30. September 2020 / 19:18 Uhr

Schalke-Boss Schneider verteidigt Kabak nach Spuckattacke: "Nicht der Typ, der so etwas macht"

Schalke-Boss Schneider verteidigt Kabak nach Spuckattacke: "Nicht der Typ, der so etwas macht"

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Schalkes Sportvorstand Jochen Schneider hat Ozan Kabak nach dessen Spuckattacke gegen Kritik verteidigt.
Schalkes Sportvorstand Jochen Schneider hat Ozan Kabak nach dessen Spuckattacke gegen Kritik verteidigt. © imago images/RHR-Foto
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Nach seiner Spuckattacke gegen den Bremer Ludwig Augustinsson wurde Schalkes Abwehrspieler Ozan Kabak vom DFB-Sportgericht langfristig gesperrt. S04-Sportvorstand Jochen Schneider hat den türkischen Nationalspieler gegen Kritik verteidigt.

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Jochen Schneider hat Innenverteidiger Ozan Kabak vom FC Schalke 04 nach dessen langfristiger Sperre in Folge einer Spuckattacke gegen Werder-Profi Ludwig Augustinsson verteidigt. "Wer Ozan kennt, weiß, er ist nicht der Typ, der so etwas macht", sagte der Sportvorstand des Krisen-Klubs bei der Vorstellung des neuen S04-Trainers Manuel Baum am Mittwoch. Kabak war kurz zuvor vom DFB-Sportgericht für insgesamt vier Spiele gesperrt und mit einer Geldbuße von 15.000 Euro belegt worden.

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Als Begründung des Urteils nannte das Gericht ein "krass sportwidriges Verhalten in der Form einer versuchten Tätlichkeit gegen den Gegner". Schneider erklärte, warum der Klub das Strafmaß bereits akzeptiert hatte und auf eine mögliche mündliche Verhandlung verzichtete. Die Erfolgsaussichten dabei "wären unseres Erachtens nicht hoch gewesen, weshalb wir uns gemeinsam entschieden haben, dem Strafmaß zuzustimmen – weil wir ein Stück weit angehalten gewesen wären, das Gegenteil zu belegen", sagte Schneider. "Das ist etwas anders als vor einem ordentlichen deutschen Gericht."

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Der Sportchef der "Knappen" gestand nach der Spuckattacke allerdings auch ein, dass "die Bilder (...) nicht gut" seien und sagte: "Ozan ist ein ganz anständiger Kerl mit einem ganz sauberen Charakter. Es ist nicht sein Ding, einen Gegenspieler anzuspucken." Wenn man sich die Szene genau ansehe, würde man zwar das vorangegangene Foul sehen, "aber davor keine Provokation, keinen Trash-Talk zwischen den beiden, danach auch nicht", betonte der 50-Jährige, der seit anderthalb Jahren Verantwortlicher der Schalker ist, den Klub bisher aber nicht aus der Krise führen konnte. Man habe für Kabak gern "ein geringeres oder bestenfalls gar kein Strafmaß gehabt", auch wenn dies "in der Gesamtabwägung (...) leider nicht möglich" war.

Kabak bei Inter und Lazio im Gespräch

Offen bleibt, ob Kabak seine Sperre überhaupt noch bei S04 absitzt. Der talentierte Innenverteidiger, der vor einem Jahr vom VfB Stuttgart zu den Gelsenkirchenern gekommen war, wird vor allem von italienischen Vereinen umworben - besonders intensiv sollen sich die Traditionsklubs Inter Mailand und Lazio Rom um die Dienste des 20-Jährigen bemühen. Das Transferfenster schließt in Deutschland wie in Italien am Montag, den 5. Oktober.