08. Juli 2021 / 20:10 Uhr

Schalke, Werder, HSV und Co.: Die Zweitliga-Favoriten im Kader-Check

Schalke, Werder, HSV und Co.: Die Zweitliga-Favoriten im Kader-Check

Leon Schaefer und Sönke Gorgos
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Der SPORTBUZZER nimmt die Favoriten in der 2. Bundesliga unter die Lupe.
Der SPORTBUZZER nimmt die Favoriten in der 2. Bundesliga unter die Lupe. © IMAGO (Montage)
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Am 23. Juli startet die 2. Bundesliga in ihre neue Saison. Zahlreiche Teams hegen in der extrem prominent besetzten Liga Aufstiegsträume. Doch wie ist der Stand in der Vorbereitung – wer darf sich tatsächlich Hoffnungen machen? Der SPORTBUZZER nimmt die Kader der Favoriten unter die Lupe.

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In nicht einmal drei Wochen startet die neue Saison in der – und diesmal wohl wirklich – besten 2. Bundesliga aller Zeiten. Gleich zum Auftakt steigt am 23. Juli der Kracher zwischen Absteiger Schalke 04 und dem Hamburger SV. Und das Bundesliga-Unterhaus hat neben den beiden Traditionsklubs noch zahlreiche andere Teams, die entweder mit Blick auf ihr Renommee oder die Leistungen in der vergangenen Saison den Aufstieg anvisieren. Doch wie ist gut zwei Wochen vor dem Start die Lage bei den größten Anwärtern? Der SPORTBUZZER macht den Kader-Check.

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FC Schalke 04: Hoffen auf Terodde im runderneuerten Team

Am HSV will sich S04 kein Beispiel nehmen. Anders als bei den Hanseaten soll der Wiederaufstieg nach Möglichkeit gleich im ersten Jahr klappen. Dafür wurde die Mannschaft am Reißbrett komplett neu gestaltet. In der katastrophalen Abstiegssaison schoss man nur 25 Tore. Abhilfe soll im Sturm nun “Mr. 2. Liga” schaffen: Simon Terodde kam aus Hamburg. Mit Marvin Pieringer (aus Freiburg ausgeliehen), Reinhold Ranftl (vom LASK), Thomas Ouwejan (von AZ Alkmaar ausgeliehen) und Marius Bülter (von Union Berlin verpflichtet) kamen weitere Optionen für Trainer Dimitrios Grammozis. Auch die Defensive muss viel stabiler werden. Während Salif Sané endlich zur Säule in der Innenverteidigung werden soll, wurden mit Marcin Kaminski (aus Stuttgart) und Sechser Victor Palsson (aus Darmstadt) zwei weitere potenzielle Leistungsträger nach Gelsenkirchen geholt. Ein Zehner soll wohl noch kommen, Sportvorstand Peter Knäbel und Sportdirektor Rouven Schröder sollen dabei auf Philipp Klement vom VfB Stuttgart schielen. Ein Verkauf von Ozan Kabak könnte zudem noch Geld in die klammen Kassen spülen.

Werder Bremen: Wie sehr helfen Anfang die Rashica-Millionen?

Für elf Millionen Euro hat Absteiger Werder Bremen sein "Tafelsilber" Milot Rashica verkauft. Der Abgang des Kosovaren zu Premier-League-Neuling Norwich City brachte den Hanseaten dringend benötigtes Kapital ein - denn nicht nur sportlich muss sich finanziell angeschlagene Klub strecken. Damit nach dem Abstieg die Wende gelingt, wurde unter dem neuen Trainer Markus Anfang der Umbruch eingeleitet. Dabei ist vieles an der Weser noch ungewiss, auch wenn mit Niklas Moisander und Theodor Gebre Selassie zwei langjährige Bremer den Verein bereits verlassen haben. Wer wird noch folgen? Kandidaten sind Ludwig Augustinsson, Leon Bittencourt, Milos Veljkovic, Marco Friedl oder Jiri Pavlenka, auch Felix Agu und die Eggestein-Brüder könnten verkauft werden. Manager Frank Baumann, der trotz der desaströsen Vorsaison bleiben durfte, hat bereits einige Neue an Bord geholt. Für die Innenverteidigung wurden Anthony Jung (Bröndby IF) und Lars-Lukas Mai (vom FC Bayern ausgeliehen) geholt, für geringe Ablösen von jeweils rund 200.000 Euro kamen Nicolai Rapp (defensives Mittelfeld, Union Berlin) und Kyu-hyun Park (Linksverteidiger, Ulsan Hyundai) an den Osterdeich. Die Kaderplanung ist beim SVW noch nicht abgeschlossen.

