicherweise zugeben.“

SC Potsdam: Kader 2020/21 in der Frauenvolleyball-Bundesliga

Das SCP-Team für die Saison 2020/21. Zur Galerie
Das SCP-Team für die Saison 2020/21. © Kathleen Friedrich/SC Potsdam

Auch Toni Rieger hat das erkannt. „Für sie ist es die schwerste Saison, seit sie in Potsdam ist“, sagt der Manager. „Trotzdem ist sie natürlich als Kapitänin sehr wichtig für uns“, betont er. In der vergangenen Saison zählte sie zu den Leistungsträgerinnen im Team von Trainer Guillermo Naranjo Hernández, der in dieser Saison bislang aber eher auf Laura Emonts, Lindsey Ruddins und Vanessa Agbortabi setzte. „Wenn ich trainieren würde und fit wäre, wäre es etwas anderes. Aber jetzt zu sehen, dass mein Körper nicht fit ist und ich nicht auf den Leistungsstand komme, den ich vergangene Saison hatte, ist schon bitter. Da wird es auch psychologisch anstrengend“, sagt Antonia Stautz. Ihr Freund, ihre Familie und ihr Team unterstützen sie. „Die Mannschaft hilft enorm, sie freut sich immer, wenn ich im Training bin. Trotzdem war es hart am Anfang“, sagt Antonia Stautz.

Training mit angezogener Handbremse

Beim knappen 2:3 gegen Schwerin war sie immerhin bereits in der Wechselzone, kam aber nicht zum Einsatz. „Ich war auch noch nicht soweit. Es war mehr, dass ich wieder bei der Mannschaft dabei bin, mich mit warm machen kann“, erzählt die Master-Studentin in General Management, die später einmal am liebsten Fußball-Managerin werden will. Beim Heimspiel am Mittwochabend (19 Uhr) gegen den MTV Stuttgart wird es vermutlich ähnlich sein. „Ich brauche noch ein bisschen, so langsam wird es wieder im Training. Ich kann aber noch keine unkontrollierten Bewegungen machen“, sagt sie.


Ab nächster Woche will sie wieder voll ins Training einsteigen, dann könnte es für eine Punktlandung für das Pokalfinale reichen. „Mein Traum war es immer, im Pokalfinale zu stehen. Jetzt stehen wir zwar drin, aber zum ungünstigsten Zeitpunkt“, sagt sie mit Blick auf das Spiel, das coronabedingt ohne Zuschauer stattfinden muss und sonst rund 10 000 Zuschauer in die Mannheimer Halle zieht. „Aber vielleicht ist das sogar ein kleiner Vorteil – von uns kennt keiner diese Kulisse, Schwerin ist das schon gewohnt.“