14. Januar 2020 / 17:28 Uhr

SC Potsdam will Dresden auf Abstand halten

SC Potsdam will Dresden auf Abstand halten

Peter Stein
Märkische Allgemeine Zeitung
Deborah Scholz (l.) spielt im Diagonalangriff beim SC Potsdam.
Deborah Scholz (l.) spielt im Diagonalangriff beim SC Potsdam. © Gerhard Pohl pohlgerhard@web.de
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Die Volleyballerinnen des SC Potsdam wollen nach der besten Hinrunde in der Vereinsgeschichte auch die Rückrunde mit einem Sieg beginnen. Zum Auftakt gastiert der Dresdner SC in der MBS-Arena.

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Zum Jahres- und Rückrundenauftakt steht für die Volleyballerinnen des SC Potsdam gleich ein Wahrsager auf dem Bundesliga-Spielplan. Am Mittwochabend (19 Uhr, live in Sport1) gastiert der Dresdner SC in der MBS-Arena. Auch Deborah Scholz, die vor der Saison aus Dresden nach Potsdam gewechselt war, weiß, was die Stunde geschlagen hat. „Allen ist bewusst, wie wichtig dieses Spiel für uns ist. Wir sind alle hochmotiviert und wollen an das Ergebnis aus der Hinrunde anknüpfen.“ Denn da gelang den Havelstädterinnen am 5. Oktober mit dem 3:1-Sieg in Dresden eine Überraschung. „Das war schon sehr überraschend, das hat uns natürlich geholfen, gut in die Saison zu starten. Meine Eltern und Großeltern waren auch da. Obwohl ich nicht zum Einsatz gekommen bin, war das ein besonderes Erlebnis für mich“, erzählt Debbi Scholz.

Gute Ausgangsposition für die Playoffs schaffen

Das war gleich ein Auftakt nach Maß und das Startsignal für die beste Hinrunde der Vereinsgeschichte. Denn mit acht Siegen aus zehn Spielen sowie 24 Punkten rangieren die Schützlinge von Trainer Guillermo Naranjo Hernandez auf Platz drei der Tabelle gleich hinter Spitzenreiter Schwerin (26) und Meister Stuttgart (25). „In der Rückrunde wollen wir an diese Leistung anknüpfen. Es geht darum, die bestmögliche Ausgangsposition für die Playoffs zu schaffen“, meint Debbi Scholz.

Die noch 19-Jährige stammt aus Bernsdorf im Landkreis Zwickau, die berühmte Rennstrecke Sachsenring liegt praktisch vor ihrer Haustür. „Ich habe zunächst im Schwimmen begonnen, aber bald gemerkt, dass so ein Einzelsport nichts für mich ist. So bin ich durch meine zwei Jahre ältere Schwester Nora zum Volleyball gekommen“, erzählt die Sächsin. Beim SSV Fortschritt Lichtenstein begann sie ihre Karriere am hohen Netz, schaffte als Jugendliche den Sprung in die sächsische Landesauswahl.

Mit 14 Jahren an die Sportschule

Mit 14 Jahren wechselte sie zum zweiten Schulhalbjahr an die Sportschule nach Dresden. Dort spielte sie beim VC Olympia, erst in der Regionalliga und später in der 2. Liga. Gelegentlich trainierte sie beim Bundesliga-Team des Dresdner SC unter Coach Alexander Waibl mit. Nach dem Abitur im vergangenen Jahr war die VCO-Ausbildungszeit vorbei. Waibl wollte Deborah Scholz nicht. Als sie hörte, dass Emilia Weske vom SC Potsdam zum Studium in die USA geht, meldete sich die Dresdnerin in Potsdam und wurde als zweite Diagonalangreiferin hinter Brittany Abercrombie verpflichtet. „Da war ich natürlich happy“, so der Neuzugang. Wie die US-Amerikanerin ist Debbi Scholz Linkshänderin. „Ich schreibe auch mit links wie mein Papa.“

Obwohl die Spielerin mit der Trikotnummer 8 – „das ist meine Lieblingszahl und ich war froh, dass ich in Potsdam diese Nummer bekommen habe“ – unter Trainer Hernandez beim SC bisher wenige Einsatzzeiten erhalten hat, fühlt sie sich wohl in Brandenburg. „Wir haben ein super Team und die Stimmung ist auch sehr gut. Wir kommen gut miteinander aus, bei uns gibt es keinen Zickenkrieg. Das ist sicherlich auch ein Geheimnis unseres Erfolgs“, so die Angreiferin, die ihre nur 1,80 Meter Körpergröße durch ihre Sprungkraft und einen ziemlich harten Schlag ausgleicht. „Wir haben sie als zweite Diagonalangreiferin geholt und diese Aufgabe erfüllt sie bisher sehr gut. Sie muss sich im Training immer wieder anbieten“, kommentiert Sportdirektor Toni Rieger.

Die Jüngsten in einer WG

„Das Training in Potsdam gefällt mir sehr gut. Ich merke, wie ich Fortschritte mache. Aber schon in meiner Ausbildung beim VCO wurde sehr viel Wert auf die Athletik gelegt. Wir trainieren viel, alles ist gut organisiert. Und es macht mir großen Spaß“, erzählt Debbi Scholz, die am 9. Februar 20 Jahre alt wird und mit der genau einen Monat jüngeren Natalie Wilczek – beiden wohnen in einer WG zusammen – die Jüngste im Team ist. „Es ist schön, wenn man von den älteren Spielerinnen lernen kann. Das hilft ungemein und zieht einen mit“, sagt Debbi Scholz.

Zum Abschluss lobt sie noch die Fans. „Die Stimmung in der MBS-Arena ist wirklich toll. Obwohl in Dresden mehr Zuschauer kommen, ist die Stimmung in Potsdam besser.“ Darauf hofft sie auch am Mittwoch: „Wir können den DSC wieder schlagen, noch dazu zu Hause. Wir werden bereit sein.“