14. August 2019 / 21:26 Uhr

Schalke 04: Ex-Bundespräsident Gauck kritisiert Tönnies scharf - "Klingt mir zu rassistisch"

Schalke 04: Ex-Bundespräsident Gauck kritisiert Tönnies scharf - "Klingt mir zu rassistisch"

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Clemens Tönnies muss nun auch harte Kritik von Ex-Bundespräsident Joachim Gauck einstecken.
Clemens Tönnies muss nun auch harte Kritik von Ex-Bundespräsident Joachim Gauck einstecken. © dpa
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Jetzt schaltet sich ein ehemaliger Bundespräsident in die Rassismus-Debatte um Clemens Tönnies ein. Joachim Gauck hat den Aufsichtsratschef des FC Schalke 04 scharf kritisiert. Er würde "niemals akzeptieren", was Tönnies gesagt habe. Am Donnerstag muss sich der Schalker vor der DFB-Ethikkommission verantworten.

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Der ehemalige Bundespräsident Joachim Gauck hat den Schalker Aufsichtsratschef Clemens Tönnies wegen dessen Aussagen über Afrikaner heftig kritisiert. Er würde das „niemals akzeptieren, was er sagt, weil es mir zu rassistisch klingt“, sagte der 79-Jährige am Mittwoch in der ARD-Talkshow „Maischberger. Die Woche“. „Aber so lange der Mann noch zuhört und Argumenten zugänglich ist oder sich sogar entschuldigt, würde ich mit ihm kämpfen und streiten.“

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Gauck über Tönnies-Aussagen: "Der Beginn von einem Zustand, den wir nicht dulden sollten"

Fleisch-Unternehmer Tönnies hatte vor zwei Wochen beim Tag des Handwerks in Paderborn als Festredner Steuererhöhungen im Kampf gegen den Klimawandel kritisiert. Stattdessen solle man lieber jährlich 20 Kraftwerke in Afrika finanzieren. „Dann würden die Afrikaner aufhören, Bäume zu fällen, und sie hören auf, wenn’s dunkel ist, Kinder zu produzieren“, hatte der 63-Jährige gesagt. Für die Äußerungen hatte er sich später entschuldigt, war aber von zahlreichen Vertretern aus Politik und Sport kritisiert worden.

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„Wenn Menschen eine Pauschalierung betreiben, die Afrikaner, die Ossis, die Wessis, und wenn diese Pauschalierung mit Herabwürdigung verbunden ist, dann ist das der Beginn von einem Zustand, den wir nicht dulden sollten“, warnte Gauck.

Tönnies lässt Amt bei Schalke 04 für drei Monate ruhen

Der Ehrenrat des Fußball-Bundesligisten FC Schalke 04 hatte in der vergangenen Woche den Vorwurf des Rassismus als „unbegründet“ bezeichnet, in den Äußerungen allerdings einen Verstoß „gegen das in der Vereinssatzung und im Leitbild verankerte Diskriminierungsverbot“ gesehen. Tönnies lässt seit der Ehrenrats-Sitzung sein Amt als Aufsichtsratschef für drei Monate ruhen.

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An diesem Donnerstag beschäftigt sich die drei Personen umfassende DFB-Ethikkommission mit Tönnies und dessen Aussagen über Afrikaner. Der Gremium kann selbst aber kein Urteil fällen. Die Ethik-Kommission ist berechtigt, Untersuchungen einzuleiten und bei hinreichendem Tatverdacht Anklage bei der Ethik-Kammer des Sportgerichts einzureichen.

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