22. April 2021 / 19:51 Uhr

Nach dem Abstieg von Schalke 04: Prominente Bundesliga-Absteiger und was aus ihnen wurde

Nach dem Abstieg von Schalke 04: Prominente Bundesliga-Absteiger und was aus ihnen wurde

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Mit dem FC Schalke 04 geht der Bundesliga ein prominenter Vertreter verloren.
Mit dem FC Schalke 04 geht der Bundesliga ein prominenter Vertreter verloren. © IMAGO/ULMER Pressebildagentur/MIS/Claus Bergmann (Montage)
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Schalke 04 ist abgestiegen – zum vierten Mal in der Vereinsgeschichte. Die Bundesliga verliert mit dem Revierklub einen Stammgast, der rund drei Jahrzehnte am Stück im deutschen Oberhaus spielte. Der SPORTBUZZER zeigt neun weitere prominente Absteiger und was aus ihnen wurde.

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1. FC Nürnberg

Das Schicksal Bundesliga-Abstieg ereilte den 1. FC Nürnberg schon häufiger. Zum ersten Mal musste der Club 1969 den Gang in die Zweitklassigkeit antreten, seither folgten acht weitere Abstiege – alleiniger Rekord. Und das, obwohl die Nürnberger als durchaus prominenter Name des deutschen Oberhauses gelten. Denn vor der ersten Bundesliga-Saison 1963/64 sammelte der 1. FCN gleich acht deutsche Meistertitel (1920, 1921, 1924, 1925, 1927, 1936, 1948, 1961). In der Bundesliga triumphierte man schließlich nur noch ein Mal (1968). Ein Jahr später ging es erstmals in die zweite Liga. Dort kickt der DFB-Pokalsieger von 2007 auch aktuell, vermied in der vergangenen Saison dank eines Last-Minute-Tors von Fabian Schleusener in der Relegation gegen den FC Ingolstadt gerade noch den Absturz in die Drittklassigkeit.

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Hamburger SV

Um den "Bundesliga-Dino" war es nach knapp 55 Jahren in der Erstklassigkeit 2018 geschehen. Als einziger Gründungsverein der Bundesliga waren die Hanseaten bis dahin noch kein einziges Mal abgestiegen. Trotz eines 2:1-Erfolgs gegen Borussia Mönchengladbach war es am 34. Spieltag der Saison 2017/18 dann besiegelt: Die Uhr im Hamburger Volksparkstadion, welche den Zeitraum der Bundesliga-Zugehörigkeit des Nordklubs anzeigte, hatte ausgetickt. Der HSV musste künftig eine Etage tiefer ran. Die Rückkehr in Liga eins verpassten die Hamburger seither stets denkbar knapp, verschlissen in dieser Zeit mit Christian Titz, Hannes Wolf und Dieter Hecking drei Trainer. Nach zwei vierten Plätzen in den ersten beiden Jahren soll es nun aber im dritten Anlauf klappen.

Borussia Mönchengladbach

Auch für Borussia Mönchengladbach ging es bereits vom Oberhaus in die 2. Bundesliga. Zum ersten Mal erwischte es die Borussia 1998/99, als man als abgeschlagener Tabellenletzter mit 16 Punkten Rückstand auf das rettende Ufer abstieg. Die einstige Top-Adresse des deutschen Fußballs, die zwischen 1970 und 1980 als Bayern Münchens größter Konkurrent fünf deutsche Meisterschaften und zwei Vizemeisterschaften einholte, war zu diesem Zeitpunkt nur noch ein Schatten ihrer selbst. Drei Jahre nach dem Abstieg kehrte Gladbach in die Bundesliga zurück, ehe es 2006/07 abermals als Schlusslicht nach unten ging. Diesmal gelang der direkte Wiederaufstieg, die Klasse wurde in der Folge stets gehalten. Inzwischen ist die Borussia wieder zu einem verlässlichen Kandidaten für das internationale Geschäft geworden, spielte in der laufenden Saison sogar in der Champions League. Aktuell droht das Team vom im Sommer zum BVB wechselnden Cheftrainer Marco Rose zum ersten Mal seit zwei Jahren die Teilnahme am Europapokal zu verpassen. Zur neuen Saison übernimmt der momentane Trainer von Eintracht Frankfurt, Adi Hütter, die sportlichen Geschicke in Gladbach.

1. FC Kaiserslautern

Unvergessen bleibt wohl für immer das größte Bundesliga-Comeback im deutschen Fußball. Nach 33 Jahren in der deutschen Belétage musste der 1. FC Kaiserslautern den Gang in Liga zwei antreten. Einmal geschüttelt, kehrten die "Roten Teufel" unter Trainer Otto Rehhagel umgehend und als Tabellenerster in die Bundesliga zurück. Und wie: Als Aufsteiger marschierte die Mannschaft um Olaf Marschall, Andreas Brehme und Harry Koch direkt durch zur Meisterschaft, kürte sich zum zweiten Mal in der Vereinshistorie zum Champion und schrieb Liga-Geschichte. Acht weitere Jahre hielt sich der 1. FCK in der obersten deutschen Spielklasse, ehe 2006/07 der erneute Abstieg folgte. Zwischen 2010 und 2012 war die Elf vom Betzenberg kurzzeitig nochmal erstklassig. Es folgte ein erheblicher Absturz des einstigen Sensationsmeisters. Inzwischen wurde Kaiserslautern bis in die dritte Liga durchgereicht, kämpft dort im Tabellenkeller um den Klassenerhalt.

