23. Januar 2021 / 10:24 Uhr

Statistik belegt: Schalke 04 und Mainz 05 kann nur noch ein Wunder vor dem Abstieg retten

Statistik belegt: Schalke 04 und Mainz 05 kann nur noch ein Wunder vor dem Abstieg retten

Eric Zimmer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Der FC Schalke und der FSV Mainz kämpfen in der Bundesliga ums Überleben. 
Der FC Schalke und der FSV Mainz kämpfen in der Bundesliga ums Überleben.  © Getty Images/Montage
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Mit jeweils sieben Punkten haben der FC Schalke 04 und Mainz 05 die Bundesliga-Hinrunde beendet – die Zahlen zeigen: Jetzt kann nur noch ein Wunder helfen. Der SPORTBUZZER gibt einen Überblick.

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Sieben magere Punkte haben der FC Schalke 04 und der FSV Mainz 05 bisher in der Bundesliga eingeheimst. Die Gelsenkirchener sind Letzter, die Rheinland-Pfälzer Vorletzter. Nach der am Mittwoch abgeschlossenen Hinrunde sieht es für die beiden Teams düster aus, der Abstieg naht. Was gegen die Klubs spricht: Seit der Einführung der Drei-Punkte-Regel hat von den neun weiteren Mannschaften (Frankfurts Punktabzug 1999/2000 ausgeklammert), die es ab der Spielzeit 1995/1996 fertiggebracht haben, nach 17 Spieltagen mit zehn oder weniger Punkten dazustehen, nur eine noch den direkten Klassenerhalt geschafft.

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Mit ähnlichen Horrorbilanzen wie Schalke und Mainz sind einst abgestiegen: Mönchengladbach (1998/1999, zehn Punkte nach 17 Spielen), FC St. Pauli (2001/2002, acht), Energie Cottbus (2002/2003, zehn), Hertha BSC (2009/2010, sechs), Greuther Fürth (2012/2013, neun), SV Darmstadt 98 (2016/2017, neun) und der 1. FC Köln (2017/2018, sechs). Mit zehn Zählern in die Rückrunde gestartet, konnte sich Gladbach über die 2008/2009 wieder eingeführte Relegation in der Saison 2010/2011 zum Klassenerhalt retten, direkt geschafft von den Hinrundenstolperern hat das nur Augsburg in der Spielzeit 2012/2013. Neun Punkte in der Hinrunde und 24 in der Rückrunde brachten tatsächlich Rang 15. Der damalige FCA-Trainer Markus Weinzierl sagte: "Wir waren an Weihnachten totgesagt, in einer Scheißsituation – wir haben ein kleines Wunder vollbracht."

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Klassenerhalt mit wenigen Punkten: Extrembeispiel ist Mönchengladbach

Totgesagt – das sind auch Schalke und Mainz. "Es wäre komisch, wenn wir uns nicht alle Sorgen machen würden", so Mainz-Trainer Bo Svensson, der mit seinem Team am Samstag (15.30 Uhr, Sky) gegen Leipzig spielt. Schalke trifft am Sonntag (15.30 Uhr, Sky) auf die Bayern. Immerhin: An den magischen und weit weg liegenden 40 Punkten, die in der Bundesliga als Marke zum Erreichen des Klassenerhalts gehandelt werden, müssen sich die Klubs erst mal nicht orientieren – es kann auch mit weniger klappen.

Das Extrembeispiel ist Mönchengladbach, das 2008/2009 das Kunststück geschafft hat, mit 31 Punkten auf Platz 15 einzulaufen. Am "besten" seit der neuen Punkterechnung waren auf Rang 15 Rostock (1996/1997) und Leverkusen (2002/2003) – mit den besagten 40 Punkten. Haben Mainz und Schalke Glück, sprich die anderen Kellerkonkurrenten spielen eine miese Rückrunde, reichen fortan pro Spiel im Schnitt gerundete 1,41 Punkte, um zumindest die historisch schlechte Rettungsmarke der Gladbacher zu erreichen. Schwer vorstellbar bei einem Schnitt von jeweils rund 0,42 Punkten in der Hinrunde. Aber nicht unmöglich, weil der Tabellenkeller immer schlechter wird.


Der Tabellenkeller hat abgebaut

So war Christian Mathenia, Torwart vom 1. FC Nürnberg, in der Spielzeit 2018/2019 nach dem 23. Spieltag ganz verwundert darüber, "dass man mit so wenig Punkten noch drinbleiben kann". Damals war Nürnberg Letzter, hatte nur 13 Punkte, war aber noch nicht weg vom Fenster, weil Augsburg auf Rang 15 (18 Zähler) in Reichweite lag. Nürnberg hatte also noch immer Chancen. Half nichts. Am Ende ging der FCN in Liga zwei. Nichtsdestotrotz lässt sich nach 25 abgeschlossenen Spielzeiten mit der Drei-Punkte-Regel erkennen, dass der Tabellenkeller abgebaut hat. Im Schnitt erreichten die Teams, die in all den Jahren am Ende einer Spielzeit Fünfzehnter waren, 35,84 Punkte. Aufgeteilt zeigt sich ein Abwärtstrend: In den vergangenen zwölf Spielzeiten holten die Tabellenfünfzehnten im Schnitt gerundete 34,66 Punkte, in den zwölf Jahren davor waren es gerundete 36,83 Punkte – über zwei Zähler mehr.

Hoffen, bangen, rechnen: Ein echter Experte in Sachen Abstiegskampf weiß, wie Teams das durchstehen können: Klaus Augenthaler, dem als Coach die Rettung von Nürnberg, Leverkusen und gleich zweimal Wolfsburg gelang. Er hielt sich ans Leitbild einer Trainerlegende: "Wie Otto Rehhagel immer so schön gesagt hat: 'Helm auf und durch!' Mit einer klaren Linie." Schalke-Trainer Christian Gross sagte am Freitag, die Mannschaft glaube an die Rettung. Und weiter: "Wir wissen alle, wie schwierig das ist." Am Ende müssen die Zahlen stimmen – und die sprechen aktuell weder für Schalke noch für Mainz.

Letztere versuchen es nun sogar mit doppelter Unterstützung des Nachbarn: Nach Dominik Kohr leihen die 05er auch Danny Da Costa von Eintracht Frankfurt aus.