07. April 2021 / 19:58 Uhr

Jugend-Landesmeisterschaft: Onlineschach ist kein Ersatz für das Spiel am echten Brett

Jugend-Landesmeisterschaft: Onlineschach ist kein Ersatz für das Spiel am echten Brett

Uwe Serreck
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Leon Niemann belegte mit sechs Punkten den fünften Platz in der U18.
Leon Niemann belegte mit sechs Punkten den fünften Platz in der U18. © SK Ricklingen
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Die Verantwortlichen der Niedersächsischen Schachjugend (NSJ) hatten gehofft, wieder an die Bretter gehen zu dürfen, doch der Lockdown machte diesen Plan zunichte. Wie im vergangenen Jahr wurde die Jugendlandesmeisterschaft (Lem) vor Ostern online ausgetragen.

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Die stellvertretende NSJ-Vorsitzende Nicole Manusina vom SK Lehrte war zufrieden: „Die Woche war anstrengend, die Turniere wurden aber super angenommen.“ Aufgrund der technischen Probleme im Vorjahr wurde von Chessbase zur Plattform Lichess gewechselt, wo es erfreuliche 234 Meldungen gab.

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Gespielt wurden in den sechs Altersklassen wieder neun Runden mit einer Bedenkzeit von fünf Minuten pro Spieler und jeweils zusätzlichen drei Sekunden pro Zug. Positiver Effekt: Vor allem viele wenig turniererfahrene Kinder und Jugendliche gingen an die virtuellen Bretter. Nachdem im Vorjahr in der U12 ein Teilnehmer aufgrund eines nachgewiesenen Betrugs im Nachhinein aus dem Wettbewerb gestrichen wurde, gab es diesmal keine Auffälligkeiten. „Es war alles sehr, sehr fair“, sagte Manusina.

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Der einzige Wermutstropfen waren die Resultate der Talente aus dem Umland. Nachdem Thore Meiwes vom SK Lehrte 2020 U18-Sieger wurde, gab es diesmal für die Teilnehmer bei der zweiten NSJ-Onlinemeisterschaft keine Medaillen. Bestes Ergebnis war der fünfte Platz von Leon Niemann (SK Lehrte) mit sechs Punkten in der U18. Vereinskollege Jannik Kieselbach landete punktgleich auf Rang neun.

Virtueller Denksport ist kein Ersatz für das echte Brett

Zum Abschluss gab es eine Umfrage unter den Teilnehmern. Einhellige Meinung: Onlineschach ist kein Ersatz für das Spiel am echten Brett. Ein kleiner Hoffnungsschimmer ist die Einschätzung des Deutschen Olympischen Sportbundes: Schach ist keine Kontaktsportart. Ändern dürfte das absehbar wenig. „Wir befinden uns auch in den nächsten Wochen in einem den Trainings- und Wettkampfbetrieb weitestgehend ausschließenden Teillockdown“, sagt Michael Langer, Präsident des Niedersächsischen Schachverbandes.