11. Oktober 2020 / 18:58 Uhr

SC Rinteln beendet die Siegesserie des MTV Rehren A/R

SC Rinteln beendet die Siegesserie des MTV Rehren A/R

Jörg Bressem
Schaumburger Ztg. / Schaumburger Nachrichten
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Felix Gahr (links) und der SC Rinteln sind dem MTV Rehren immer einen Schritt voraus. © Jörg Bressem
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Sechs Siege aus sechs Spielen lautete die Bilanz des MTV Rehren A/R. Nun hat der SC Rinteln diese Serie beendet.

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Als Trainer Raphael Idel mit den Schultern zuckte und in seiner Verzweiflung vier neue Spieler auf einen Streich brachte, da war klar: Das wird heute nichts! Der SC Rinteln brachte dem Tabellenführer MTV Rehren A/R die erste Niederlage bei, gewann 2:0 - und das sogar hochverdient.

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Einstellung stimmt

„Unsere Taktik ging voll auf“, jubelte SCR-Trainerfuchs Uwe Oberländer. „Wir schlugen den Spitzenreiter mit seinen eigenen Waffen.“ Kollege Idel widersprach nicht: „Rinteln war klar besser und war uns immer einen Schritt voraus.“ Doch wie konnte es zu dieser plötzlichen Machtverschiebung kommen? Entscheidend war die Einstellung des SC Rinteln, der früh anlief, schon zu Beginn fast alle Zweikämpfe gewann und den MTV Rehren A/R damit komplett entnervte. Der Tabellenführer war hilflos, planlos und wirkungslos. „Wir hatten keine zwingenden Torchancen“, stellte Idel nüchtern fest.

Dass der SC Rinteln schon nach drei Minuten durch den Treffer von Joscha Obst nach Vorarbeit des eifrigen Alban Ramushi mit 1:0 in Führung ging, beschleunigte den moralischen Verfall der Gäste. Sie kamen erst nach einer halben Stunde halbwegs in die Zweikämpfe, waren von ihrem Fußball der gewohnten Art aber auch danach weit entfernt.

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Wer während der Pausen-Bratwurst erwartete, der Tabellenführer würde die zweite Halbzeit dominieren und sich gegen die Niederlage wehren, sah sich getäuscht. Nicht Rehren, sondern Rinteln bestimmte das Spiel, das Tempo, die Zweikämpfe. Neuzugang David Schrader sorgte im Mittelfeld für mehr Ordnung. Hinten bildeten Joscha Obst und Kastriot Hasani eine erfahrene Innenbarrikade. Als Sinan Boga dann auch noch einen perfekten 20-Meter-Volleyschuss zum 2:0 des SC Rinteln in der 49. Minute ins Netz drosch, war der MTV Rehren A/R völlig am Ende. Keine Kombination, kein gelungenes Abspiel, von Torszenen ganz zu schweigen. Es war ein kraft- und ideenloser Auftritt des Spitzenreiters, der gegenüber den letzten Wochen nicht wiederzuerkennen war. „Solche Tage gibt es“, entschuldigte sich Idel.

Die einzig nennenswerte Torszene der Gäste entstand erst in der Nachspielzeit, als Julian Lattwesen in den Strafraum eindrang, zu Fall kam und viele Schiedsrichter womöglich einen Elfmeter gegeben hätten. Nicht aber Nils Lange, der ein gutes Gespür hatte und bei einer ähnlichen Szene in der ersten Halbzeit von Max Gahr auch keinen Strafstoß für den SC Rinteln gegeben hatte. Oberländer verriet nach dem Spiel: „Ich habe vorher zur Mannschaft gesagt: Wer heute nicht zu 100 Prozent bereit ist, der soll in der Kabine bleiben. Sie war leer.“

SC Rinteln: Yetiz, Kütemeyer, Obst, David Schrader, Alban Ramushi (80. Müller), Boga (90. Kirasic), Julian Bedey, Hasani, Ilir Mena (87. Bozkurt), Fahrenkamp, Gahr.

MTV Rehren A/R: Steege, Pinkenburg, Maurice Bruns (64. Metzner), Grittner (64. Thiele), Lattwesen, Marlon Jahn (64. Bakhshi), Paul, Sommer, Marvin Jahn (64. Thies), Jean-Luc Bruns, Bergmann.