04. Januar 2021 / 17:30 Uhr

Stars, Leihspieler, Vertragslose: Das sind die (mageren) Optionen von Schalke 04 auf dem Transfermarkt

Stars, Leihspieler, Vertragslose: Das sind die (mageren) Optionen von Schalke 04 auf dem Transfermarkt

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Transfer-Optionen für Schalke 04? Shinji Kagawa, Jonjoe Kenny und Max Meyer
Transfer-Optionen für Schalke 04? Shinji Kagawa, Jonjoe Kenny und Max Meyer © Karsten Rabas/Rabas/ Pool/Montage
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Schalke 04 befindet sich händeringend auf der Suche nach Verstärkungen. Doch welche Optionen bieten sich dem finanziell arg gebeuteltem Tabellenletzten überhaupt? Der SPORTBUZZER gibt einen Überblick.

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Mark Uth war sich der Tragweite seiner Äußerungen wahrscheinlich gar nicht vollends bewusst. "Die Verantwortlichen müssen auf dem Transfermarkt tätig werden. Wir brauchen sofort Spieler, die uns sofort weiterhelfen", hatte der Stürmer von Schalke 04 nach der 0:3-Pleite bei Hertha BSC am vergangenen Wochenende bei Sky gesagt. Es klang angesichts der nun 30 Bundesliga-Spiele ohne Sieg in Folge wie ein Hilferuf in Richtung der Klubbosse um Sportvorstand Jochen Schneider. Doch stehen einem Spieler derart unverhohlene Forderungen zu? Das Echo war geteilt. Schneiders Kollege Rudi Völler von Bayer Leverkusen zeigte zwar Verständnis für Uths emotionale Aussagen, meinte bei Sport1 aber auch: "Nicht fordern, abliefern. Das macht mehr Sinn."

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Dennoch scheint unbestritten: Schalke braucht dringend neues Personal. Sonst wird es auch unter Christian Gross - dem bereits vierten Trainer der laufenden Saison - nichts mit dem Klassenerhalt. Doch beim Poker auf dem Transfermarkt haben die Gelsenkirchener ein mehr als schlechtes Blatt. Die Kassen sind leerer als leer. Und die sportliche Aufgabe für potenzielle Zugänge insgesamt alles andere als reizvoll. S04 ist Tabellenletzter. Mit sechs Punkten Rückstand auf den Relegationsrang. Die Mannschaft ist zutiefst verunsichert. Die Wende scheint nahezu unmöglich. Was also tun? Der SPORTBUZZER gibt einen Überblick über derzeit verfügbare Spieler und schätzt ein, was für den Krisenklub realistisch erscheint - und was eher nicht.

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Die Stars

Mit Blick auf diese Kategorie könnte man die Analyse eigentlich schon beenden - und zwar jetzt. Kein Spieler gehobener Klasse, der bei seinem derzeitigen Klub eine Rolle spielt, dürfte für S04 finanzierbar sein. Und zwar auch nicht dann, wenn der ehemalige Aufsichtsratsboss und im Umfeld mehr als umstrittene Clemens Tönnies doch noch mal ein paar Millionen locker machen und sich der Klub auf einen derartigen Deal einlassen sollte. Damit ist alles gesagt. Andere Lösungen müssen her.



Die Vertragslosen

Eine Kategorie, die Schneider & Co. dieser Tage wohl am intensivsten auf Herz und Nieren prüfen. Aber auch Spieler, die keine Ablöse kosten und dennoch gewisse Qualitäten mitbringen, wollen ihrem Marktwert und ihren Meriten entsprechend entlohnt werden. Träume von Diego Costa, der kürzlich seinen Kontrakt bei Atlético Madrid auflöste, dem ehemaligen englischen Nationalspieler Jack Wilshere oder dem bei Paris St. Germain aussortierten Jesé verbieten sich folglich. Völlig losgelöst davon, ob derartige Spieler dem Klub momentan überhaupt helfen würden.

Es muss also ins tiefere Regal geschaut werden. Die Bild brachte unlängst Julian Korb ins Spiel. Der Rechtsverteidiger würde zumindest von der Position her zu dem passen, was sich Gross vorstellt. Aber kann das genügen? Bis zum Sommer mühte sich der 28-Jährige beim Zweitligisten Hannover 96 um Einsatzzeiten. Weitere vertragslose Profis, die aufgrund ihrer Bundesliga-Vergangenheit zumindest keine große Eingewöhnungszeit bräuchten: Shinji Kagawa (31), Mario Mandzukic (34), Konstantin Rausch (30), Raffael (35). Jeder dieser Spieler hatte seine guten Zeiten. Ob diese in zum Teil äußerst fortgeschrittenem Alter wiederbelebt werden können? Zweifelhaft.

Die Leih-Kandidaten

Auch hier dürfte man bei Schalke dieser Tage umtriebig sein. Mit Rückkehrer Sead Kolasinac (FC Arsenal) lotste man bereits einen Spieler mit diesem Transfermodell nach Gelsenkirchen. Weitere Profis könnten folgen. Doch auch hier gilt wie überall: Die Leidensfähigkeit der Kandidaten bei ihrem aktuellen Klub muss wohl vollständig ausgereizt sein, um sich auf die Herausforderung S04 einzulassen. Wer käme in Frage und könnte sofort helfen? Man könnte auf Sami Khedira kommen. Doch der 33-Jährigem, der bei Juventus Turin keine Rolle mehr spielt, dürfte auf der Zielgeraden seiner Karriere kaum große Lust auf kräftezehrenden Abstiegskampf haben. Und: Die Italiener müssten bereit sein, einen großen Teil von Khediras üppigem Gehalt weiter zu bezahlen.

Mit Blick auf die Finanzen gilt dies wohl auch für einen alten Bekannten: Jonjoe Kenny, der in der vergangenen Saison die rechte Defensivseite bei Schalke auf Leihbasis beackerte, kommt bei seinem Stammverein FC Everton nicht wie erhofft zum Zuge. Ob sich alle Parteien unabhängig von Gehaltsfragen auf eine S04-Rückkehr einigen könnten, ist aber ebenfalls fraglich. Schneider muss folglich die Ersatzbänke und zweiten Mannschaften der Bundesliga-Konkurrenz abklappern. Da können Volltreffer dabei sein. Neben einem guten Auge ist aber vor allem eines nötig: Glück bei der Auswahl des Personals.

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Die Ehemaligen

Würde es Schalke finanziell blendend gehen, könnte man die Fans dieser Tage mit auf einen Nostalgietrip nehmen. Mit Mesut Özil, Julian Draxler und dem eher im Unfrieden abgewanderten Mex Meyer sind drei Spieler auf dem Markt und im Sommer ablösefrei, die an bessere S04-Zeiten erinnern. Bezahlbar ist für den Bundesliga-Letzten aber keiner dieser Spieler.

Fazit

Schneider und seine Kollegen stehen - wenig überraschend - vor einer Herkulesaufgabe. Oder wie es Gross ausdrückte, sei der Manager in der Situation "das Unmögliche möglich" machen zu müssen, "weil finanziell einfach gewisse Engpässe da sind." Schneider selbst sagte am Sonntag bei Sky90: "Wir versuchen, die Mannschaft zu verstärken. Es ist aber nicht einfach bei den wirtschaftlichen Verhältnissen, die hier leider herrschen." Mit Blick auf Sportliche meinte Gross noch: "Die Hoffnung stirbt zuletzt:" Eine Aussage, die auch auf Schalkes Transferbemühungen zutreffen dürfte.