10. Februar 2020 / 16:45 Uhr

Schiedsrichter Ittrich zu neuen Richtlinien in der Bundesliga: "Deshalb müssen wir da ran"

Schiedsrichter Ittrich zu neuen Richtlinien in der Bundesliga: "Deshalb müssen wir da ran"

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Ist angehalten, hart durchzugreifen: Schiedsrichter Patrick Ittrich (links).
Ist angehalten, hart durchzugreifen: Schiedsrichter Patrick Ittrich (links). © 2019 Getty Images
Anzeige

Die neuen Richtlinien in der Bundesliga sorgen für Diskussionen - vor allem nachdem Gladbachs Alassane Plea gegen RB Leipzig vom Platz flog. Schiedsrichter Patrick Ittrich verteidigte die neuen Regeln nun - und sieht auch Auswirkungen auf den Amateurfußball.

Anzeige
Anzeige

Die Neuerung soll für Ordnung und weniger Diskussionen im Fußball sorgen: Seit Beginn der Rückrunde sind Schiedsrichter angehalten, konsequenter Gelbe Karten an die Spieler zu verteilen, die meckern oder wild gestikulieren. So sollen weniger Rudelbildungen entstehen und die Schiedsrichter nicht mehr so aggressiv angegangen werden, wie es seit Jahren immer wieder vorgekommen war. Auch soll so Einfluss auf den Jugend- und Amateurfußball genommen werden, wo in der Vergangenheit immer mehr Schiedsrichter Opfer tätlicher Angriffe wurden.

Mehr vom SPORTBUZZER

Für Bundesliga-Schiedsrichter ist vor allem der Hinweis auf die Amateurligen der wichtige. "Eigentlich ist das schon immer ein Thema. Aber wir haben so viele Übergriffe auf Kollegen in den Amateurligen. Deshalb müssen wir da ran, das tun wir jetzt konsequent", sagte er im NDR Sportclub. "Alle Beteiligten in der Bundesliga - Spieler, Trainer, Schiedsrichter - sind gefordert, ihre Vorbildfunktion auszuüben", sagte der 41-Jährige.

Schiedsrichter verteidigen neue Regeln

Zwar seien die Bundesliga-Profis und Schiedsrichter nicht direkt für Vorfälle im Amateur- und Jugendbereich verantwortlich, dennoch sind sie auch Vorbilder für diese Spieler. "Früher hätte ich da zu einem Spieler vielleicht erst mal gesagt: Lass das sein. Heute gebe ich direkt Gelb, ganz klar", sagte Ittrichs Kollege Deniz Aytekin im Kicker.

Die neuen Bundesliga-Regeln: Das ist in der Saison 2019/20 im Fußball neu

Der Videobeweis hat den Fußball maßgeblich verändert. Vor allem bei Handspielen ist es in der Bundesliga zuletzt immer wieder zu heftigen Debatten gekommen. Zur Saison 2019/20 wurden einige Regelveränderungen vorgenommen, die es Schiedsrichtern und Videoassistenten leichter machen sollen. Der <b>SPORT</b>BUZZER hat die neuen Regeln zusammengefasst. Zur Galerie
Der Videobeweis hat den Fußball maßgeblich verändert. Vor allem bei Handspielen ist es in der Bundesliga zuletzt immer wieder zu heftigen Debatten gekommen. Zur Saison 2019/20 wurden einige Regelveränderungen vorgenommen, die es Schiedsrichtern und Videoassistenten leichter machen sollen. Der SPORTBUZZER hat die neuen Regeln zusammengefasst. ©

Immer wieder meckern Spieler in der Bundesliga über Schiedsrichter-Entscheidungen und diskutieren mit ihnen über ihre Entscheidungen. Das stört nicht nur den weiteren Spielverlauf, sondern nervt auch immer mehr Zuschauer. "Es haben sich gewisse Sachen einfach eingebürgert. Da haben wir Schiedsrichter auch unseren Anteil dran, weil wir es haben schleifen lassen", sagte Ittrich selbstkritisch: "Aber: Wenn wir das jetzt konsequent verfolgen, können wir auch wieder zurückrudern."

Doch trotz der verschärften Regeln, dessen bisher größtes "Opfer" Alessane Plea wurde, als er binnen Sekunden Gelb-Rot im Spiel von Borussia Mönchengladbach bei RB Leipzig sah, sind die Schiedsrichter zufrieden mit der Kommunikation mit Spielern und Verantwortlichen. "Grundsätzlich ist der Umgangston in Ordnung. Wir verstehen uns mit den Trainern und Spielern gut. Nur wenn eine gewisse Grenze überschritten wird, wird dies geahndet", sagte Ittrich.

Die aktuellen TOP-THEMEN
Sport aus aller Welt