22. April 2021 / 14:03 Uhr

Scharfe Kritik aus Sachsen an Bundes-Notbremse: "Bankrotterklärung für den Breitensport"

Scharfe Kritik aus Sachsen an Bundes-Notbremse: "Bankrotterklärung für den Breitensport"

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Christian Dahms verurteilt die neuen Einschränkungen für den Amateursport.
Christian Dahms verurteilt die neuen Einschränkungen für den Amateursport. © Bettina Finke / Archiv
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Die Novellierung des Infektionsschutzgesetzes schlägt hohe Wellen bei Sachsens Sportverantwortlichen. So bezeichnete der Landessportbund die so genannte Bundes-Notbremse als Bankrotterklärung. Für den Freistaat seien die Regelungen ein klarer Rückschritt.

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Leipzig. Das neue Bundes-Infektions-Schutzgesetz ist "eine Bankrotterklärung für den Breitensport". Das erklärte der Landessportbund Sachsen (LSB) am Donnerstag. Die neue Corona-Regelung beinhaltet deutschlandweit einheitliche Beschränkungen, sobald die Sieben-Tage-Inzidenz an drei Tagen hintereinander über 100 liegt. „Das ist ein harter Schlag für den organisierten Sport und besonders für sächsische Vereine ein großer Rückschritt“, kritisierte der Verband in einer Pressemitteilung.

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Konkret soll bei einer Überschreitung des kritischen Inzidenzwertes nur noch kontaktloser Individualsport alleine, zu zweit oder mit Angehörigen des eigenen Hausstandes erlaubt bleiben. Ausnahmen gibt es lediglich für Berufs- und Leistungssportler. Kinder und Jugendliche dürfen bis zum Alter von 14 Jahren mit ausreichend Abstand draußen Sport machen – allerdings nur in Gruppen von bis zu fünf Personen. Die Sächsische Corona-Schutz-Verordnung erlaubte bisher kontaktlosen Gruppensport im Freien und auf Außensportstätten mit maximal 20 Teilnehmenden im Alter von bis zu 18 Jahren.

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„Gerade für Sachsen bedeuten die bundesweiten Regelungen einen deutlichen Rückschritt. Besonders ärgerlich ist das, weil es keine wissenschaftlich belegten Gründe gibt, kontaktlosen Sport im Freien zu verbieten. Entgegen der Ratschläge der Aerosolforschung wird hier wegen eines minimalen Corona-Ansteckungsrisikos die Gesamtgesundheit unserer Sporttreibenden aufs Spiel gesetzt“, kritisierte LSB-Generalsekretär Christian Dahms. "Besonders Kinder und Jugendliche leiden unter der mangelnden Bewegung und vermissen die gemeinsame Freizeit im Sportverein. Auch ältere Menschen und den Rehasport treffen die Regelungen weiterhin hart."

Den Unmut der Ehrenamtlichen und Sporttreibenden teile auch der Landessportbund. „Hier wird mit undurchsichtigen Regelungen gerade jahrelanges Engagement zermürbt und für die Zukunft nachhaltig geschwächt“, betonte Dahms. "Es kann nicht sein, dass der Sport immer noch als Teil des Problems und nicht als Teil der Lösung gesehen wird!"