25. September 2021 / 10:00 Uhr

Trainer Dimitrios Grammozis über die Herausforderung Schalke 04: "Einfach kann schließlich jeder"

Trainer Dimitrios Grammozis über die Herausforderung Schalke 04: "Einfach kann schließlich jeder"

Andreas Kötter
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Schalke-Trainer Dimitrios Grammozis ist mit dem Klub nicht gut in die neue Saison gestartet.
Schalke-Trainer Dimitrios Grammozis ist mit dem Klub nicht gut in die neue Saison gestartet. © Getty Images (Montage)
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Sieben Spiele, zehn Punkte: Nach dem Abstieg fiel der Zweitliga-Start für Schalke 04 eher durchwachsen aus. Trainer Dimitrios Grammozis spricht vor der Partie bei Hansa Rostock im SPORTBUZZER-Interview über besonderen Druck bei S04, den Aufstieg und die Abhängigkeit von Simon Terodde.

SPORTBUZZER: Haben Sie das Gefühl, dass sich der eine oder andere Spieler schwer tut, die 2. Liga anzunehmen?

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Dimitrios Grammozis (43): Ich glaube, dass es weniger die 2. Liga per se ist, die dem einen oder anderen Schwierigkeiten macht. Vielmehr müssen die Jungs begreifen, was es heißt, für Schalke 04 aufzulaufen. Für viele Gegner ist das Spiel gegen uns das Highlight der Saison, und dementsprechend motiviert treten sie auf. Der Druck auf Schalke ist deutlich höher als in den meisten Klubs, in denen unsere Jungs vorher gespielt haben. Und daran muss man sich erst einmal gewöhnen.

Im Netz wird unter dem Hashtag "Grammozis raus" Ihre Ablösung gefordert, obwohl Sie am wenigsten Schuld tragen an der Schalker Misere.

Natürlich nehme auch ich das wahr. Ich bin aber niemand, der jeden Tag auf irgendwelchen Plattformen verfolgt, was die Leute über mich schreiben. Aber ich weiß, wie sehr die Fans Schalke lieben und leben. Und ich hoffe, dass wir sie in den nächsten Spielen glücklich machen können.

Aber warum tun Sie sich das an?

Ganz einfach: Weil mir die Arbeit auf Schalke unheimlich Spaß macht. Einfach kann schließlich jeder. Als ich Schalke im März übernommen habe, wäre es die Alternative gewesen, bis zum Sommer auf andere Angebote zu warten. Aber Schalke hat nun mal einen ganz besonderen Reiz. Schon als kleiner Junge war ich oft im Parkstadion und war jedes Mal hin und weg von der Atmosphäre. Und ich bin davon überzeugt, dass es richtig war, schon im März angefangen zu haben. So konnte ich hier alles kennenlernen und mir Gedanken darüber machen, welche Spieler, die in unseren finanziellen Rahmen passen, in der neuen Saison für uns infrage kommen würden. Und wir konnten uns auch ein Bild über die Abläufe rund ums Team machen und entsprechende Änderungen anpacken. Da ist sehr viel passiert. All das wäre während der Saisonvorbereitung gar nicht zu schaffen gewesen. So aber haben wir einen ganz klaren Plan, den wir verfolgen.


Der direkte Wiederaufstieg ist offiziell kein Ziel. Wie nehmen die Fans das auf?

Ich finde, dass unsere Fans ein sehr gutes Gespür haben. Natürlich gehört Schalke in die Bundesliga. Angesichts der Tatsache, dass wir sportlich einen Komplettumbau vollziehen mussten, bringt es aber nichts, lautstark irgendwelche Ziele zu postulieren. Dass wir sehr ambitioniert sind, steht dennoch außer Frage. Wir wollen so viele Siege wie möglich holen und hoffentlich eine gute Rolle spielen.

Dabei soll Simon Terodde helfen. Was, wenn er ausfällt?

Was passiert, wenn bei Bayern München Robert Lewandowski ausfällt?

Beim FC Bayern haben sieben Spieler getroffen, bei Schalke drei. Und von den elf Toren hat Terodde acht erzielt.

Erst einmal möchte ich der Mannschaft ein Kompliment dafür aussprechen, dass sie es schafft, Simon in die Situationen zu bringen, die er braucht, um Tore zu erzielen. Andererseits wünsche ich mir natürlich, dass sich andere Spieler in die Torschützenliste eintragen. Wir können nicht darauf bauen, dass Simon in jedem Spiel trifft. Deshalb müssen wir auch die anderen in die Pflicht nehmen. Diese Flexibilität brauchen wir zweifelsohne.