22. September 2020 / 20:52 Uhr

"Fährmann, Uth, Rudy oder Bentaleb" - Matthäus beleuchtet die Probleme von Schalke-Trainer Wagner

"Fährmann, Uth, Rudy oder Bentaleb" - Matthäus beleuchtet die Probleme von Schalke-Trainer Wagner

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Schalke-Trainer David Wagner hat aus Sicht von Rekordnationalspieler Lothar Matthäus etliche Probleme.
Schalke-Trainer David Wagner hat aus Sicht von Rekordnationalspieler Lothar Matthäus etliche Probleme. © imago images/Sven Simon
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Rekord-Nationalspieler Lothar Matthäus sieht den unter Druck geratenen Schalke-Trainer David Wagner als Psychologen gefordert - nicht nur, um die Negativserie der vergangenen Monate aus den Köpfen der Spieler zu bekommen. Sondern auch, weil es Altlasten aufzuarbeiten gilt.

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Lothar Matthäus hat die Kader-Struktur als eines der Haupt-Probleme bei Schalke 04 und für Trainer David Wagner ausgemacht. "Es gibt einige Leistungsträger wie Fährmann, Uth, Rudy oder Bentaleb, die bereits aussortiert waren und jetzt für Wagner und den Klub die Kohlen aus dem Feuer holen sollen. Keiner spielt mit Absicht schlecht. Aber das sind Dinge, die sich im Unterbewusstsein abspielen", schreibt der Rekord-Nationalspieler in seiner Sky-Kolumne.

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Matthäus weiter: "Vor ein paar Monaten wird man weggeschickt, weil man diesem Trainer offensichtlich nicht gut genug war und jetzt muss man zu diesem Team zurück, weil die Planungen vielleicht doch anders verlaufen sind als gedacht und soll sein letztes Hemd für Coach und Klub geben." Die von dem einstigen Weltfußballer aufgezählten Profis spielten in der vergangenen Saison allesamt auf Leihbasis bei anderen Vereinen und schienen phasenweise keine Zukunft mehr in Gelsenkirchen zu haben. Beim desaströsen 0:8 gegen den FC Bayern zum Bundesliga-Auftakt stand das Quartett dann in der Schalker Startelf.

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In der letzten Spielzeit versuchte sich Fährmann zunächst bei Norwich City, dann bei Brann Bergen. Bentaleb war an Newcastle United, Uth an den 1. FC Köln und Rudy an die TSG Hoffenheim ausgeliehen. "Es gibt Spieler, die nach solchen Vorkommnissen ein wenig aufgebaut werden müssen. Man braucht dann als Trainer einen besonderen Zugang zum einen oder anderen", meint Matthäus: "So wie beispielsweise Flick ihn mit Thomas Müller bewiesen hat. Es wird natürlich ungleich schwieriger, wenn das derselbe Trainer machen muss, der einen noch vor ein paar Monaten vom Hof gejagt hat."

Der 59-Jährige rät Wagner: "Die Negativ-Serie von 17 Spielen ohne Sieg nagt an jedem Beteiligten und er muss jetzt dafür sorgen, dass seine Spieler wieder zu Selbstvertrauen kommen. Dass sie eine gewisse Lockerheit wieder erlangen, aber gleichzeitig fokussiert sind und gute Leistungen bringen." Spekulationen zufolge könnte Schalkes Trainer bei einer weiteren Enttäuschung im Krisen-Duell am kommenden Samstag gegen Werder Bremen das Aus drohen. Als potenzielle Nachfolger werden bereits Sandro Schwarz, Ralf Rangnick und Marc Wilmots gehandelt.