25. Januar 2022 / 13:18 Uhr

Ex-Schiri Dietmar Tackmann spendet seine Sammlung: Ausrüstung jetzt in Togo im Einsatz

Ex-Schiri Dietmar Tackmann spendet seine Sammlung: Ausrüstung jetzt in Togo im Einsatz

Christian Lüsch
Ostsee-Zeitung
Der Schweriner Dietmar Tackmann (r.) – hier bei einem Spiel des Hamburger SV – spendete seine Schiedsrichter-Utensilien für einen Verein im afrikanischen Togo.
Der Schweriner Dietmar Tackmann (r.) – hier bei einem Spiel des Hamburger SV – spendete seine Schiedsrichter-Utensilien für einen Verein im afrikanischen Togo. © privat
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Von 1993 bis 2018 war Dietmar Tackmann aus Schwerin als Schiedsrichter in ganz Deutschland unterwegs. Nachdem er sein Ehrenamt aufgegeben hatte, konnte er sich zunächst nicht von seinen Utensilien trennen. Bis ein Freund und Kollege ihn fragte, ob er diese für ein Hilfsprojekt stiften wolle. 

Dieser Artikel ist Teil der Amateurfußball-Initiative #GAFBAF. Infos auf gabfaf.de.

Viele Jahre lang brachte es Dietmar Tackmann nicht übers Herz, sich von den Sachen zu trennen, die im Laufe der Zeit aus der Mode gekommen waren, oder aus denen er „herausgewachsen“ war. Im vergangenen Jahres löste er seine Sammlung an Schiedsrichter-Utensilien, die er zuvor aufbewahrt hatte, dann doch auf. Für einen guten Zweck.

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„Ein Kollege, der wie ich ein leidenschaftlicher Amateurfußballer ist und seit Jahren Kontakte zu einem Verein in Afrika pflegt, fragte mich, ob ich meine Ausrüstung zur Verfügung stellen würde“, erzählt der Schweriner, der bei der Polizei in Hamburg arbeitet. Kurz vor Weihnachten ging dann alles, was der 45-Jährige über viele Jahre aufbewahrt hatte, auf die Reise. 30 Trikots, Trainingsanzüge, Bälle, Stutzen, Schuhe, mehrere Kartensätze und Pfeifen steuerte Tackmann bei.

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450 Schiedsrichter-Utensilien verschickt

Die Sendung, die aus insgesamt 450 Teilen bestand, ging ins westafrikanische Togo, zum Verein Bilo FC in der Hauptstadt Lomé. Es sei gut, dass seine Sachen dort nun wieder zum Einsatz kommen, sagt Dietmar Tackmann, der von 1993 bis 2018 in Deutschland Amateur-Fußballspiele von der Kreisliga bis in die 4. Liga pfiff und als Assistent in der 3. Liga eingesetzt wurde.

„Ohne Schiri geht es nicht“, auch in Afrika nicht, sagt der dreifache Familienvater, der zum Abschluss seiner aktiven Laufbahn das Benefizspiel zwischen der Spielvereinigung Cambs-Leezen, seinem Heimatverein, und dem FC Hansa Rostock leitete. „Damals kam Pavel Dotchev zu mir und meinte, ich sei zu jung zum Aufhören und könnte doch weitermachen“, erinnert sich Tackmann an die Begegnung mit dem damaligen Hansa-Coach.

In fast 30 Jahren hatte der Ehrenamtler auf Fußballplätzen viel erlebt: Beispielsweise die Oberliga-Partie zwischen dem 1. FC Magdeburg und dem FSV Zwickau im Ernst-Grube-Stadion im Jahr 2004. Es war das letzte Duell im Stadion der Magdeburger, das danach abgerissen werden musste. Dazu kamen Freundschaftsspiele mit Bundesliga-Beteiligung vom Hamburger SV, dem VfB Stuttgart und Hansa Rostock, die ihm in guter Erinnerung geblieben sind.

Doch er wollte mehr Zeit für seine Frau, seine Tochter und die drei Söhne haben, die heute zwischen fünf und 23 Jahre alt sind. Ganz los kam der Polizeikommissar, der am Schweriner Stadtrand lebt, von Pfeile, Fahne und Co. aber dann doch nicht. Dem Mecklenburger, der seit dreißig Jahren Hansa-Mitglied und Dauerkartenbesitzer ist, liegen seine Schiedsrichter-Kollegen nach wie vor am Herzen. Tackmann ist deswegen immer noch als Schiedsrichter-Beobachter unterwegs. Donnerstags trainiert er in der Altherrenmannschaft des SV Sukow.


„Es ist wichtig, dass wir uns um den Nachwuchs kümmern, junge Leute motivieren, Schiedsrichter zu werden“, sagt der Ex-Referee. Er weiß aus eigener Erfahrung, dass das eine herausfordernde Aufgabe ist. „Ich finde es wichtig, Anreize zu schaffen, um Menschen dazu zu bewegen, Schiedsrichter zu werden“, sagt Tackmann. Er hält nichts davon, Vereinen, die keine oder zu wenige Unparteiische stellen, zu bestrafen. Das löse das Problem nicht. Es verlagere es nur.