19. Dezember 2018 / 19:00 Uhr

Emotionale Show: Schalke verabschiedet sich mit „Steigerlied“ und Feuerwerk vom Bergbau

Emotionale Show: Schalke verabschiedet sich mit „Steigerlied“ und Feuerwerk vom Bergbau

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Auf Schalke gab es vor dem Spiel gegen Bayer 04 Leverkusen eine emotionale Show zum Abschied vom Steinkohlebergbau.
Auf Schalke gab es vor dem Spiel gegen Bayer 04 Leverkusen eine emotionale Show zum Abschied vom Steinkohlebergbau. © Getty/dpa
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Was für eine Show: Der FC Schalke 04 zelebriert vor dem Spiel gegen Bayer 04 Leverkusen den Abschied vom Steinkohlebergbau. Der Höhepunkt: Der Knappenchor der Zeche Consolidation stimmt mit Clemens Tönnies und Peter Peters das berühmte „Steigerlied“ an.

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Gänsehaut garantiert! Der FC Schalke 04 hat vor dem Bundesliga-Spiel gegen Bayer 04 Leverkusen (1:2) in der Veltins-Arena der Steinkohletradition und den Bergmännern des Ruhrgebiets gedacht – weil in dieser Woche die letzte Zeche Deutschlands in Bottrop schließt. Der Höhepunkt der Show: Vereinsboss Clemens Tönnies stimmte mit dem Knappenchor der Zeche Consolidation das berühmte „Steigerlied“ an, das Stadion war komplett verdunkelt, es gab ein Feuerwerk über den Kumpeln.

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Hier die Bilder der eindrucksvollen Bergbaushow auf Schalke sehen:

Schalke verabschiedet sich vom Bergbau: Emotionale Szenen vor S04-Spiel

Clemens Tönnies, Schalkes Aufsichtsratsvorsitzender, steht vor dem Spiel hinter einer mit Kohle gefüllten Bergwerkslore. Am 21. Dezember wird im Ruhrgebiet die letzte Steinkohlezeche geschlossen. Zur Galerie
Clemens Tönnies, Schalkes Aufsichtsratsvorsitzender, steht vor dem Spiel hinter einer mit Kohle gefüllten Bergwerkslore. Am 21. Dezember wird im Ruhrgebiet die letzte Steinkohlezeche geschlossen. ©

Am 21. Dezember wird in Bottrop mit Prosper-Haniel die letzte Steinkohlezeche im Ruhrgebiet geschlossen. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier soll dabei sein, wenn Bergleute den symbolisch letzten Förderwagen mit Kohle ans Tageslicht holen. Mehr als 150 Jahre industrieller Steinkohlebergbau in Deutschland sind dann zu Ende.

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„Ich denke, dass wir die Mentalität behalten, auch wenn das Kapitel des Steinkohlebergbaus geschlossen wird“, sagte Tönnies in einem Interview mit der Bild. „Dafür braucht man jetzt nicht jeden Tag hier runter. Das haben wir Schalker im Blut!“ Die Spieler liefen mit personalisierten Trikots auf, die an die Kohlebergbautradition erinnern sollen. Die „Knappen“, enger als jeder andere Revierklub mit dem Bergbau verbunden, tragen die Namen von 26 Zechen auf der Brust. „Wir fühlen uns als Verein mit dem Steinkohleabbau eng verbunden. Die Gründungsväter dieses Klubs waren ja schließlich auch Bergleute“, sagt Schalkes Marketingvorstand Alexander Jobst dazu am Dienstag dem WDR.

Ruhrgebiet erinnert seit Tagen an die goldene Kohlezeit

Erinnert wird im Ruhrgebiet in diesen Tagen immer wieder an die goldene Zeit der Kohle in den 1950er-Jahren, als das Revier die Energie und den Stahl für das deutsche Wirtschaftswunder lieferte. „Fast eine halbe Million Menschen arbeiteten damals im Ruhrbergbau. Man kann sagen, dass unser Bild vom Bergbau vor allem durch die erfolgreiche Zeit der 1950er-Jahre bestimmt ist. Damals erhielt er das positive, teilweise heroische Image, das ihm bis heute zu eigen ist“, sagt Heinrich Theodor Grütter. Er leitet das Ruhrmuseum auf der zum Weltkulturerbe aufgestiegenen Zeche Zollverein in Essen. „Der Kohlehunger war immens, Arbeitskräfte wurden gesucht, Bergleute verdienten Spitzenlöhne wie heute bei VW oder Daimler“, beschreibt Grütter die Zeit, als Kohle noch schwarzes Gold war.