17. September 2022 / 21:42 Uhr

"Hier sind Kinder im Stadion": Schiedsrichter Ittrich schimpft über Schmäh-Plakate gegen Eberl

"Hier sind Kinder im Stadion": Schiedsrichter Ittrich schimpft über Schmäh-Plakate gegen Eberl

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Patrick Ittrich schimpft über das Plakat der Gladbacher Fans, auf dem Beschimpfungen prangten.
Patrick Ittrich schimpft über das Plakat der Gladbacher Fans, auf dem Beschimpfungen prangten. © IMAGO/Vitalii Kliuiev/Sven Simon (Montage)
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Borussia Mönchengladbach gewinnt das emotional aufgeladene Spiel gegen RB Leipzig deutlich. Für zwei ehemalige Gladbacher Protagonisten gibt es unflätige Beschimpfungen. Schiedsrichter Patrick Ittrich schimpfte im Nachgang gegen Plakate, auf denen Beleidigungen zu sehen waren.

"Ein Hurensohn-Verein stellt nur Hurensöhne ein", prangte auf einem Spruchband in der Nordkurve der Arena von Borussia Mönchengladbach beim Bundesliga-Spiel gegen RB Leipzig (3:0) am Samstag. Schiedsrichter Patrick Ittrich reagierte umgehend und veranlasste das Entfernen des entsprechenden Plakats. "Bei Spruchbändern, wo Beleidigungen, Verschmähungen zu sehen sind, habe ich eine relativ kurze Leine", erklärte er nach Spielschluss gegenüber Sky und forderte nachgelagerte Konsequenzen: "Dieser rechtsfreie Raum, sowohl im Internet als auch im Stadion, muss unterbunden werden und da muss auch klar gegen vorgegangen werden."

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Die Wut der Gladbacher Fans richtete sich gegen Max Eberl, dessen bevorstehender Wechsel zu RB Leipzig am Samstag noch einmal von RB-Geschäftsführer Oliver Mintzlaff und Gladbach-Sportdirektor Roland Virkus bestätigt wurde. Eberls erwarteter Einstieg bei RB hatte das Gladbacher Fanprojekt in der vergangenen Woche bereits mit einem geharnischten Offenen Brief bedacht. In seiner Zeit bei der Borussia hatte Eberl RB stets als künstlich stark kritisiert. Die Schmähungen während der Leipzig-Partie habe Ittrich "selbst wahrgenommen", berichtete der Referee, der im Anschluss mit den Verantwortlichen kommunizierte.

Dies betraf auch weitere Plakate, auf denen etwa stand: "Monatelanges Gepoker mit einem Konstrukt ohne Seele - Max Eberl, dein Sinneswandel macht uns krank" und "Niemand hier wird je vergessen wo wir herkommen - und wo du hinwillst, du charakterloses Arschloch". Auch der neue Leipzig-Trainer Marco Rose, der bis 2021 als Coach der Gladbacher arbeitete, wurde von den Rängen des Borussia-Parks wüst beleidigt und mit Pfiffen bedacht.

"Ich finde, wir müssen relativ deutlich gegen solche Sachen vorgehen, weil hier Kinder im Stadion sind und Menschen, die Fußball sehen wollen. Und diese Fläche Fußball zu nutzen, um seine verschmähenden Äußerungen rauszuposaunen, das muss aufhören", ärgerte sich Ittrich weiter. Ein Spielabbruch sei indes keine realistische Option gewesen, erklärte der 43-Jährige und verwies auf den vom DFB vorgegebenen Drei-Stufen-Plan. "Einmal das Spiel unterbrechen, dann geht man in die Kabine, danach ist der Spielabbruch das letzte Mittel. Es muss auch verhältnismäßig sein", so der Schiedsrichter.

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