05. Mai 2020 / 19:00 Uhr

Schaumburger Sportanlagen haben ab Mittwoch wieder geöffnet

Schaumburger Sportanlagen haben ab Mittwoch wieder geöffnet

Daniel Kultau
Schaumburger Ztg. / Schaumburger Nachrichten
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Noch herrscht auf dem Enzer Sportplatz Leere. Schon ab morgen dürften die Fußballer aber wieder auf die Plätze. © Daniel Kultau
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Das Warten hat für viele Schaumburger Sportler ein Ende. Denn ab Mittwoch, dem 6. Mai haben die Sportanlagen wieder geöffnet.

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Für viele Schaumburger Sportler hat das Warten ab heute ein Ende. Das Land Niedersachsen lockert seine Corona-Beschränkungen insofern, dass es alle Outdoor-Sportanlagen zu Trainingszwecken wieder öffnet, bei denen ein Mindestabstand von zwei Metern sichergestellt werden kann.

Die Aktiven, die eine Indoor-Sportart betreiben, müssen sich noch mindestens bis Ende Mai gedulden, heißt es vom niedersächsischen Landesministerium.
Die Schritte zurück in die Normalität sind trotzdem unterschiedlich groß. Während Tennis- oder Golfspieler einen großen Schritt machen, müssen beispielsweise die Fußballer mit ungewohnten Regelungen zurechtkommen. Wir haben uns bei einigen Vereinen und Funktionären aus dem Landkreis umgehört, wie sie mit den Auflagen umgehen.

Werner Nickel (Vizepräsident Golfclub Schaumburg): „Wir vergeben unsere Startzeiten ab sofort online über ein Portal im zehn Minutentakt. Es dürfen maximal zwei Personen pro Gruppe losziehen, sonst sind es vier pro Gruppe. Die müssen sich natürlich auch an die Abstandsregeln von 1,50 Metern halten. Auf dem Platz dürfen die Fahnen nicht mehr aus dem Loch genommen werden. Wir haben außerdem Desinfektionsspender angebracht. Damit müssen dann auch die Bälle desinfiziert werden. Unsere Duschen und Umkleiden sind geschlossen. Wir wollen, dass unsere Mitglieder maximal 30 Minuten vor der gebuchten Zeit kommen und dann direkt nach der Runde wieder fahren. Unsere Gastronomie hat natürlich noch nicht geöffnet.“

"Jungs scharren mit den Hufen"

Marcel Diedler (Fußball-Spartenleiter SC Auetal): „Natürlich scharren die Jungs schon mit den Hufen aber wir warten erstmal noch auf weitere Informationen und werden uns auch noch mal mit unserer Kommune austauchen. Erst dann entscheiden wir, wie es weitergeht. Fest steht ja auf jeden Fall, dass die Umkleideräume und Duschen geschlossen sein werden. Sollten wir wieder auf den Platz gehen, würde sich das Training wohl hauptsächlich im Torschuss- und athletischen Bereich abspielen.“

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Christiane Lucht (Trainerin und Vorstandsmitglied MTV Messenkamp): „Bei uns würde das sowieso erstmal nur die Leichtathleten betreffen. Voraussichtlich werden wir am übernächsten Freitag wieder mit dem Training beginnen, das steht allerdings noch nicht fest. Wir haben die Infos auch erst so kurzfristig bekommen, dass wir das im Vorstand jetzt noch alles klären müssen. Da geht es unter anderem um Hygieneregeln oder auch Gruppengrößen.“

Bernd Wilkening (Präsident Tennisclub Grün-Weiß Stadthagen): „Ich möchte erst mal die Verordnung vom Tennisverband (gemeint ist der Tennisverband Niedersachsen Bremen, Anm. d. Red.) abwarten und die dann natürlich auch umsetzen. Wir haben bei uns aber insoweit vorgesorgt, dass wir Desinfektionsspender aufgestellt haben. Die Duschen und Umkleiden bleiben natürlich geschlossen. Auf Doppel werden wir zudem verzichten und vorerst nur Einzel spielen. Im Sommer, anders als im Winter, trainieren auch nur die Spieler aus unserem Verein auf den Anlagen. Das verläuft sich dadurch etwas besser.“

Plätze noch nicht freigegeben

Marc-Oliver Kreft (Fußball-Spartenleiter TuS SW Enzen): „Wir werden noch warten, bis die Stadt die Plätze wieder freigibt. Von daher wird es in dieser Woche noch kein Training bei uns geben. Sollten die Beschlüsse da sein, werden wir Leitlinien an unsere Trainer weitergeben. Vielleicht müssen wir, wenn es soweit ist, auch über kleinere Trainingsgruppen nachdenken, um zum Beispiel die Abstände einhalten zu können. Ich persönlich halte die Öffnung für zu früh, weil sich an der eigentlichen Situation rund um das Virus nichts geändert hat.“

Hagen Rank (Geschäftsführer Kreissportbund Schaumburg): „Ich wurde in den vergangenen Tagen von vielen Mitgliedern gefragt, ob es direkt am Mittwoch wieder auf die Plätze gehen kann. Aber so einfach ist das nicht. Der Landessportbund (LSB) hat den Rahmen geschaffen und nun liegt es an den Landesfachverbänden, ihre Mitglieder zu informieren, wie sie ihren Sport wieder aufnehmen können. Dazu hat der LSB auch eine Hotline eingerichtet, die genau solche Fragen sammelt und an deren Experten weiterleitet (0511-1268 210).“

LSB äußert sich am Abend

In einer Pressemitteilung, die der Landessportbund (LSB) am Dienstagabend veröffentlichte, geht dieser auf die Lockerungen ein. Der Niedersächsische Minister für Inneres und Sport, Boris Pistorius, sagt: „Sport ist nicht nur Freizeitbeschäftigung, sondern für viele von uns ein Lebensgefühl. Wenn wir in diesen schweren Zeiten wieder auf die vertrauten Sportanlagen gehen können, , wird uns das helfen, den Mut nicht zu verlieren.“

Umkleiden, Duschen, Gastronomie und Vereinsheime sollen jedoch weiterhin geschlossen bleiben. Folgende weitere Leitplanken sollen von den Vereinen beachtet werden: Einen ausreichend großen Personenabstand (Zwei Meter), kontaktfreie Durchführung, konsequente Einhaltung von Hygiene- und Desinfektionsmaßnahmen, Bekleidungswechsel und Körperpflege zu Hause, Steuerung des Zutritts zu den Sportanlagen unter Vermeidung von Warteschlangen, Nutzung von Gesellschafts- und sonstigen Gemeinschaftsräumen bleibt untersagt, keine Zuschauer.

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Grundsätzlich gibt es keine Beschränkung von Sportarten, allerdings werden die Voraussetzungen für eine zulässige sportliche Betätigung im Freien in der Regel leichter bei der Ausübung von Individualsportarten erfüllt sein. Auch die Zahl der Trainierenden ist nicht vorgegeben. Entscheidend ist der Abstand zwischen den einzelnen Personen (Zwei Meter).