21. April 2021 / 13:05 Uhr

Schaumburger Fußballer haben keine Lust auf die Super League

Schaumburger Fußballer haben keine Lust auf die Super League

Daniel Kultau
Schaumburger Ztg. / Schaumburger Nachrichten
Ein Klub-Verantwortlicher aus der Premier League reagiert auf die heftige Kritik an der Super League.
Symbolbild © Sportbuzzer
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Die Fußball-Superliga hat für Furore gesorgt. Doch wie es aussieht, wird sie nun doch nicht kommen. Vier Schaumburger Fußballer halten dies für den richtigen Schritt.

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Zwei Tage lang hat die Super League den europäischen Fußball ordentlich durchgewirbelt. So wie es zu aktuell aussieht, wird es sie allerdings doch nicht geben. Zwölf Vereine hatten sich zusammengeschlossen und wollten den neuen Wettbewerb schon im Sommer starten lassen.

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Kurz und knapp zusammengefasst: Es wäre wie in der amerikanischen Basketballliga NBA abgelaufen. Es gäbe keine Absteiger und die Mannschaften spielen für viel Geld unter sich. Die US-Bank JP Morgen hätte 3,5 Milliarden Euro an die Teilnehmer ausgeschüttet. Zusätzlich wollten die Mannschaften aber auch in den nationalen Ligen antreten.

Die UEFA und vor allem die vielen Fans sind dagegen auf die Barrikaden gegangen. Anscheinend mit Erfolg. Wir haben uns bei einigen Schaumburgern umgehört, wie sie zu den Plänen stehen.

Philip Dunkley vom SC Auetal war selbst mit seinem englischen Vater früher häufig im Old Trafford von Manchester United. Dass es dann keine Champions League mehr mit den großen Vereinen geben würde, wäre für ihn ein großer Negativpunkt. „Das ist eine Frechheit, was sie sich überlegen“, findet der Auetaler. Umso froher war er darüber, dass die deutschen Vereine vor Beginn an eine Teilnahme an der Super League ausgeschlossen haben. „Wenn ich dann darüber nachdenke, dass die Mannschaften aus den nationalen Ligen rausgenommen werden, dann sind die auch nicht mehr das Gleiche“, so Dunkley, der vor allem an die englische Premier League ohne Vereine wie Manchester City und den FC Liverpool denkt. „Wenn ich mir dann wöchentlich so was wie Wolverhampton gegen Burnley anschauen müsste, geht auch eine Menge Spaß am Fußball verloren.“

Der FC Bayern München, die Mannschaft von Marc-Oliver Kreft hat direkt ausgeschlossen, bei einer möglichen Superliga dabei zu sein. „Eine Super League kann im Fußball nicht funktionieren“, stellt der Fußball-Boss des TuS SW Enzen direkt klar. Für ihn ist das erschreckende, dass die Vereinsoberen hinter den Rücken von Spielern,Fans und Trainern diesen Deal eingefädelt haben. „Wie kann man so arrogant sein und entscheiden wollen, was die Angestellten, Trainer, Spieler und Fans wollen?“ Kreft ist sehr stolz, dass die Bayern und die Dortmunder von Anfang an klare Kante gezeigt hätten. Er findet es „eine Farce“, dass sich „die angeblichen Topvereine“ nun selbst privilegieren wollen. „Wo kommen wir da hin? Suchen wir bald einen Investor für eine Super-Kreisliga?“

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Carlo Calvos Herz gehört dem AC Milan. Einer der zwölf Vereine, die sich ursprünglich für die Super League ausgesprochen hatten. „Wenn man es auf dem Papier sieht, ist es ganz klar Geldmacherei“, stellt der Trainer des TuS Niedernwöhren klar. „Da möchte man sich als Fan des AC Milan momentan schon etwas verstecken und schämt sich auch ein wenig.“ Außerdem stellt sich Calvo die Frage, ob die Vereine den Kontakt zur Basis und somit einen Grund für den Erfolg völlig vergessen hätten. Dass sich die UEFA nun als Verband deutlich gegen die Super League positioniert, findet der Niedernwöhrener „makaber“, schließlich habe auch der Europäische Fußballverband keine weiße Weste. Dass die geplante Liga ohne Auf- und Absteiger auskommen würde, ist für Calvo ein weiteres No-Go. Schließlich ginge es im Fußball doch um den sportlichen Wettkampf.

Wo Calvo ein Rot-Schwarzer ist, fieber Giuseppe Inserra mit den Blau-Schwarzen aus Italien mit. Der Coach des SV Obernkirchen ist Anhänger von Inter Mailand, einem Verein, der ebenfalls in der Super League starten würde, sofern sie kommt. „Eine Liga, die aus sechs englischen, drei italienischen und drei spanischen Vereinen besteht, ist für mich keine Super League“, so Inserra, der generell kein Fan der vielen neuen Ligen ist, „die wie Pilze aus dem Boden sprießen.“ Vielmehr sollte man auch die kleinen Vereine mit ins Boot holen, die nicht so viel wie die großen verdienen, findet der Obernkirchener. Gerade, dass die reichen Vereine immer reicher werden und sich in der Pandemie weitere Gelder einstecken wollen, während der Amateurfußball nicht mal stattfinden kann, ist für der Nerazzuri nicht nachvollziehbar. „Ich würde mir einfach wünschen, dass die Super League bald wieder in den Boden gestampft wird, denn die Champions League ist schon einfach etwas Besonderes.“