09. November 2020 / 09:11 Uhr

Schalke-Boss Schneider legt mit Videobeweis-Kritik nach und fordert Umdenken: "Dringend verbessern"

Schalke-Boss Schneider legt mit Videobeweis-Kritik nach und fordert Umdenken: "Dringend verbessern"

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Schalke-Boss Jochen Schneider fordert ein Umdenken beim VAR.
Schalke-Boss Jochen Schneider fordert ein Umdenken beim VAR. © imago images/RHR-Foto
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Sportvorstand Jochen Schneider von Schalke 04 hat seine deutliche Kritik am Videobeweis nach dem Kellerduell in Mainz erneuert und ein grundsätzliches Umdenken beim VAR gefordert. Zuspruch bekam er von seinem Kölner Kollegen Horst Heldt.

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"Es reicht langsam", sagte Jochen Schneider und: "Wir fühlen uns schlecht behandelt und benachteiligt." Der Sportvorstand des FC Schalke 04 war mächtig aufgebracht, nachdem seine Mannschaft im Kellerduell beim FSV Mainz 05 auch im 23. Bundesliga-Spiel in Folge nicht gewonnen hatte. Doch nach dem 2:2 regte sich Schneider vor allem über die Leistung des Videoschiedsrichters auf. Die beiden Mainzer Tore hatten aus zumindest strittigen Elfmetern resultiert, zudem wurde ein Tor von Ozan Kabak wegen einer Abseitsstellung zurückgepfiffen. Nun hat Schneider seine Kritik noch einmal bekräftigt: "Wie hier mit Schalke umgegangen wurde, ist nicht in Ordnung", sagte er im Kicker.

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Konkret bezog sich Schneider auf den zweiten Elfmeter für Mainz, den die Gastgeber in der Nachspielzeit der ersten Hälfte zugesprochen bekamen, ohne dass sich der Videoschiedsrichter einschaltete. Schalke-Verteidiger Ozan Kabak und Mainz-Angreifer Jean-Phillipe Mateta hatten sich im Strafraum der Königsblauen einen Zweikampf geliefert, bei dem beide Spieler am Rande der Legalität agierten. Dass Schiedsrichter Patrick Ittrich auf Elfmeter für Mainz entschied und dafür vom Videokeller in Köln nicht korrigiert wurde, war aus Schalker Sicht zumindest hart. Der VAR hätte eingreifen müssen, "weil das eindeutig kein elfmeterwürdiges Foul ist - macht er aber nicht", erklärte Schneider nun erneut.

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Schneider fordert Umdenken beim Videobeweis – Zuspruch von Heldt

Schneider fordert nun ein grundsätzliches Umdenken, wenn es um das Eingreifen der Videoschiedsrichter geht: "Deutsche Schiedsrichter gehören zu den besten der Welt, ohne Wenn und Aber. Was mir jedoch häufig fehlt, ist mehr Aufmerksamkeit des Videoschiedsrichters und vor allem eine konsequente Umsetzung der Regeln", sagte er und erklärte: "Wir brauchen zwingend eine einheitliche Linie in der Entscheidungsfindung. Der Videoschiedsrichter kann und darf nur bei einer krassen Fehlentscheidung einschreiten." Eine solche Situation liege nur vor, "wenn 99 von 100 Menschen aus den Wolken fallen", so der Schalke-Boss. "Das muss sich dringend verbessern. Ansonsten wird der VAR, den ich ausdrücklich begrüße, ad absurdum geführt."

Zuspruch für diese Einschätzung bekam Schneider am Sonntag schon von seinem Kölner Kollegen Horst Heldt. Der Geschäftsführer Sport beklagte im Sport1-"Doppelpass" ebenfalls, dass der FC bei vier von fünf Elfmeterentscheidungen in dieser Saison benachteiligt wurde. "Jedes Mal wurde er nicht gegeben von dem, der auf dem Feld steht und die Entscheidung trifft und das wurde dann korrigiert", sagte Heldt. "Wenn ich die Hoheit auf dem Platz habe und entscheide, dass kein Elfmeter gegeben wird, warum wird das dann korrigiert?", klagte er. Man müsse dahin zurück kommen, dass man nur noch "glasklare Fehlentscheidungen" korrigiere.