30. Oktober 2019 / 09:25 Uhr

Zur Sicherheit der Schiedsrichter: Berliner Landesligist engagiert Bodyguards

Zur Sicherheit der Schiedsrichter: Berliner Landesligist engagiert Bodyguards

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Ein Berliner Landesligist hat eine Sicherheitsfirma für den Schutz der Schiedsrichter beauftragt.
Ein Berliner Landesligist hat eine Sicherheitsfirma für den Schutz der Schiedsrichter beauftragt. © imago images/Zink
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Nach dem tätlichen Übergriff auf einen Amateur-Schiedsrichter in einem Kreisliga-Spiel in Hessen trifft der Berliner Landesligist Friedenauer TSC künftig besondere Vorkehrungen: Es wurde eine Sicherheitsfirma beauftragt. 

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Angesichts zunehmender Gewalt gegen Schiedsrichter wird der Berliner Landesligist Friedenauer TSC die Referees von Bodyguards schützen lassen. Einem Bericht der Bild zufolge engagiert der Verein ab sofort eine Sicherheitsfirma für den Sonntag, an dem bis zu fünf Männer-Mannschaften ihre Heimspiele austragen. Bis zum Ende der Hinrunde sollen die Kosten für die Sicherheitsfirma rund 5000 Euro betragen.

"Worte und Banner sind nicht genug"

„Bei uns gab es keine Gewalt gegen Schiris. Aber um die Sicherheit auch in Zukunft zu gewährleisten, haben wir uns dazu entschlossen“, sagte Ronny Herms, Mitglied im Club-Vorstand. „Worte und Banner sind nicht genug!“ Die Kosten für die Security-Firma muss der Verein selbst aufbringen. Herms: „Das fällt schwer - aber die Sicherheit ist es wert.“

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Am vergangenen Wochenende streikten die Berliner Schiedsrichter wegen der zunehmender Gewalt gegen Referees, ab der 6. Liga fand keine Partie statt. Erst am vorigen Sonntag war ein 22 Jahre alter Unparteiischer in der Partie des FSV Münster gegen TV Semd in der hessischen C-Liga Dieburg von einem Spieler der Gastgeber bewusstlos geschlagen worden und musste mit einem Rettungshubschrauber in ein Krankenhaus geflogen werden.

Berliner Schiedsrichter streikten wegen zunehmender Gewalt

Inzwischen hat der Verein des Schlägers bereits Konsequenzen gezogen und seine Mannschaft aus dem laufenden Spielbetrieb abgemeldet. Zudem erhielt der Spieler nach Angaben des Vereinsvorsitzende Hans-Peter Samoschkoff ein lebenslanges Hausverbot.

Am Montag hatte sich auch der Heimatverein des Opfers, der GSV Breitenbrunn, auf Facebook zu dem Fall geäußert. "Wir wollten nach der schrecklichen Nachricht alles ein bisschen sacken lassen, bevor wir uns zu diesem Thema äußern", hieß es. "Fakt ist, dass wir gar nicht so viel essen können, wie wir kotzen könnten." Man werde nun alles dafür tun, „damit unser Schiedsrichter wieder auf die Beine kommt. Das ist das Allerwichtigste. Den Rest sollen andere entscheiden.“