14. Januar 2020 / 14:38 Uhr

Schlag beim PAZ-Cup ist teuer geworden

Schlag beim PAZ-Cup ist teuer geworden

Eckhard Bruhns
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Die Tumult-Szene, die zur Gerichtsverhandlung führte: Der geschlagene Sonnenberger ist gerade zu Boden gegangen.
Die Tumult-Szene, die zur Gerichtsverhandlung führte: Der geschlagene Sonnenberger ist gerade zu Boden gegangen. © Foto: Sönke Rathje
Anzeige

3000 Euro Geldstrafe, wegen vorsätzlicher Körperverletzung – so lautete das Urteil vor dem Amtsgericht Peine gegen einen 32-jährigen Peiner. Er war Ende 2018 beim PAZ-Cup aufs Feld gelaufen und hatte einen Spieler des TSV Sonnenberg ins Gesicht geschlagen.

Anzeige
Anzeige

3000 Euro Geldstrafe, wegen vorsätzlicher Körperverletzung – so lautete das Urteil vor dem Amtsgericht Peine gegen einen 32-jährigen Peiner.

Er war am 30. Dezember 2018 im Spiel der 3. Vorrundengruppe des PAZ-Cups zwischen dem SV Bosporus Peine und dem TSV Sonnenberg auf die Spielfläche gelaufen und hatte einem Sonnenberger ins Gesicht geschlagen. Ein Foulspiel mit anschließender Schubserei war vorausgegangen.

Der geschlagene Spieler wurde überrascht, da er den Schlag nicht gesehen hatte, so dass er sofort zu Boden ging. Die rechte Wange schwoll an und später bildete sich ein Hämatom im Gesicht. Der Spieler litt anschließend rund sieben Tage unter Schmerzen.

Der Angeklagte war ohne Verteidiger vor Gericht erschienen „Ich gebe die Tat auf jeden Fall zu. Es tut mir leid und ich will mich beim Opfer entschuldigen“, äußerte der 32-jährige vor Gericht und führte weiter aus: „Ich habe nicht mit der Faust geschlagen, sondern mit der flachen Hand. Das ist blöd gelaufen, und es war eine dumme Aktion von mir.“

Die geladenen Zeugen sowie das Opfer bestätigten übereinstimmend den geschilderten Tatverlauf. Den Prozessbeteiligten wurde eine Videoaufzeichnung mit dem Tatverlauf gezeigt, woraufhin sich der Angeklagte nochmals persönlich bei dem Geschädigten entschuldigte.

Bilder: Das war der PAZ-Cup 2019

Prächtige Stimmung auf der Tribüne. Zur Galerie
Prächtige Stimmung auf der Tribüne. ©
Anzeige

Der Richter trug einen Auszug aus dem Bundeszentralregister vor. Es gibt aktuell sechs Einträge gegen den Angeklagten, davon drei eingetragene Strafen nach dem Jugendrecht. Unter anderem wurden Betrug, Hehlerei, gemeinsamer Diebstahl und ein Verstoß gegen das Waffengesetz – unerlaubtes Mitführen eines Butterflymessers – notiert.

Der Staatsanwalt sah sich in seinem Plädoyer durch die Beweisaufnahme und das umfassende Geständnis des Angeklagten im vorliegenden Anklagepunkt bestätigt. Als Gesamtstrafe, da noch eine offene Tat einberechnet werden muss, forderte er eine Geldstrafe von 100 Tagessätzen je 30 Euro.

Der Richter übernahm den Antrag und sprach den 32-jährigen Peiner der vorsätzlichen Körperverletzung schuldig. „Sie haben die Folgen ihres Handelns dem Zufall überlassen. Seien Sie froh, dass nicht mehr passiert ist“, erklärte der Vorsitzende Richter.

Als Gesamtstrafe verhängte der Richter eine Geldstrafe von 3000 Euro, die nach Rücksprache mit der Staatskasse in Raten gezahlt werden können. Zudem muss der Angeklagte die Kosten und Auslagen des Verfahrens tragen. Gegen das Urteil kann innerhalb einer Woche Revision beantragt werden.

Bilder von der Endrunde des PAZ-Cup 2019

Impressionen von der PAZ-Cup Endrunde 2019. Zur Galerie
Impressionen von der PAZ-Cup Endrunde 2019. ©

Rückblick

Der Vorstand des SV Bosporus Peine hatte direkt nach der PAZ-Cup Gruppe 3 Ende 2018 über Konsequenzen aus dem Vorfall beraten. Ergebnis: Der Schläger wurde aus dem Verein geworfen – zum zweiten Mal.

Schon einmal hatte der SV Bosporus sich von ihm getrennt, ihn aber begnadigt. „Als Verein haben wir auch eine sozialpolitische Verantwortung. Wir wollten dabei helfen, ihn wieder auf die gerade Bahn zu bringen“, sagte damals der Vorsitzende Ekrem Kocak. Er habe großen Wert darauf gelegt, das Ansehen seines Vereins weiter zu verbessern. Der Vorfall beim PAZ-Cup, bei dem mehrere Personen aufs Feld gestürmt waren, sei daher „für mich und unsere Vereinsarbeit eine schallende Ohrfeige“ gewesen, bedauerte Kocak.

Für die Spieler des SV Bosporus und des TSV Sonnenberg war die Sache übrigens schnell erledigt: Sie saßen nach der PAZ-Cup-Gruppe 3 friedlich gemeinsam in der Kabine.

Hier #GABFAF-Supporter werden

Der Amateurfußball braucht dringend Hilfe! #GABFAF setzt sich bei Verbänden, Politikern und Sponsoren für die Amateurklubs ein. Für vernünftige Duschen, Umkleiden, Plätze, Flutlicht. Für mehr Respekt. Trage Dich hier kostenlos ein, wenn Du dieses Anliegen unterstützt. Du bekommst unseren exklusiven Newsletter und hast jeden Monat die Chance auf 2000 Euro Zuschuss für Deinen Verein.

ANZEIGE: 50% auf alle JAKO Artikel! Der Deal des Monats im SPORTBUZZER-Shop.

Die aktuellen TOP-THEMEN