10. April 2020 / 23:19 Uhr

Bericht: Neue Regeln für Bundesliga-Schiedsrichter - Zwayer und Co. dürfen Spiele in Wohnort-Nähe leiten 

Bericht: Neue Regeln für Bundesliga-Schiedsrichter - Zwayer und Co. dürfen Spiele in Wohnort-Nähe leiten 

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Aufgrund der Folgen der Corona-Krise dürfte Bundesliga-Referee Felix Zwayer wohl auch Spiele in der Nähe seines Wohnortes pfeifen. 
Aufgrund der Folgen der Corona-Krise dürfte Bundesliga-Referee Felix Zwayer wohl auch Spiele in der Nähe seines Wohnortes pfeifen.  © imago images/Jan Huebner
Anzeige

Der DFB plant einem Bericht der "Bild" zufolge, die Regularien für Schiedsricher-Ansetzungen aufgrund der Corona-Krise zu ändern. Die Referees dürften demnach Geisterspiele leiten, obwohl diese in der Nähe ihres Wohnortes ausgetragen werden. Zudem soll sich auch die Stadion-Anreise der Unparteiischen ändern. 

Geht es nach der DFL, dann soll im Mai der Spielbetrieb in der Bundesliga wieder aufgenommen werden. Aufgrund der Corona-Krise sollen die Partien als Geisterspiele ausgetragen werden, um die Ansteckungsgefahr zu vermeiden. Offenbar sollen sich auch die DFB-Regularien für die Ansetzungen der Schiedsrichter ändern. Dies berichtet die Bild. Demnach könnten die Schiedsrichter dann auch Spiele in ihrer Heimatregion oder ihrer Heimatstadt pfeifen. Die Schiedsrichter werden eigentlich nicht nahe ihres Wohnortes eingesetzt, um keine Zweifel an der Fairness aufkommen zu lassen. Schiedsrichter Felix Zwayer (Berlin) könnte jedoch demnach zukünftig auch Spiele von Hertha BSC und Union leiten.

Anzeige
Mehr vom SPORTBUZZER

Laut des Berichts soll zudem die obligatorische Hotel-Übernachtung gestrichen werden. Stattdessen sollen die Unparteiischen mit dem eigenen Auto zu den Stadien gelangen. Außerdem ist offenbar geplant, das sich die Schiedsrichter einen Tag vor dem Spiel auf eine Infektion mit dem Corona-Virus testen lassen müssen. Auch den Videokeller in Köln sollen Corona-Maßnahmen treffen. So soll, ähnlich wie in den Supermärkten, die Video-Assistenten eine Plexiglasscheibe voneinander trennen. Im Stadion selbst soll zudem kein Schiedsrichter-Beobachter mehr anwesend sein, stattdessen soll die Leistung der Referees vom TV-Gerät von zuhause aus analysiert werden. Die entsprechenden Änderungen sollen den Schiedsrichtern bereits mitgeteilt worden sein.

Fortsetzung oder Abbruch: So ist der Stand in den internationalen Topligen

Das Coronavirus legt den Fußball in Europa lahm - mit Ausnahme der weißrussischen Liga müssen alle Wettbewerbe pausieren. Die Länge der Zwangspause ist dabei unterschiedlich bemessen. Der <b>SPORT</b>BUZZER fasst den Stand zusammen - wie lange pausieren die Ligen in Europa? Zur Galerie
Das Coronavirus legt den Fußball in Europa lahm - mit Ausnahme der weißrussischen Liga müssen alle Wettbewerbe pausieren. Die Länge der Zwangspause ist dabei unterschiedlich bemessen. Der SPORTBUZZER fasst den Stand zusammen - wie lange pausieren die Ligen in Europa? ©

Ob die Bundesliga aber überhaupt im Mai wieder starten kann, steht noch nicht endgültig fest. DFL-Chef Christian Seifert hat jedoch erneut betont, dass der mögliche Neustart nicht auf Kosten des Gesundheitssystems erfolgen werde. "Es wird nicht der Fall sein, dass auch nur eine Ärztin, ein Arzt, eine Krankenschwester oder ein Krankenpfleger, die für das System wirklich relevant sind, nicht getestet werden kann, weil Fußballspieler getestet werden müssen", sagte der 50-Jährige der New York Times. Zuletzt gab es Berichte, wonach die DFL plane, das sich die Bundesliga-Spieler alle drei Tage Corona-Tests unterziehen sollten. Dies hatte öffentlich Kritik hervorgerufen. Auch Seiferts Vorgänger Andreas Rettig hatte vor einer Bevorzugung der Bundesliga-Klubs bei Corona-Tests gewarnt.

Seifert will Liga-Abbruch verhindern: "Kämpfen ums Überleben

Einen Liga-Abbruch will Seifert mit aller Macht verhindern - denn es stehen Existenzen auf dem Spiel. "Im Moment kämpfen wir alle ums Überleben", sagte er. Die Hälfte der Vereine in der 2. Liga wäre im Falle eines Abbruchs in akuter Insolvenzgefahr. Geisterspiele seien demnach das einzige Mittel, um die Klubs wegen der ausbleibenden TV-Gelder vor der Pleite zu bewahren. "Wer Geisterspiele rundheraus ablehnt, der muss sich keine Gedanken mehr machen, ob wir demnächst mit 18 oder 20 Profiklubs spielen. Denn dann wird es keine 20 Profiklubs mehr geben", stellte Seifert klar.