15. September 2021 / 15:10 Uhr

Schaufenster Champions League: Deshalb entscheidet auch die Königsklasse über die Zukunft von Erling Haaland

Schaufenster Champions League: Deshalb entscheidet auch die Königsklasse über die Zukunft von Erling Haaland

Felix Meininghaus
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
 Erling Haaland wird Borussia Dortmund im kommenden Jahr höchstwahrscheinlich verlassen. In dieser Champions-League-Saison kann der Norweger noch einmal auf sich aufmerksam machen.
Erling Haaland wird Borussia Dortmund im kommenden Jahr höchstwahrscheinlich verlassen. In dieser Champions-League-Saison kann der Norweger noch einmal auf sich aufmerksam machen. © IMAGO/Eibner
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BVB-Stürmer Erling Haaland wird heiß umworben und kann sich in der Champions League weiter für einen Mega-Vertrag empfehlen. Sein Kontrakt bei Borussia Dortmund beinhaltet eine Ausstiegsklausel, die im nächsten Sommer greift. Top-Klubs aus ganz Europa stehen Schlange.

Am vergangenen Bundesliga-Spieltag war Erling Haaland einmal mehr extrem auffällig. Der Mittelstürmer von Borussia Dortmund hatte für seinen momentanen Arbeitgeber beim spektakulären 4:3-Auswärtssieg in Leverkusen gerade das entscheidende Tor geschossen und feierte das Erfolgserlebnis in der Bundesliga mit Jude Bellingham überschwänglich vor der gegnerischen Fankurve, als von oben jede Menge Bierbecher herunterprasselten. Der junge Norweger und der noch jüngere Brite fingen einige der halbgefüllten Behältnisse auf, alberten mit den Getränken herum und hatten ihren Spaß. In den sozialen Netzwerken wurden sie dafür gefeiert, doch die Chefetage des BVB war von der Aktion wenig begeistert.

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Bei all der Aufregung geriet fast in Vergessenheit, dass Haaland wieder Rekorde aufgestellt hatte: Mit nunmehr 45 Bundesliga-Toren (in 47 Spielen) ist der 21-Jährige der Profi, der diese Marke mit den wenigsten Spielen erreicht hat. Zudem ist er der jüngste Akteur, der so oft getroffen hat. Die Spieler, die er abgelöst hat, genießen Legendenstatus: Uwe Seeler vom Hamburger SV und Klaus Fischer von Schalke 04. Doch laut seinem Trainer Marco Rose, der den erst 21-Jährigen einst bereits bei Red Bull Salzburg trainierte, ist Haaland noch längst nicht am Ziel. "Das ist ein Spieler, der weiß, dass er noch Potenzial hat", sagte Rose

Haaland pulverisiert alles, was es bislang gegeben hat. Wenn der BVB an diesem Mittwoch (18.45 Uhr/DAZN) bei Besiktas Istanbul seinen ersten Auftritt in der diesjährigen Champions League bestreitet, wackeln die nächsten Bestmarken. Dortmunds Sturmwunder hat seine ersten 20 Tore in der Königsklasse in nur 16 Spielen geschossen.

Bei Haaland kann kein Bundesligist mithalten

Mit Rekorden wie diesen ist Haaland zur mit Abstand heißesten Aktie im Weltfußball geworden. Für Rose ist es wichtig und richtig, dass Haaland in dieser Saison noch in Dortmund spielt und noch nicht bei einem größeren Klub. "Er ist schon viele Schritte gegangen. Aber er hat schon noch ein paar Dinge, die er entwickeln kann", sagte der Dortmunder Coach. Vor allem in der Champions League wird der Skandinavier ins Schaufenster gestellt, weil er in Dortmund zwar einen langfristigen Vertrag hat, dieser jedoch eine Ausstiegsklausel enthält, die es Mitbewerbern ermöglicht, ihn im kommenden Sommer für kolportierte 75 Millionen Euro zu verpflichten.

Eine Summe, die auf den ersten Blick exorbitant erscheint, mutet angesichts dieses Stürmers wie ein Schnäppchen an, das den europäischen Fußballgeldadel zu einem nie dagewesenen Wettbieten veranlassen wird. Ex-Bayern-Boss Karl-Heinz Rummenigge erwartet eine regelrechte Transferschlacht: "Die Vereine stehen bereits Schlange, um ihn und seinen Berater von einem Wechsel zu überzeugen“, sagte der 65-Jährige der spanischen Zeitung AS. Rummenigge ist sich ziemlich sicher, dass Haaland bald nicht mehr in Deutschland auf Torejagd geht: "Da wird kein Bundesligist mithalten können. Auch der FC Bayern nicht."

Den Fisch werden andere an Land ziehen. Es wird berichtet, dass Haalands umtriebiger und mächtiger Manager Mino Raiola in Sondierungsgesprächen mit dem Champions-League-Gewinner FC Chelsea ein jährliches Salär von 50 Millionen Euro gefordert hat. Gerade in Corona-Zeiten, in denen die Klubs erhebliche Verluste hinnehmen müssen, eine gigantische Summe. "Haaland ist ein Investment. Ich glaube nicht, dass er nach Liverpool geht. Ich kenne den Besitzer ganz gut und der ist nicht bekannt dafür, die Schatulle besonders aufzumachen. Bei Haaland würde ich auch Real nicht ausschließen. Kann sein, dass sie die Schatulle im Sommer ein bisschen mehr aufmachen und möglicherweise Haaland und Kylian Mbappé holen", sagte Rummenigge bei Bild im TV.


Ob solche Investitionen gerechtfertigt sind, ist und bleibt diskutabel. Andererseits beflügelt ein Stürmer wie Haaland weltweit die Fantasie von Fans und Experten. Jüngst sagte Ex-Nationalstürmer Mario Gomez im Interview mit dem SPORTBUZZER über den Norweger: "Ich glaube, er ist bereits ein Weltstar. Von der Professionalität und vom Willen her ist er mit Ronaldo vergleichbar. Dieses Gesamtpaket, das er in so jungen Jahren zu bieten hat, wird es so schnell nicht noch einmal geben. Da ist er absolut einzigartig."