06. August 2019 / 07:17 Uhr

"So entschieden und Feierabend": Schatzschneider schaut nicht mehr bei 96-Profis zu

"So entschieden und Feierabend": Schatzschneider schaut nicht mehr bei 96-Profis zu

Jonas Freier
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Zu Gast in der Regionalliga: Dieter Schatzschneider am Samstag beim 2:1 der 96-Reserve gegen Altona.
Zu Gast in der Regionalliga: Dieter Schatzschneider am Samstag beim 2:1 der 96-Reserve gegen Altona. © Florian Petrow
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96-Legende Dieter Schatzschneider schaut sich keine Spiele der Zweitligaprofis mehr an. Ohne Verstärkungen sieht er 96 im Niemandsland - doch trotz allem bleibe Martin Kind seine "große Liebe".

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Hallo Herr Schatzschneider, Martin Kind sagte, Sie seien am Sonnabend beim 96-Spiel gegen Regensburg nicht in seiner Loge gewesen, weil Ihnen die Trainerwahl Mirko Slomka nicht gepasst habe. Stimmt das?

Dazu sage ich nichts.

Sie haben aber in einem Interview mit „11 Freunde“ vor der Saison gesagt, dass Sie Slomka nicht zutrauen, an seine alten Erfolge an­zu- knüpfen, und Sie die Mannschaft eher im Niemandsland der 2. Liga erwarten.

Ich habe es fachlich begründet. Ich habe nicht nur gemosert. Ich will ja auch, dass 96 gewinnt. Aber für sein System braucht Slomka aggressive Leader im Zen­trum, die den Ball erobern, und schnelle Angreifer auf außen, um Konter spielen zu können. Diese Spieler sehe ich nicht.

1:2 in Stuttgart, 1:1 gegen Regensburg – woran hakt es denn noch?

Ich kann dazu nichts sagen, ich habe keine Spiele gesehen.

Auch nicht im Fernsehen?

Nein.

Haben Sie mit 96 gebrochen?

Überhaupt nicht, im Gegenteil. Martin Kind liebe ich über alles, alles in Ordnung, überhaupt kein Thema. Alles gut.

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"Meine große Liebe - nach meiner Frau"

Und warum haben Sie dann die ersten beiden Spiele nicht gesehen?

Ich habe das so entschieden und Feierabend. Das ist eigentlich keine Notiz wert.

Dann fahren Sie mit Martin Kind auch nicht mehr zu Auswärtsspielen?

Nö. Ich könnte mit ihm fahren, würde dann aber vor dem Stadion warten.

Mit Martin Kind haben Sie kein Problem?

Nein, überhaupt nicht. Das ist meine große Liebe nach meiner Frau, es ist alles in Ordnung.

Schauen Sie sich die nächsten Spiele an?

Nein, ich habe genug zu tun. Bei den Amateuren zum Beispiel, ich bin froh, dass wir so einen schönen Mittelstürmer aus Celle (Moussa Doum­bou­ya, d. Red.) ge­kriegt haben, den haben wir entdeckt. Das ist alles gut. Jetzt muss der Junge noch ein bisschen arbeiten. Ich glaube, dann haben wir zumindest mal einen, wo wir sagen können: Das ist ein richtiger Mittelstürmer. Da freue ich mich. Das ist ja dann schon aus dem Um­kreis der zweite nach Henne Weydandt.

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Harte Arbeit in 96-Reserve lohnt sich

Sie arbeiten also weiter als 96-Scout?

Klar, das ist ja mein Job. Ich hole den ja nicht aus Celle, weil ich als Briefträger arbeite, sondern weil ich Scout bin. Das ist mein Job, da was zu holen, und ich glaube, dass Christoph Dabrowski (Trainer der Reserve, d. Red.), und wie sie alle heißen, in den letzten Jahren da richtig was rausgeholt ha­ben. Wenn ich mal den Wert sehe, das sind bestimmt 30 bis 40 Millionen. Ob das Maina ist, ob das Anton ist, von dem ich hoffe, dass er wiederkommt und, und, und. Der Henne Weydandt, der Hübers – Mensch, es sind so viele da, Noah (Sarenren Bazee wechselte nach Augsburg, d. Red.) verkauft – das sind alles unsere Jungs. Da hat sich die Arbeit doch ge­lohnt.

Sie sind ja bei 96 nach der letzten Jahreshauptversammlung ausgetreten.

Da geht es aber um den e. V., das muss ich deutlich sa­gen. Jetzt lese ich, es sind nur noch Schulden vorhanden. Wer muss es denn ausgleichen, wer denn? Wieder Kind und Rossmann und wie die Geldgeber heißen. Dieser Austritt war völlig be­rech­tigt, und ich habe ge­hört, es sind mir viele nachgefolgt, die das auch so haben kommen sehen. Ich habe gehört, es sind fast 1500 weg. Große Klappe, was sie alles machen können – und was ist daraus geworden?

Was trauen Sie den Profis in der 2. Liga zu?

Die bisherigen Ergebnisse geben mir und meinen Aussagen, die ich bei „11 Freunde“ getätigt habe, ja erst mal recht. Aber das will ich ja gar nicht. Ich habe ja nicht nur reingehauen, aber ich habe eine klare Meinung, und ich hoffe, dass noch Verstärkungen kommen, das ist ja logisch. Weil wir sonst auf Platz vier bis elf ankommen – das ist dann das Niemandsland.

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