27. Oktober 2022 / 11:26 Uhr

Knäbel richtet emotionale Worte an Ex-Sportdirektor Schröder – Schalke-Boss wehrt sich gegen "Chaos-Tag"

Knäbel richtet emotionale Worte an Ex-Sportdirektor Schröder – Schalke-Boss wehrt sich gegen "Chaos-Tag"

René Wenzel
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Sportvorstand Peter Knäbel (rechts) reagiert auf die Rücktritt von Sportdirektor Rouven Schröder.
Sportvorstand Peter Knäbel (rechts) reagiert auf die Rücktritt von Sportdirektor Rouven Schröder. © IMAGO/RHR-Foto (Montage)
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Nach einem turbulenten Tag bei Schalke 04 bezieht Sportvorstand Peter Knäbel Stellung zu den Hintergründen des Rücktritts von Sportdirektor Rouven Schröder. Auf der Pressekonferenz am Donnerstag wurde der 56 Jahre alte S04-Coach emotional und deutlich.

Beim FC Schalke 04 sind die Turbulenzen aus überwunden geglaubten Zeiten zurück. Vor der Vorstellung von Thomas Reis als Chef-Trainer des Bundesliga-Klubs hatte Sportdirektor Rouven Schröder aus persönlichen Gründen um den vorzeitigen Ausstieg aus seinem bis 2024 gültigen Vertrag gebeten. Sportvorstand Peter Knäbel dankte seinem "Freund" im Rahmen der Reis-Präsentation am Donnerstag für dessen Verdienste und äußerte sich auch zu dem vermeintlichen "Chaos-Tag" mit den Vorgängen am Mittwoch.

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"Ich glaube, dass es eine Innen- und eine Außensicht gibt. Es ist euch überlassen, das zu transportieren. Ich kann nur sagen, wie es sich innen angefühlt hat. Das war kein Chaos-Tag. Ich wehre mich vehement gegen diesen Eindruck. Gerade wenn so ein Mitarbeiter geht und so eine zentrale Stelle, wie die Trainerstelle zu besetzen ist, und man besetzt beide, dann muss mir jemand erklären, was das mit Chaos zu tun hat", sagte Knäbel: "Jeder dachte, Schalke brennt. Aber Schalke brennt nicht, weil Schalke vorbereitet war und Schalke agiert, nicht reagiert."

Schröder hatte zur Saison 2021/22 beim aus der Bundesliga abgestiegenen Revierklub das Amt als Sportdirektor angetreten und mit kluger und kostengünstiger Transferpolitik zur Rückkehr des Traditionsklubs in das Fußball-Oberhaus beigetragen. Doch nach der jüngsten sportlichen Talfahrt mit sechs Pflichtspiel-Niederlagen in Serie, die Fußball-Lehrer Frank Kramer den Job kostete, war auch der gebürtige Arnsberger zunehmend unter Druck geraten. Eine Entlassung von Seiten des S04 war aber nicht geplant. Nach seinem freiwilligen Rückzug ruht der Vertrag des 47-Jährigen nun.

Knäbel über Schröder: "Wird uns noch ganz lange fehlen"

"Er ist eine sehr wichtige Personalie gewesen und er fehlt. Er wird auch noch ganz lange fehlen in unseren Köpfen. Jeder kennt das Gefühl aus dem Privatleben des Verlustes, Schmerz und Angst und die ewige Frage des 'Warum?'", sagte Knäbel, der Verständnis für die Entscheidung zeigte ohne dabei auf die Hintergründe einzugehen: "Wenn es um Rouven Schröder geht, dann gilt es in erster Linie den Menschen und seine Entscheidung zu respektieren. Es gilt ein großer Dank an Rouven und für das, was er geleistet hat. Danke für 18 hochintensive Monate voller Emotionen, mit einem großartigen Erfolg, den uns keiner nehmen kann."

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Für den überraschenden Zeitpunkt des Rücktritts machte Knäbel dem Ex-Sportdirektor keine Vorwürfe. Man fühle sich nicht im Stich gelassen. "Ich denke zur Verantwortung und zum Bewusstsein gilt es, den richtigen Moment zu erwischen. Für Rouven Schröder war es der richtige Zeitpunkt, das gilt es zu respektieren", sagte der S04-Boss. Streit habe es bei den Gesprächen nicht gegeben. "Es war Rouvens freie Entscheidung, die sich entwickelt hat. Das gilt es zu respektieren. Ich habe das als engster Vertrauter sich entwickeln sehen und trage das ein Stück weit mit und habe versucht, ihn zu beraten", sagte Knäbel. Er werde Schröder "bis zum Lebensende" am 18. Oktober anrufen und zum Geburtstag gratulieren. "Ich habe einen Freund gefunden", so der Schalke-Boss.

Fünf Personen übernehmen Schröder-Job

Der Tabellenletzte spielt an diesem Sonntag (17.30 Uhr/DAZN) gegen den SC Freiburg, der Rückstand auf Platz 15 der Bundesliga-Tabelle beträgt drei Punkte. Ein neuer Sportdirektor wird dann noch nicht dabei sein. Vorerst übernimmt Knäbel mit Rene Grotus, Andre Hechelmann und Gerald Asamoah sowie Mario Grevelhörster die Aufgaben von Schröder. "Die Abläufe werden alle genauso gut sein, wie sie es bisher waren. Wir wollen unsere eigenen Mitarbeiter fördern und voran bringen. Aber auch die Qualität nicht verlieren, das ist dadurch gewährleistet. (...) Es ist ein Team von fünf Leuten, das zeigt auf, welche Arbeit Rouven Schröder geleistet hat", erklärte der Schalke-Chef.

Die Präsentation eines neuen Sportdirektors in diesem Jahr wollte Knäbel auf der Pressekonferenz nicht ausschließen. Man wolle die kommenden drei Wochen bis zur Winterpause abwarten und dann "schauen, was wir für Erfahrungen gemacht, wer sich wo wohlfühlt. Wichtig ist, dass wir den Leuten Luft und Verantwortung geben".

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