09. Januar 2021 / 09:00 Uhr

Ex-Schalke-Profi Youri Mulder: S04 braucht "glücklichen Moment" – Kolasinac "echter Hoffnungsträger"

Ex-Schalke-Profi Youri Mulder: S04 braucht "glücklichen Moment" – Kolasinac "echter Hoffnungsträger"

Roman Gerth
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Gewann mit Schalke den UEFA-Cup: Youri Mulder.
Gewann mit Schalke den UEFA-Cup: Youri Mulder. © imago images
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Geht Schalke 04 wirklich mit dem 31. sieglosen Spiel in Folge in die Bundesliga-Geschichte ein? Aus Sicht von Ex-S04-Profi Youri Mulder sollte dieser Negativrekord nicht über allem stehen. Wichtiger sei der Klassenverbleib und die Hoffnung auf besseren Fußball, verrät der Niederländer dem SPORTBUZZER. 

Über dem Spiel des FC Schalke 04 gegen die TSG Hoffenheim an diesem Samstag (15.30 Uhr, Sky) schwebt der Negativrekord von Tasmania Berlin. Sollte kein Dreier gelingen, wäre es die 31. sieglose Liga-Partie in Folge - und man würde in die Geschichtsbücher eingehen. Doch die Krise des Revierklubs sollte aus Sicht von Ex-S04-Profi Youri Mulder nicht zu sehr mit diesem Wert gemessen werden. "Dieser Rekord ist in der aktuellen Situation nicht ausschlaggebend. Es geht einfach darum, endlich wieder ein Spiel zu gewinnen", sagt der ehemalige Angreifer, der als Teil der Schalker "Eurofighter" 1997 den UEFA-Cup gewann, dem SPORTBUZZER.

Der heute 51 Jahre alte Niederländer blickt dabei auf seine erste Bundesliga-Spielzeit mit den "Königsblauen" in der Saison 1993/94 zurück. "Da haben wir relativ am Anfang zehn Spiele in Folge keinen Sieg geholt", merkt er an. Die Misere hielt seinerzeit bis zum 14. Spieltag an. "Dann kam ein 3:1 gegen den VfB Leipzig - wir spielten schlecht und gewannen trotzdem. Danach haben wir eine richtige Serie hingelegt", erinnert sich Mulder. Sein Appell: "Fernab aller Negativrekorde: Die Mannschaft braucht nur einen glücklichen Moment, einen abgefälschten Fernschuss, der das Blatt wenden kann."

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Unter dem neuen Trainer Christian Gross gelang dies in der ersten Partie des Jahres noch nicht - es setzte ein 0:3 bei Hertha BSC. Der 66 Jahre alte Schweizer hat eine extrem schwierige Aufgabe von seinem Vorgänger Manuel Baum geerbt. Mulder hatte Gross auch nicht als neuen Mann auf der Schalker Trainerbank erwartet. "Ich kenne Christian Gross nicht persönlich. Ich wusste nicht, dass er noch aktiv ist und es war schon eine Überraschung, dass er als neuer Trainer vorgestellt wurde", erklärt der Ex-Profi.

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Mulder weiß, worauf es für Gross in den kommenden Wochen und auch schon im Spiel gegen Hoffenheim, in dem der Anti-Rekord verhindert werden soll, ankommen wird. "Ihm muss es nun gelingen, dass die Mannschaft mutiger spielt. In jüngster Vergangenheit ging es bei Schalke immer um Gegenpressing und das Spiel gegen den Ball, alles nur defensiv. Das Wort Gegenpressing kann ich nicht mehr hören. Nur wenn man in den Sechszehner des Gegners kommt, kann man Tore schießen", befindet Mulder.

Kolasinac "strahlt etwas Positives aus"

Dass Schalke wirklich absteigt, denkt er allerdings nicht. "Es sind noch genügend Spiele, um das Ruder herumzureißen. Auf die Gegner kommt es jetzt nicht mehr an – das Team muss an sich arbeiten und besser Fußball spielen. Das ist die Aufgabe von Gross", sagt Mulder. Als zentralen Akteur nennt der ehemalige niederländische Nationalspieler dabei den vom FC Arsenal nach Gelsenkirchen zurückgekehrten Sead Kolasinac - für Mulder "ein echter Hoffnungsträger. Er strahlt etwas Positives aus, hat Vertrauen und eine breite Brust. Mit ihm könntest du durch die Straßen von Gelsenkirchen laufen, was wohl kein Schalker Spieler gerade gerne will, um Hoffnung zu verbreiten. Diesen Mut, diese Mentalität bringt er mit.“ Ob das schon reicht, um den Tasmania-Negativwert von 31 Spielen in Folge ohne Sieg zu verhindern, wird sich gegen Hoffenheim zeigen.