25. März 2020 / 10:58 Uhr

Schenkendorfs Ottmar Wolter: "Du rennst rum wie ein Bekloppter"

Schenkendorfs Ottmar Wolter: "Du rennst rum wie ein Bekloppter"

Kevin Päplow
Märkische Allgemeine Zeitung
Ottmar Wolter (m.) besitzt bei Blau-Weiß Schenkendorf Legendenstatus. Sein Neffe Robert Krummrey (r.) spielt bei den ersten Herren. Links ist Wolter mit dem Team Schenkendorf beim Reinhold Günther-Abschiedspiel zu sehen, der beim Verein 26 Jahre verbracht und mit 34 Jahren seine Karriere 2018 beendet hat.
Ottmar Wolter (m.) besitzt bei Blau-Weiß Schenkendorf Legendenstatus. Sein Neffe Robert Krummrey (r.) spielt bei den ersten Herren. Links ist Wolter mit dem Team Schenkendorf beim Reinhold Günther-Abschiedspiel zu sehen, der beim Verein 26 Jahre verbracht und mit 34 Jahren seine Karriere 2018 beendet hat. © Kevin Päplow, Privat/SPORTBUZZER-Montage
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Jeder Freak im Fußballkreis kennt sie, die Leute, die auf dem Sportplatz kommen und sofort wissen die Menschen: "Schau mal, da ist diese Person, die als Trainer den Verein zum Aufstieg führte, der Fußballer, zu den schon die Junioren aufblickten oder die Legende, die als wichtige Führungsperson im Vorstand ehrenamtlich alles dafür getan hat, dass der Herzensclub Erfolg hat." Der SPORTBUZZER widmet sich diesen Personen, damit ihr – wenn es wieder losgeht – genau wisst, wer mitverantwortlich ist für Erfolge und wer Legendenstatus besitzt. Teil 1 mit Ottmar Wolter, dessen Name in Schenkendorf allgegenwärtig ist.

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„Ich habe ein komisches Gefühl und ich glaube da kommt noch was auf uns zu“, antwortet Ottmar Wolter auf die Frage, wie er die Sache mit dem Coronavirus einschätzt. Sicher ist definitiv, dass die Legende vom SC Blau-Weiß Schenkendorf ohne Fußball nicht kann. „Du rennst rum wie ein Bekloppter! Kein Fußball im Fernsehen und auch in Schenkendorf rollt der Ball nicht“, stellt der glühende Anhänger von Borussia Mönchengladbach traurig fest.

Der 68-jährige Gas-Wasser-Installateur weiß genau, wann das Abenteuer Schenkendorf für ihn begann. Am 8. April 1960 trat der dem Verein bei, dem er bis heute die Treue hält. Sein erster Trainer Hans Anders entfachte in ihm das Feuer ebenfalls eine Mannschaft zu betreuen. Das erfolgte schon mit 26 Jahren, als seine Spieler sich gegenseitig ordentlich anranzten, wenn ein Training oder Spiel geschwänzt wurde. „Da ging es rund. Da waren Typen bei, da würde sich die Generation von heute in die Hose machen“, erklärt Wolter mit einem Schmunzeln.

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Als Spieler zog Ottmar Wolter, dessen zwei Brüder Bernd und Elmar ebenfalls für Schenkendorf die Schuhe schnürten, lediglich nur einmal ins Endspiel ein. Dieses wurde mit 2:3 nach Verlängerung in den 80er Jahren gegen Merkur Kablow-Ziegelei verloren.

Im Nachwuchs als Coach war die Blau-Weiß-Institution erfolgreicher. Seine damaligen D-Junioren gewannen 1996 die Kreismeisterschaft im Endspiel gegen Blau-Weiß Zossen und sollten auch im Pokalwettbewerb Jahre danach kontinuierlich für Aufsehen sorgen. Im Jahr 1999 schalteten die Schenkendorfer im Landespokal Stahl Brandenburg, den BSC Süd 05 und den MSV Rüdersdorf aus. Im Halbfinale empfing man auf dem Sportplatz an der Krummenseer Straße niemand geringeren als den FC Energie Cottbus. „Wir verloren gegen eine Topmannschaft mit 0:6. Aus unserer Truppe von damals spielen Martin Kotzte, Lars Krüger, Toni Wolter und Markus Grabinski heute noch in der 1. Mannschaft“, fügt er stolz an.

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Von 1986 bis 2006 war „Gottmar“ wie ihn viele schelmisch nennen, Abteilungsleiter Fußball und unter seiner Feder feierte Schenkendorf zwei Aufstiege in die Kreisliga. Man stand 2005 sogar im Kreispokalendspiel, was gegen Eintracht Miersdorf/Zeuthen aber verloren ging. Mit dem Aufstieg dankte Wolter dann gebührend ab und besucht seither jedes Spiel seines Vereins, was er zeitlich sehen kann. „Ob Männer oder Bambinis, wir sind Schenkendorf und da bin ich bei meinem Verein. Das ist normal“, stellt der 68-jährige unermüdlich klar.

Den unnötige Abstieg aus der Kreisoberliga 2018, kann Ottmar Wolter verschmerzen. „Wir wären ein Jahr später jedes Spiel zweistellig vom Platz gegangen. Die Personaldecke war bedenklich. Da sieht das jetzt, wo unsere jungen Spieler die Lücke schließen, deutlich besser aus“, freut sich der Mann, dessen Neffen Toni Wolter und Robert Krummrey Teil der aktuellen Herrenmannschaft sind, die in der Kreisliga Dahme/Fläming von der Spitze grüßt. „Besteht die Mannschaft die schweren Auswärtsspiele in Baruth, Motzen, Halbe und Sperenberg, dann könnte es was mit dem Aufstieg werden“, hofft Wolter, der dann wieder ein neues Kapitel in der Vereinsgeschichte der Blau-Weißen miterleben würde.

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