25. April 2019 / 14:31 Uhr

Schiedsrichter im Fußballkreis Prignitz/Ruppin machen absichtlich falsche Angaben

Schiedsrichter im Fußballkreis Prignitz/Ruppin machen absichtlich falsche Angaben

Marius Böttcher
Märkische Allgemeine Zeitung
Schiedsrichter-Obmann Stefan Schmidt aus Gülitz (M.)
Schiedsrichter-Obmann Stefan Schmidt aus Gülitz (M.) vom Fußballkreis Prignitz-Ruppin. © Fussballkreis Prignitz-Ruppin
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Fußballkreis Prignitz/Ruppin: Schiedsrichter-Obmann Stefan Schmidt bestätigt die Vorfälle in drei Fällen, in denen Schiedsrichter absichtlich falsche Angaben machten.

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Noch immer entsetzt, fassungslos und dementsprechend etwas wortkarg präsentierte sich Stefan Schmidt, als der SPORTBUZZER ihn am Donnerstag per Telefon erreicht. Der Vorsitzende des Schiedsrichter-Ausschusses des Fußballkreises Prignitz/Ruppin wusste sofort, was die Gründe für den Anruf sind. „Das ist ein Schlag ins Gesicht für die Schiedsrichter-Gilde“, gibt der 38-Jährige ehrlich zu.

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Er spricht über die öffentlich gewordenen Betrugsvorfälle von insgesamt drei Schiedsrichtern, deren Namen und die dementsprechenden Spielpaarungen der Redaktion bekannt sind, die absichtlich falsche Angaben zu Platzverweisen in Spielen gemacht haben. Zuerst hatte der Ruppiner Anzeiger darüber informiert. Im ersten Fall, einem Altherren-Kick der 1. Kreisklasse A, wurde der Referee angeblich vom Heimtrainer, dessen Spieler die Rote Karte erhielt, angesprochen. Er solle doch bitte bei einem anderen Spieler den Platzverweis eintragen, weil der eigentliche Sünder noch im Herrenteam gebraucht werde.

Rote Karte nicht im Spielbericht vermerkt

Bei der zweiten nun bekannten Angelegenheit geht es um eine gezeigte Rote Karte, welche im Spielbericht jedoch nicht vermerkt wurde. Für diese Rote Karte gebe es jedoch Zeugen, sogar der Staffelleiter der Spielklasse war live vor Ort. Die dritte Affäre ist etwas komplexer: Bei einem Kreisliga-Spiel soll der Schiedsrichter zwei Spielern nach Abpfiff die Rote Karte gezeigt haben. Dies sei möglich, jedoch müsse im Nachgang ein Bericht angefertigt werden. Nach Intervention der betroffenen Sünder soll der Referee die zwei Roten Karten jedoch in eine Gelbe und eine Gelb-Rote Karte umgewandelt haben.

Schiedsrichter-Obmann Stefan Schmidt bestätigt Manipulationen

„Es ist wahr, es wurden einige Karten umgeschrieben“, bestätigte Schmidt, der das Unparteiischen-Trio vorerst aus dem Verkehr gezogen hat: „Mir ist zu Ohren gekommen, dass einem Schiedsrichter sogar Geld geboten wurde, das kann ich aber nicht bestätigen. Dennoch hat der für Rot-Weiß Gülitz pfeifende Obmann, der seit Februar 2018 an der Spitze der Schiedsrichter-Gilde steht, wenig Verständnis: „Das tut weh, wir haben eh schon so wenig Schiedsrichter. Den Vereinen trifft hier aber auch eine Schuld.“

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