27. Dezember 2020 / 18:27 Uhr

Philosophie, Transfers, Bentaleb: So plant Christian Gross "die Mission" Schalke 04

Philosophie, Transfers, Bentaleb: So plant Christian Gross "die Mission" Schalke 04

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Christian Gross geht die neue Aufgabe bei Schalke 04 mit großer Entschlossenheit hat. Der suspendierte Nabil Bentaleb (kleines Foto) bekommt bei ihm keine neue Chance.
Christian Gross geht die neue Aufgabe bei Schalke 04 mit großer Entschlossenheit hat. Der suspendierte Nabil Bentaleb (kleines Foto) bekommt bei ihm keine neue Chance. © imago images /Avanti/dpa/Montage
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Christian Gross hat bei seiner Vorstellung als Trainer von Schalke 04 seine Erwartungen an die Mannschaft formuliert. Zudem sprach er über etwaige Winter-Transfers und die Zukunft des suspendierten Nabil Bentaleb.

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Mit großer Entschlossenheit geht Christian Gross seine Herkulesaufgabe als Trainer von Schalke 04 an. "Man muss versuchen, die Spiele mit positiver Aggressivität anzugehen. Ohne das geht es nicht", sagte der am Sonntagnachmittag als Nachfolger des vor neun Tagen entlassenen Manuel Baum vorgestellte Schweizer: "Es ist extrem wichtig, dass ich den Ehrgeiz der Spieler spüre. Ich will eine mutige und clevere Mannschaft auf dem Platz. Daran müssen wir jetzt in kurzer Zeit arbeiten." Der 66-Jährige, der sich im vergangenen Sommer eigentlich schon aus dem Trainer-Geschäft zurückgezogen zu haben schien, unterschrieb einen Vertrag bis zum Saisonende - im Erfolgsfalle könnte er sich aber wohl auch ein längeres Engagement vorstellen.

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"Ich habe noch sehr viel Energie. Man wird sehen, was die Zukunft bringt. Die Frage stellt sich, wenn es soweit ist", sagte Gross, der die seit 29 Bundesliga-Spielen sieglosen Schalker vor dem Abstieg bewahren soll. "Ich werde die Aufgabe mit sehr viel Zuversicht angehen", meinte der Trainer-Routinier, der diese Einstellung auch von seiner Mannschaft verlangt. Zudem forderte er für "die Mission" weitere Eigenschaften wie "Zielstrebigkeit und Entschlossenheit" ein. Bei seiner ersten Begegnung mit dem Team habe er einen "positiven Eindruck" gewonnen. Die Spieler seien "sehr fokussiert" gewesen.

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Angesichts von sechs Punkten Rückstand auf den Relegationsrang wird dies und mehr nötig sein. Sportvorstand Jochen Schneider erklärte, dass Gross bei der Besetzung des Postens "die erste Option" gewesen sei. Dabei erinnerte der Manager an die gemeinsame Zeit mit dem Trainer vor rund zehn Jahren beim VfB Stuttgart und hob hervor, dass den Coach "mit seiner Art, seiner Ausstrahlung, seiner Expertise und seiner Menschenführung genau der Richtige" für den Job sei. Mit Blick auf die kommenden Monate meinte Schneider: "Es wird kein Sprint. Wir haben einen Marathon vor uns." Der Startschuss fällt am 2. Januar mit dem Spiel bei Hertha BSC.

Schalke und Gross: Erster Kontakt vor "circa drei Wochen"

Den ersten Kontakt zwischen Schalke und Gross gab es nach Angaben des Coaches "vor circa drei Wochen". Dabei sei immer klar gewesen, dass ein Trainerwechsel bei S04 allenfalls in der Weihnachtspause vollzogen würde. Der erste Anruf seines alten Weggefährten habe ihn gleichermaßen "überrascht" wie "erfreut". Danach habe er Schalke noch intensiver verfolgt, wobei er auch zuvor die Bundesliga und die englische Premier League immer im Blick gehabt habe.

Kritik daran, dass er in Europa zuletzt 2012 als Trainer von Young Boys Bern tätig war, wollte er nicht gelten lassen und empfindet dies offenbar auch als Geringschätzung seiner jüngsten Stationen Zamalek SC (Ägypten/bis Juni 2019) und Al-Ahli (Saudi-Arabien/bis Februar 2020). "Auch dort wird Fußball gespielt", entgegnete Gross auf entsprechende Nachfragen schmallippig. Seine jetzige Konzentration gelte allein Schalke 04 und dem Vorhaben, die Mannschaft "kompakter und effizienter" zu machen.

Schalke erwägt Winter-Transfers

Mit Winter-Transfers? "Wir sind im Austausch", meinte Gross: "Es gibt natürlich immer Wünsche. Wir versuchen, das Optimum zu machen." Die angespannte finanzielle Lage des Klubs sei ihm allerdings bewusst. Schneider versicherte: "Wir wollen und werden alles tun, wozu wir in der Lage sind." Gross erklärte, dass er vor allem Bedarf "auf den Außenbahnen und bei der Schnelligkeit" des Personals sehe. Mit Blick auf den aktuellen Kader erklärte er: "Jeder hat die Möglichkeit, sich noch mehr zu präsentieren. Ich habe mir natürlich meine Gedanken gemacht, behalte diese aber für mich." Für den suspendierten Nabil Bentaleb gibt es jedoch unter Gross keine Chance auf ein Zurück: "Nein der gehört nicht dazu."