18. April 2016 / 15:15 Uhr

Schiedsrichter fühlt sich bedroht: Polizeieinsatz bei C-Juniorenspiel

Schiedsrichter fühlt sich bedroht: Polizeieinsatz bei C-Juniorenspiel

Joel Drießen
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Beim Spiel zwischen der B-Jugend des Pankower SV Rot-Weiß und dem SSV Einheit Perleberg musste die Polizei anrücken.
Beim Spiel zwischen der B-Jugend des Pankower SV Rot-Weiß und dem SSV Einheit Perleberg musste die Polizei anrücken. © imago/Patrick Pleul
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Nach dem C-Junioren-Kreisligaspiel zwischen dem SV Ramlingen/Ehlershausen und dem TuS Garbsen II muss die Polizei anrücken. Der Schiedsrichter fühlte sich von Personen aus dem Umfeld des Gastteams bedroht.

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2:1 hieß es am Ende der Partie zwischen den C-Junioren des SV Ramlingen/Ehlershausen und der Zweitverwertung des TuS Garbsen. Eigentlich hätte die an sich unspektakuläre Partie keiner weiteren Erwähnung bedarft, wäre es nicht nach Abpfiff zu einem Polizeieinsatz gekommen.

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Das war passiert: Während der Partie fühlten sich Angehörige des TuS Garbsen durch Schiedsrichterentscheidungen benachteiligt, was auch durch lautstarke Zwischenrufe zu hören war.

Nach Abpfiff der Partie gab es dann offenbar weitere Meinungsverschiedenheiten zwischen dem Schiedsrichter und den Verantwortlichen des TuS Garbsen. Die Situation spitzte sich dabei offenbar dermaßen zu, dass der 16-Jährige Unparteiische sich bedroht fühlte - und die Polizei rief.



Aufruhr vor der Umkleide?

Demnach sollen sich neben dem Co-Trainer auch Mitglieder sowie Eltern von Spielern des TuS Garbsen II vor den Umkleidekabinen aufgehalten haben. Beim Eintreffen des Streifenwagens befanden sich allerdings alle Personen aus dem Umfeld des TuS Garbsens schon auf der Heimreise.

Garbsens Trainer Frank Jäschke betont, dass er sich zwar beim Schiedsrichter über den aus seiner Sicht zu frühen Abpfiff beschwert habe. Mehr sei aber nicht passiert, sagt der Trainer*. *"Wir haben nicht mal in Ramlingen geduscht. Ich habe lediglich beim Schiedsrichter noch die Spielerpässe abholen wollen, aber dieser hat die Tür zu seiner Kabine erst nach mehrmaligen Anklopfen geöffnet. Danach bin ich abgereist".

Aussage gegen Aussage

Aussage gegen Aussage steht in einem anderen Aspekt, der sich bereits zu Halbzeit abgespielt haben soll. Der Schiedsrichter gab bei der Polizei zu Protokoll, dass der Co-Trainer des TuS Garbsen ihm zur Halbzeit gesagt haben soll: "Wenn du für uns pfeifst, dann passiert dir nichts". Diese Äußerung dementierte Co-Trainer Diamantis Charissis auf Nachfrage des Sportbuzzers allerdings vehement.

Schiri und TuS wollen sich aus dem Weg gehen

Weitere Konsequenzen wird der Polizeieinsatz wohl nicht haben. Der Jung-Schiedsrichter hat auf eine Anzeige verzichtet. Allerdings will er sich beim Verband dafür einsetzen, dass er in Zukunft keine Spiele der Garbsener mehr pfeifen muss.

Offenbar war es nicht das erste Mal, dass es zwischen ihm und den C-Junioren der Garbsener zu Unstimmigkeiten kam. Das berichtet auch TuS-Trainer Frank Jäschke: "Wir wollten uns sowieso nach der Partie dafür einsetzen, dass der betreffenden Schiedsrichter keine unserer Partien mehr pfeift".