30. September 2020 / 13:44 Uhr

Schalke 04 verzeichnet Einbruch beim Umsatz - Ausgliederung weiter ein Thema

Schalke 04 verzeichnet Einbruch beim Umsatz - Ausgliederung weiter ein Thema

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Schalke 04 plagen weiter massive finanzielle Probleme - könnte eine Ausgliederung der Profiabteilung die Lösung sein?
Schalke 04 plagen weiter massive finanzielle Probleme - könnte eine Ausgliederung der Profiabteilung die Lösung sein? © imago images/Cord
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Schalke 04 hat im ersten Halbjahr 2020 einen deutlichen Rückgang beim Umsatz verzeichnet. Von 151,3 Millionen Euro im ersten Halbjahr 2019 sank der Umsatz auf jetzt 102,1 Millionen Euro. Auch im Ergebnis beklagt der Klub ein Defizit, während weiter über eine Ausgliederung der Profiabteilung diskutiert wird.

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Die Krise beim FC Schalke 04 nimmt kein Ende: Während sich die Suche nach einem Nachfolger für den entlassenen Trainer David Wagner dem Ende entgegen zu neigen scheint, ist die wirtschaftliche Lage des Revierklubs weiter problematisch. Am Mittwoch legte S04 die Zahlen seiner Halbjahresbilanz vor. Und die ist aus Schalker Sicht alarmierend: Der Umsatz brach im Vergleich zum ersten Halbjahr des Vorjahres in den ersten sechs Monaten des Jahres 2020 von 151,3 Millionen Euro auf 102,1 Millionen Euro ein, was laut Klubmitteilung unter anderem auf die Coronavirus-Pandemie zurückzuführen sei. Den Umsatzrückgang erklärt der Klub vor allem mit gesunkenen Erträgen der medialen Verwertungsrechte, der Nicht-Teilnahme an der Champions League im Vergleich zur Saison 2018/2019, Transferentschädigungen und den Auswirkungen der Pandemie.

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Finanzprobleme: Schalke beklagt Fehlbetrag

Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum konstatiert S04 damit einen Halbjahresfehlbetrag von 9,7 Millionen Euro. Immerhin diesen Wert haben die Königsblauen damit - nach Vereinsangaben auch dank kostensenkender Maßnahme wie dem anteiligen Gehaltsverzicht des Profikaders, Kurzarbeit und Investitionsstopp - reduzieren können. Denn im ersten Halbjahr 2019 hatte das Defizit noch 18.3 Millionen Euro betragen. Die kurz- und langfristigen Verbindlichkeiten stiegen von 197,8 Millionen (Stand vom 31. Dezember 2019) auf 205,3 Millionen Euro (Stand 30. Juni 2020).

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Für das gesamte Jahr 2020 rechnen die Schalker mit einem Umsatz von 160 bis 200 Millionen Euro und einem Jahresdefizit "im mittleren zweistelligen Millionen-Euro-Bereich". In einer ähnlichen Größenordnung werden demnach auch die Verbindlichkeiten bis Ende des Jahres ansteigen, was der Verein mit einem durch die Pandemie begründeten Darlehen und der planmäßigen Inanspruchnahme eines Kredits für ein Bauprojekt erklärt.

Spekulationen um Ausgliederung der Schalke-Profis

Derweil gibt es weiter Spekulationen um eine mögliche Ausgliederung des Profifußballs aus dem Verein als vermeintlichen Ausweg aus der finanziellen Schieflage. Die SportBild zitiert am Mittwoch aus der dem Blatt vorliegenden Stellenbeschreibung für den neuen Finanzvorstand. Diese Position ist seit dem Ausscheiden von Peter Peters im Juni vakant. In der Stellenbeschreibung heißt es unter dem Punkt "Ausgangssituation": "Mögliche Zukunft: Begleitung der Transformation des Vereins von organisiertem Profifußball eines eingetragenen Vereins in professionelle Strukturen einer Aktiengesellschaft, mittels einer Ausgliederung." Zudem wird der Anspruch an das neue Vorstandsmitglied formuliert, selbst Investoren zu gewinnen. In vielen anderen Klubs wird dieses Modell bereits praktiziert - so hat der FC Bayern München etwa Anteile an die Allianz-Versicherung, Audi und Adidas millionenschwer verkauft.

Jedoch müssten laut SportBild 75 Prozent der Mitglieder, von denen viele einer solchen Ausgliederung mutmaßlich kritisch gegenüber stehen, der Umwandlung zustimmen. Außerdem, so heißt es, wolle S04 eine Abstimmung darüber in einer Präsenzveranstaltung durchführen. Ob und wann das in absehbarer Zeit möglich ist, ist wegen der Corona-Lage völlig offen. Gleichwohl sollen Sportvorstand Jochen Schneider und Marketingvorstand Alexander Jobst damit beauftragt worden sein, ein erstes Konzept für eine mögliche Ausgliederung zu erarbeiten. Ein Angebot des früheren Aufsichtsratsvorsitzenden Clemens Tönnies für finanzielle Hilfe soll Schalke abgelehnt haben.