07. August 2022 / 20:51 Uhr

"Wir sind benachteiligt worden": Schalke-Boss Schröder wütet gegen Videobeweis und stellt VAR infrage

"Wir sind benachteiligt worden": Schalke-Boss Schröder wütet gegen Videobeweis und stellt VAR infrage

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Schalke-Sportdirektor Rouven Schröder versteht nach den VAR-Eingriffen gegen sein Team die Welt nicht mehr.
Schalke-Sportdirektor Rouven Schröder versteht nach den VAR-Eingriffen gegen sein Team die Welt nicht mehr. © IMAGO/Team 2
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Im Sonntagabendspiel der Bundesliga beim 1. FC Köln griff der VAR gleich dreimal zu Ungunsten des Bundesliga-Aufsteigers FC Schalke 04 ein. Sportdirektor Rouven Schröder gelang es nach der Niederlage nicht seinen Frust zu verstecken. In einem Punkt erhielt der S04-Boss sogar Rückendeckung von Köln-Trainer Steffen Baumgart.

Mit großer Euphorie nach dem direkten Wiederaufstieg ging der FC Schalke in die Partie beim 1. FC Köln am Sonntagabend – doch nach Abpfiff des letzten Duells des ersten Bundesliga-Spieltags (1:3) dominierte bei den Königsblauen der Frust. Gleich drei Eingriffe des Videoschiedsrichters sorgten bei Sportdirektor Rouven Schröder für besonders schlechte Laune am DAZN-Mikrofon. "Wir sind benachteiligt worden", klagte der Schalke-Boss an.

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Schröder wütete gegen den VAR, der zur Aberkennung des Treffers von Rodrigo Zalazar (10. Minute), der Roten Karte für den Ex-Kölner Dominick Drexler (35.) und dem 2:0 der Gastgeber durch Florian Kainz (62.) führte. Es seien enge Entscheidungen gewesen, die aber keine Fehlentscheidungen waren, motzte der Sportdirektor. "Das wühlt mich auf. Ich finde, das fängt an beim (vermeintlichen; Anm. d. Red.) 1:0. Das ist keine klare Fehlentscheidung." Beim Zalazar-Schuss soll Maya Yoshida in Abseitsstellung Torhüter Marvin Schwäbe die Sicht verdeckt haben. Schröder legte nach: "Wir brauchen einen Video-Assistant, einen Assistant – und keinen Oberschiedsrichter. Keinen, der bei einer nicht klaren Fehlentscheidung eingreift."

Besonders regte sich der Schalke-Boss über die Rote Karte gegen Drexler auf. In einem Zweikampf um den Ball traf der Mittelfeldspieler den Kölner Kapitän Jonas Hector an der Wade. Erst nach Eingriff des VAR stellte Hauptschiedsrichter Robert Schröder den S04-Profi wegen groben Foulspiels vom Platz. "Aus dem Spiel heraus wurde nicht gepfiffen. Wenn ich in der 35. Minute die Rote Karte gebe, ist das Spiel komplett verändert", kritisierte der Schalker Sportchef, der von seinem Namensvetter während des Spiels wegen Meckerns zudem die Gelbe Karte gezeigt bekam. Erst in der Verlangsamung der Szene auf dem Videomonitor sehe der Drexler-Tritt "dramatisch" aus, monierte Schalkes Schröder. "Wenn man die gesamte Szene sieht, ist es für mich keine klare Fehlentscheidung."

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Auch Köln-Trainer Baumgart kritisiert Rote Karte gegen Drexler

In der Bewertung dieser Szene erhielt der S04-Boss überraschende Unterstützung aus dem Kölner Lager. Trainer Steffen Baumgart stimmte Schröder zu. "Aus meiner Sicht erkennen die Fußballer schon selbst, ob es Absicht war oder nicht. Und ich finde es dann immer schwierig, wenn fünf Minuten später eingegriffen wird", sagte der Coach. "Die kann man weglassen, weil sich keiner beschwert hat. Und Drax ist alles andere als ein unfairer Spieler." Für die Zukunft sieht Baumgart bei solchen VAR-Entscheidungen schwarz: "Meine Schwierigkeit ist, wenn wir das jetzt alles aufrollen, werden wir ganz ganz viele Rote Karten haben. Achtet auf die Jungs, die wissen schon was absichtlich ist und was nicht", so Baumgarts Rat.