27. Oktober 2019 / 12:47 Uhr

Schiri-Sprecher aus Berlin warnt: "Darf nicht den ersten toten Schiedsrichter geben"

Schiri-Sprecher aus Berlin warnt: "Darf nicht den ersten toten Schiedsrichter geben"

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Berliner Schiedsrichter-Sprechers Ralf Kisting warnt vor dem ersten toten Schiedsrichter in Deutschland.
Berliner Schiedsrichter-Sprechers Ralf Kisting warnt vor dem ersten toten Schiedsrichter in Deutschland. © imago images/Claus Bergmann
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Drastische Worte des Berliner Schiedsrichter-Sprechers Ralf Kisting: Er warnt davor, die Probleme der Schiedsrichter im Amateurbereich zu unterschätzen. Es dürfe nicht den ersten toten Schiri in Deutschland geben, damit sich etwas ändere.

Dieser Artikel ist Teil der Amateurfußball-Initiative #GABFAF. Weitere Informationen dazu auf gabfaf.de.

Der Berliner Schiedsrichter-Sprecher Ralf Kisting hat vor einer weiteren Eskalation der Gewalt auf den Fußballplätzen im Amateurbereich gewarnt und ein sofortiges Umdenken gefordert. „Es darf nicht den ersten toten Schiedsrichter in Deutschland geben“, bevor sich etwas ändere, sagte der Berliner Schiedsrichter-Sprecher Ralf Kisting dem Deutschlandfunk.

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Die Gewalt gegen die Referees sei im Fußball ein bundesweites Problem, betonte Kisting - im Saarland hatten Schiedsrichter im vergangenen Monat gestreikt. „Wir brauchen einen Neustart“, betonte Berlins Vorsitzender des Schiedsrichterausschusses, Jörg Wehling, in einem Interview der Süddeutschen Zeitung.

Schiedsrichterausschuss wies bereits anhaltende Gewalt hin - ohne Konsequenzen

Der Berliner Verband hatte am Freitag nach der Streikankündigung alle Spiele ab einschließlich der Berlin-Liga abgesagt. Bis jetzt wurden in dieser Spielzeit bereits 109 Vorfälle von Gewalt und Diskriminierung auf den Berliner Fußballplätzen registriert. 53 Mal richteten sich die Aggressionen direkt gegen den Schiedsrichter.

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Im Frühjahr habe der Schiedsrichterausschuss bereits auf Nachwuchsprobleme aufgrund der anhaltenden Gewalt hingewiesen. „Wir haben damit jedoch bei Funktionären und Verbänden nicht das Gehör gefunden, dass wir uns erhofft haben“, erklärte Kisting.

Das Amateurfußball-Bündnis #GABFAF berichtet regelmäßig über Probleme bei Amateurvereinen. Hier eine Auswahl an Klubs, die davon profitiert haben:

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Forderung der Schiedsrichter: Zwei Ordner bei jedem Spiel

Die Forderungen der Schiedsrichter: Unter anderem bei jedem Spiel zwei Ordner, die vom Verein gestellt werden, an die sich der Schiedsrichter wenden kann. „Und wir brauchen hauptamtliche Kräfte im Sportgericht, damit die Urteile, die Auflagen und Bewährungsstrafen ein Maß erreichen, bei dem man sagt: Ja, das ist eine professionelle Aufarbeitung.“ Zudem sollten Spieler eine Schulung in Regelkunde bekommen.

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