01. Mai 2022 / 07:39 Uhr

Schalke-Fans in Ekstase – Werder und St. Pauli hadern: So lief der Aufstiegskampf am 32. Spieltag

Schalke-Fans in Ekstase – Werder und St. Pauli hadern: So lief der Aufstiegskampf am 32. Spieltag

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Der FC St. Pauli (links) und Werder Bremen (rechts) konnten am vergangenen Spieltag nicht so jubeln wie Schalke 04.
Der FC St. Pauli (links) und Werder Bremen (rechts) konnten am vergangenen Spieltag nicht so jubeln wie Schalke 04. © dpa/Getty (Montage)
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Der Aufstiegskampf zur Bundesliga wird auf der Zielgeraden immer spektakulärer und spannender. Der bisherige Spitzenreiter Werder verspielt eine 2:0-Führung, der neue Tabellenführer Schalke gewinnt in der Nachspielzeit und St. Pauli lässt die Punkte liegen. Auch der HSV bleibt dran – und der SV Darmstadt bringt sich in eine Top-Position.

Ernüchterung in Bremen, große Emotionen beim FC Schalke – im Aufstiegsrennen zur Bundesliga liefern sich die Kandidaten ein spannendes Finale mit ständig wechselnden Positionen. Eine Woche nach dem 4:1-Triumph auf Schalke konnte sich der Werder-Anhang nach der 2:3-Pleite gegen Holstein Kiel seine Jubelgesänge sparen. "Das ist schon ein Nackenschlag, da müssen wir nicht drum herumreden", sagte Werder-Trainer Ole Werner, dessen Team nach einer 2:0-Führung durch Niclas Füllkrug und Marvin Ducksch noch den Sieg und den großen Schritt Richtung Bundesliga verpasste.

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"Wir haben nach dem 2:0 mit dem Feuer gespielt. Wenn wir so spielen, steigen wir natürlich nicht auf. Das muss uns für die letzten beiden Spiele bewusst sein", befand Bremens Abwehrspieler Marco Friedl vor den Partien beim FC Erzgebirge Aue und gegen Jahn Regensburg. "Und trotzdem geht der Blick nach vorn. Wir werden die Dinge aufarbeiten, wir haben auch in der Vergangenheit schon auf Nackenschläge die richtigen Antworten gefunden und jetzt müssen wir wieder eine Antwort finden", sagte Trainer Werner. Durch die Pleite rutschten die Bremer sogar auf Rang drei ab, weil der SV Darmstadt 98 am Samstagabend mit 6:0 (4:0) gegen die damit abgestiegenen Auer gewann. Die Hessen dürfen als Zweiter weiter vom Aufstieg träumen. "Wir sind alle bei uns geblieben, es gab keine Häme. Jetzt wollen wir einfach weitermachen", sagte "Lilien"-Coach Torsten Lieberknecht.

In Sandhausen brach nach Simon Teroddes Siegtreffer in der Nachspielzeit ein orkanartiger Schalker Jubel aus. "Das ist unglaublich, was hier abgegangen ist. Die Fans haben uns zum Sieg gepusht", krächzte der Schalker Torjäger nach dem Sprung an die Zweitliga-Spitze in die Mikrofone. Der 34-Jährige wusste gar nicht, wohin mit den Emotionen. "Ich wäre am liebsten aus dem Stadion gelaufen", sagte Terodde, der beide Treffer für die Schalker erzielte und mit seinem Team die Tabellenführung zurückerobern konnte.

10.000 S04-Fans feiern in Sandhausen

Trainer Mike Büskens und Sportdirektor Rouven Schröder waren überwältigt vom Jubel der fast 10.000 Schalker Fans. "Das ist unglaublich, was die hier abreißen. Das ist wie Ekstase. Die Jungs haben das so gnadenlos verdient, dass wir genau dieses Tor so spät schießen. Das geht runter wie Öl", sagte Schröder. Büskens, der mit dem Klub schon viel erlebt hat, konnte es gar nicht fassen. "Ich habe mit Schalke 25.000 Fans beim UEFA-Cup-Sieg in Mailand erlebt. Aber das war heute ein zweites Mailand", befand der 54-Jährige. Dennoch ist der Aufstieg noch nicht eingetütet. "Das war für uns ein wichtiger Sieg. Aber wir haben noch zwei schwere Spiele gegen den FC St. Pauli und beim 1. FC Nürnberg", betonte Büskens. "Wir bleiben im Hier und Jetzt."

Ebenfalls in der Nachspielzeit hat der FC St. Pauli beim 1:1 gegen den 1. FC Nürnberg eine bessere Position im Aufstiegsrennen vergeben. Eine Woche vor der Partie bei Tabellenführer Schalke 04 ist die Zuversicht am Millerntor nicht mehr besonders groß. "Wir haben heute 1:1 verloren", sagte Trainer Timo Schultz konsterniert. "Auch als Chefoptimist fällt es mir schwer, da die Kurve zu kriegen." Der Stadtrivale Hamburger SV hat nach dem 4:0 in Ingolstadt gleichgezogen mit den Kiez-Kickern, verfügt aber über das mit Abstand beste Torverhältnis in der Liga und muss als Tabellenvierter nun auf einen Patzer der Konkurrenz hoffen.