Hamburger SV: Der nächste Trainer, der nächste Umbruch

Tim Walter soll beim HSV nun das schaffen, woran seine Vorgänger Hannes Wolf, Dieter Hecking und Daniel Thioune jeweils scheiterten: Den einstigen Bundesliga-Dino wieder zurück in seine langjährige sportliche Heimat zu führen. Walter, der einen Vertrag bis 2023 unterschrieb, muss bei den Rothosen allerdings den nächsten Kader-Umbruch moderieren. Mit Rick van Drongelen, Simon Terodde, Sven Ulreich, Gideon Jung, Khaled Narey und Aaron Hunt haben zahlreiche Stammkräfte den Klub verlassen, während Robert Glatzel, Jonas Meffert, Miro Muheim, Sebastian Schonlauf und Ludovit Reis neu mit dabei sind. Das Gros von ihnen ist von Walter für die Startelf vorgesehen. Der Coach will (und muss) eine gute Mischung aus (Zweitliga-)Erfahrung und jugendlicher Frische finden, wobei der Kader definitiv noch nicht fertig ist. "Wir sind weiter sehr umtriebig. Wir werden definitiv noch ein paar Sachen machen", kündigte Sportvorstand Jonas Boldt an und wurde konkret: "Dass wir uns im offensiven Bereich weiter mit Verstärkungen beschäftigen, ist klar."

Holstein Kiel: Der Wunsch nach Bundesliga in Schleswig-Holstein lebt weiter

Jonas Meffert, Janni Serra, Jannik Dehm, Lee Jae-sung: Die Liste der Stammspieler, die Holstein Kiel nach dem knapp verpassten Aufstieg ziehen lassen musste, ist lang - und könnte noch länger werden, denn auch Kapitän Hauke Wahl wird mit einem Wechsel in Verbindung gebracht. Unterdessen basteln Sportchef Uwe Stöver und Trainer Ole Werner (der trotz Interesses von anderen Vereinen an der Förde bleibt) an einem Kader, um den nächsten Anlauf auf das große Ziel zu nehmen: Die KSV zum ersten Bundesliga-Vertreter aus Schleswig-Holstein zu machen. Bereits sechs externe Neue stehen fest; der prominenteste ist Fiete Arp, der vom FC Bayern ausgeliehen wurde. Der 21 Jahre alte Stürmer stammt aus dem an Kiel grenzenden Kreis Segeberg und will in der Heimat zu alter Stärke finden. Während ihm und dem Isländer Holmbert Aron Fridjónsson (Brescia) die Aufgabe zukommen wird, den Abgang von Stürmer Serra zu kompensieren, wurden Gladbach-Youngster Marcel Benger und Patrick Erras von Werder Bremen für die vakante Meffert-Position geholt. Auch Bundesliga-erfahrenes Personal hat den Weg ins Storchennest gefunden: Ex-Schalke-Profi Steven Skrzybski, der in die Lee-Rolle schlüpfen könnte, und Rechtsverteidiger Julian Korb kommen ablösefrei.

Fortuna Düsseldorf: Das Gerüst bleibt – und muss gefährlicher werden

Im Endspurt der vergangenen Saison schnupperte Fortuna Düsseldorf noch am Aufstieg. Am Ende reichte es aber nur für Platz fünf. Trainer Uwe Rösler musste seinen Hut nehmen, Christian Preußer übernahm. Die Mannschaft der Fortunen wurde allerdings weitestgehend zusammengehalten und bisher nur punktuell verstärkt. In der Offensive schmerzt der Abgang vom zweitbesten Torjäger Kenan Karaman. Allerdings kam mit Rückkehrer Felix Klaus für 1,1 Millionen Euro aus Wolfsburg direkt adäquater Ersatz. Der Aufstieg vergangene Saison scheiterte auch, weil Düsseldorf zu wenig Tore schoss. Von den beiden Außenbahn-Spielern Narey (vom HSV gekommen) und Leonardo Koutris (von Olympiakos Piräus ausgeliehen) erhofft man sich nun mehr Futter für die Angreifer Rouwen Hennings und Dawid Kownacki. Ein Innenverteidiger wird noch gesucht.

Hannover 96: Aufstieg kein Thema – oder doch?

Die letzte Saison war zum Vergessen. Für die kommende Spielzeit hat Boss Martin Kind daher auch davon abgesehen, den Aufstieg als Ziel auszugeben. Dabei haben die Niedersachsen nach wie vor einen individuell stark besetzten Kader und in Jan Zimmermann einen ambitionierten neuen Trainer. Mit Innenverteidiger Timo Hübers und Spielmacher Genki Haraguchi wurden zwei Schlüsselspieler abgegeben. Für Haraguchi holte man Osnabrücks Sebastian Kerk. Zudem kehrte Mittelfeldspieler Sebastian Ernst von Aufsteiger Fürth zu seinem Heimatklub zurück. Ein Innenverteidiger und einen Sechser sucht der neue Sportdirektor Marcus Mann noch. Vor dem Tor ruhen die Hoffnungen erneut auf Marvin Ducksch. Im Tor könnte nach dem Abschied von Michael Esser nach Bochum nach Jahren wieder Weltmeister Ron-Robert Zieler stehen.