MSV Duisburg

Als Meidericher SV gehörten die Duisburger wie auch Nürnberg, Kaiserslautern und der HSV zu den Gründungsmitgliedern der Bundesliga. Gleich in der ersten Saison holte der MSV die Vizemeisterschaft, benannte sich 1967 in MSV Duisburg um. Erst nach 19 Jahren Liga-Zugehörigkeit ging es erstmals abwärts. Insgesamt vier Mal kehrten die "Zebras" in die Bundesliga zurück. 2007/08 hinterließ man dort die letzten Spuren. Als Tabellenletzter verabschiedete man sich bis heute aus der deutschen Eliteklasse. Seit 2013/14 pendeln die Duisburger zwischen zweiter und dritter Liga. Aktuell geht es im unteren Mittelfeld der dritten Liga um nicht mehr als den Nichtabstieg.

VfB Stuttgart

Auch der VfB war eines der 16 Gründungsteams. Mit Ausnahme von vier Saisons besitzen die Schwaben bis heute ein Dauerabonnement in der ersten Liga. Mit den Meisterschaften 1984, 1992 und 2007 gelang den Stuttgartern in drei verschiedenen Jahrzehnten sogar der ganz große Coup. Nachdem es 1974/75 zum ersten Mal für zwei Jahre ins Unterhaus ging, hielt man sich 39 Spielzeiten im Oberhaus. Umso überraschender kam der Abstieg des dreimaligen Champions 2015/16. Länger als eine Spielzeit verweilte der VfB jedoch nicht mehr in der zweiten Liga – auch nicht nach dem abermaligen Abstieg 2018/19. Weil der direkte Wiederaufstieg gelang, sind die Stuttgarter seit der laufenden Saison wieder erstklassig. Ein erneuter Absturz ins Unterhaus ist dank eines gesicherten Mittelfeldplatzes zumindest in diesem Jahr nicht denkbar.

Borussia Dortmund

Ja, auch der BVB hat bereits einen Absturz in die zweite Liga hinter sich. Dabei hatten sich die Westfalen bereits in den ersten vier Jahren nach der Bundesliga-Gründung oben festgesetzt, schlossen die Serie jeweils in den Top-Vier ab.1971/72 landete man nach mehreren durchwachsenen Spielzeiten dann doch unter dem Strich. Insgesamt vier Jahre lang blieb die Borussia in der zweiten Liga. Seit dem Aufstieg 1975/76 besitzen die Dortmunder aber eine Dauerkarte in der deutschen Elite-Liga. Insgesamt feierte der BVB acht deutsche Meisterschaften und gehört zu den absoluten Top-Klubs des deutschen Vereinsfußballs. Ein Indiz: Hinter dem deutschen Rekordmeister FC Bayern München belegen die Westfalen den zweiten Platz in der ewigen Tabelle. In der laufenden Saison droht der BVB aber die Qualifikation für die Champions League zu verpassen.

1. FC Köln

Der erste deutsche Meister der neu gegründeten Bundesliga war bis 1998 Stammgast im Oberhaus. Als Vorletzter ging es für den Premieren-Champion dann erstmals in die zweite Liga. In den Folgejahren entwickelte sich der FC zu einer Fahrstuhlmannschaft, wechselte in aller Regelmäßigkeit zwischen erster und zweiter Liga. Inzwischen gehören die Rheinländer mit sechs Abstiegen zu den vier am häufigsten aus der Liga abgestürzten Teams. Und: Auch in dieser Saison droht der Gang in die zweite Liga.

VfL Bochum

Der kleine Nachbar von Borussia Dortmund und dem FC Schalke 04 galt lange Zeit als "unabsteigbar". 22 Jahre lang waren sie in der Bundesliga dabei - bis sie 1993 dann doch das erste Mal den Gang ins Unterhaus antreten mussten. Doch die Bochumer stiegen direkt in der Folgesaison wieder auf - wie bei den Abstiegen 1996, 2000, 2002 und 2006 auch. Vier Jahre ging es dann noch gut, bis die "graue Maus" aus dem Ruhrgebiet 2010 doch wieder abstieg. Seitdem krebst der VfL in der 2. Liga herum und scheiterte immer wieder an der Mission Bundesliga-Rückkehr. In dieser Saison könnte es endlich soweit sein: Aktuell führen die Bochumer die Tabelle an.