26. Dezember 2021 / 19:22 Uhr

Schade – Empor Rostock verschenkt einen Punkt

Schade – Empor Rostock verschenkt einen Punkt

Stefan Ehlers
Ostsee-Zeitung
Kaum zu stoppen: Empor-Kreisläufer Jonas Thümmler, hier im Heimspiel gegen Ludwigshafen.
Kaum zu stoppen: Empor-Kreisläufer Jonas Thümmler, hier im Heimspiel gegen Ludwigshafen. © Sebastian Heger
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Teilerfolg für den HC Empor nach einer über weite Strecken überragenden Leistung. Die Rostocker Handballer führten lange Zeit die Partie gegen TuSEM Essen an, geben aber eine Sieben-Tore-Führung aus der Hand. Der Aufsteiger überwintert auf Rang sechs.

Noch 19 Sekunden. Der HC Empor führt bei TuSEM Essen mit 31:30. Siebenmeter für die Gäste. Robin Breitenfeldt geht zum Punkt, nimmt Maß, scheitert jedoch an Torhüter Sebastian Bliß. Die Gastgeber erzielten im Gegenzug den Ausgleich. 31:31 (14:12) – was vor der Partie eine Riesenüberraschung gewesen wäre, fühlt sich für die Rostocker Handballer im ersten Moment wie eine Niederlage an. Der Aufsteiger war über weite Strecken das klar überlegene Team, ist seit sechs Runden ungeschlagen und überwintert mit 23:15 Punkten auf Rang sechs der 2. Bundesliga.

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„Das ist ein hervorragender Zwischenstand, der so nicht zu erwarten war“, meinte Empors Sportvorstand André Wilk. Nach dem letzten Spiel des Jahres sei es Zeit, Danke zu sagen – „an Mannschaft und Trainer und das gesamte Team, von der Vereinsführung bis zum Aufbauteam“, fügte er hinzu.

Bereits die erste Hälfte stand im Zeichen der Rostocker, die von Hansa-Busfahrer Axel Rietentiet in den Ruhrpott chauffiert wurden. Empor begann mit dem Sieben-gegen-Sechs-System und hatte sofort Erfolg. Die Gäste erspielten sich in jedem Angriff eine Chance oder bekamen einen Strafwurf zugesprochen.

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Auf der Gegenseite parierte Robert Wetzel mehrfach großartig. Der Schlussmann kaufte Eloy Morante einen Strafwurf ab. Nick Witte erzielte in Unterzahl – Richard Lößner schmorte auf der Sünderbank – das 8:6. Per Oke Kohnagel erhöhte mit einer feinen Einzelleistung auf 9:6 (17.).

Die Rostocker besaßen danach zwei Möglichkeiten, um den Vorsprung auszubauen, konnten diese aber nicht nutzen. Kaum hatte Richard Lößner vorne eine Chance liegen gelassen, griff er hinten zu beherzt ein und kassierte eine Rote Karte (20.). Eine harte Entscheidung. Lößner wurde durch Janos Steidtmann ersetzt, der damit nach mehrwöchiger Verletzungspause sein Comeback feierte.

Wiechers stellte danach auf ein Sechs gegen Sechs um. Empor blieb überlegen, ließ aber die eine oder andere Chance liegen, sodass der Bundesliga-Absteiger auf Tuchfühlung bleiben konnte. Die Essener hatten große Probleme, sich gegen die bewegliche 6:0-Abwehr durchzusetzen und waren mit dem Zwei-Tore-Rückstand zur Pause noch gut bedient.

Empor machte nach dem Wechsel mit dem siebten Feldspieler weiter – mit Erfolg. Aufbauend auf Wetzel, der mehrere Würfe entschärfte, bauten die Gäste ihren Vorsprung aus und erzielten eine Reihe schöner Tore. Mit einem Rückhand-Anspiel bediente Kohnagel den mitgelaufenen Jonas Ottsen, der zum 17:13 erhöhte. Nach einem Ballgewinn in der Abwehr hatte Nick Witte freie Bahn und erzielte das 21:14 (39.).

Bis zum 25:18 (44.) spielte Empor clever und effektiv. Doch urplötzlich riss der Faden. Die Gäste leisteten sich zwei Ballverluste, kassierten eine weitere Zeitstrafe und nahmen sich im Angriff den einen oder anderen unvorbereiteten Wurf. Der Vorsprung schmolz. Beim 23:25 (50.) waren die Hausherren wieder dran. Kohnagel und Witte sorgten mit ihren Treffern für etwas Luft – 27:23 (52.).

Doch die Gastgeber ließen sich nicht abschütteln. Zweieinhalb Minuten vor dem Abpfiff verkürzten die Essener auf 28:29 und gaben damit den Startschuss für eine an Spannung und Dramatik kaum zu überbietende Schlussphase. Am Ende feierte der Favorit den Punktgewinn wie einen Sieg – auch das ist ein Riesenkompliment für den HCE.

Statistik

TuSEM: Bliß, Diedrich – Ellwanger 2, Glatthard, Rozman 6, Dangers 3, Becher 2, Ignatow 2, Szczesny 2, Müller 1, Firnhaber 1, Seidel, Morante 11/7, Klingler 1.

Empor: Wetzel, Uhl – Wilhelm 1, Steidtmann 2, Ottsen 1, Schütze, D. Mehler, Witte 4, Asmussen 4, Schmidt, Zboril, Breitenfeldt 7/5, Kohnagel 2, Thümmler 6, Pechstein 2, Lößner 2.

Siebenmeter: TuSEM 8/7, Empor 7/5.

Strafminuten: TuSEM 6, Empor 6 (plus Rot gegen Lößner/19.).