18. Oktober 2020 / 21:11 Uhr

SC Potsdam liefert Schwerin einen großen Kampf und holt einen Punkt

SC Potsdam liefert Schwerin einen großen Kampf und holt einen Punkt

Peter Stein
Märkische Allgemeine Zeitung
Zuspiel von Potsdams Ana Tiemi Takagui zu Mittelblockerin Symone Speech (r.).
Zuspiel von Potsdams Ana Tiemi Takagui zu Mittelblockerin Symone Speech (r.). © Gerhard Pohl
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Das Topspiel in der Volleyball-Bundesliga hielt, was es aus der TV-Ansetzung und der Tabellenkonstellation versprach. Über zwei Stunden lieferten sich Tabellenführer Schwerin und der Zweite Potsdam einen großen Kampf.

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 Es bleibt dabei: Wenn der SC Potsdam auf den SSC Palmberg Schwerin trifft, geht es nicht nur hoch, sondern vor allem spannend her. Das war auch am Sonntagabend vor 793 Zuschauern in der MBS-Arena im Topduell der Frauenvolleyball-Bundesliga wieder so. Nach einem 0:2-Satzrückstand schaffte die Mannschaft von Trainer Guillermo Naranjo Hernandez tatsächlich den Satzausgleich, um nach dem Tiebreak mit 2:3 (21:25, 19:25, 25:17, 25:20, 8:15) zu verlieren. Damit bleibt Rekordmeister Schwerin ungeschlagen an der Tabellenspitze, während der SCP Platz zwei verteidigte.

Toni Rieger: Ein geiler Fight

„Wir hätten auch 0:3 verlieren können“, sagte SCP-Sportdirektor Toni Rieger. „Aber es wurde noch ein geiler Fight. Wir sind super zurückgekommen. Das hat unser Trainer taktisch toll gelöst und mit den Wechseln neuen Schwung gebracht. Da hat man gesehen, was unser Team für Variabilität hat. Am Ende nehmen wir einen Punkt mit und Schwerin nur zwei statt drei.“ Außerdem machte er nach den coronabedingten Spielabsagen – Potsdam sollte ursprünglich Stuttgart empfangen und Schwerin das Team aus Straubing – deutlich: „Es war wichtig, dass wir gespielt haben. Die Partie war wieder beste Werbung für den Volleyballsport. Unsere Mannschaft hat wesentlich dazu beigetragen. Leider hatten wir im Tiebreak wieder einen schlechten Start, deshalb hat Schwerin verdient gewonnen.“

Schwerin dominiert die ersten beiden Sätze

Im ersten Satz lagen die Gastgeberinnen, die in der gewohnten Startaufstellung aufliefen, schnell mit 5:8 und 9:16 zurück, kämpften sich aber wieder heran (19:19). Dennoch mussten sie den Satz abgeben. Im zweiten Durchgang dominierte der Rekordmeister, bei dem die Ex-Potsdamerin Denise Imoudu im Zuspiel glänzte, von Anbeginn, führte schon 6:0, ehe den Havelstädterinnen der erste Punkt gelang.Vor allem mit der 2,02 Meter großen Diagonalangreiferin Heyley Spelman (20 Punkte) hatte die Potsdamer Abwehr Probleme.

Antonia Stautz bringt die Wende

Dann stellte Hernandez zum dritten Satz seine Mannschaft um. Außenangreiferin Laura Emonts wechselte auf die Diagonalposition für Brittany Abercrombie und Antonia Stautz kam auf Annahme-Außen. Plötzlich überzeugten die Rothemden, zogen zwei Sätze couragiert zum Ausgleich durch, ehe Schwerin im Tiebreak nach zwei Stunden Spielzeit doch das bessere Ende für sich hatte. Kapitänin Antonia Stautz, die auch zu Potsdams wertvollster Spielerin gekürt wurde, sagte: „Die Dominanz zum Auftakt von Schwerin war enorm. Dass wir nach dem 0:2 noch so in das Spiel gekommen sind, war schon top. Wir haben gemerkt, dass wir mit einem guten Aufschlag sowie Block wieder in das Spiel kommen können. Im fünften Satz ist das etwas abhandengekommen. Ich denke, wir haben uns gut zurückgekämpft und verdient einen Punkt gewonnen. Das war ein Volleyballkrimi.“

Schwerins Chef- und Nationaltrainer Felix Koslowski lobte die ersten beiden Sätze seiner Mannschaft. „Wir waren aufmerksam, wir waren aggressiv und waren mutig“, sagte er. „Ab Satz drei hatte Potsdam umgestellt, da haben wir es erzwingen wollen, haben keine klugen Lösungen gefunden, waren einfach nicht mehr handlungsorientiert. Dann haben wir uns nach dem vierten Satz noch einmal besonnen und waren in Block und Abwehr gut organisiert. Riesen Kompliment an meine Mannschaft, ich bin heute sehr stolz auf sie. Es sind für uns zwei sehr, sehr wichtige Punkte.“