13. Juli 2020 / 19:32 Uhr

"Schlag in die Magengrube“: Einreiseverbot für US-Neuzugänge des Dresdner SC

"Schlag in die Magengrube“: Einreiseverbot für US-Neuzugänge des Dresdner SC

Astrid Hofmann
Dresdner Neueste Nachrichten
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Der DSC hat große Schwierigkeiten, unter anderem seine neue Zuspielerin Jenna Gray nach Deutschland zu holen. © imago images
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Die Volleyballerinnen haben coronabedingt ein massives Personalproblem. Die Verantwortlichen sind ratlos. Nun soll die Politik helfen.

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Dresden. Bevor die DSC-Volleyballerinnen am 3. Oktober in die neue Saison starten können, müssen derzeit im Management angesichts der Corona-Pandemie immer wieder unvorhergesehene Herausforderungen bewältigt werden. Geschäftsführerin Sandra Zimmermann kämpft seit Wochen an vielen Fronten, aber jetzt steckt sie bei einem Riesenproblem fest. „Wir bekommen unsere US-Amerikanerinnen nicht nach Deutschland“, beklagt die 33-Jährige den drohenden Super-Gau.

Dabei war die Freude über den Coup, mit Zuspielerin Jenna Gray, Libera Morgan Hentz, Diagonalangreiferin Audriana Fitzmorris und der Mittelblockerin Madeleine Gates vier Spielerinnen vom College-Meister Stanford University nach Dresden zu locken, riesengroß. Doch wenn Cheftrainer Alexander Waibl, der derzeit mit der Familie ein paar Tage Urlaub an der Ostsee genießt, am 27. Juli mit seinen Schützlingen in die Vorbereitung starten will, muss er zumindest auf drei der Spielerinnen aus den USA verzichten.

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Den Grund erläutert Sandra Zimmermann: „Seit dem Lockdown gibt es wegen der Corona-Krise strenge Ausreisebeschränkungen von den USA in den Schengen-Raum und strikte Einreisebestimmungen in die EU. Leider hat uns da auch die Neubewertung der Situation am 2. Juli nicht weitergebracht. Zwar gibt es nun eine Positiv-Liste für einige Nicht-EU-Länder, aber die USA sind aufgrund der hohen Infektionszahlen natürlich nicht dabei. Damit dürfen unsere Spielerinnen derzeit nicht aus- und auch nicht einreisen.“

„Wir klammern uns an jeden Strohhalm"

Eine Ausnahme gibt es nur bei Madeleine Gates, weil sie über einen irischen Pass verfügt. „Wir haben schon alle Möglichkeiten ausgereizt, um das Problem zu lösen. Doch während zum Beispiel Fachkräfte, die nicht durch Einheimische ersetzt werden können, eine Aufenthaltsgenehmigung bekommen, sind Berufssportler davon ausgenommen“, so die DSC-Managerin. Es sei denn, sie haben schon letzte Saison in Deutschland gespielt, wie zum Beispiel Stuttgarts Top-Scorerin Krystal Rivers. Sie ist schon wieder zurück in Stuttgart.

Auch sei es derzeit nicht möglich, ein entsprechendes Visum über die deutsche Botschaft in den USA zu beschaffen. „Sie hat im März die Visa-Erteilung komplett eingestellt. Den Aufenthaltstitel bekämen die Mädels also erst, wenn sie in Deutschland sind. Da beißt sich im Moment die Katze in den Schwanz“, zeigt sich Sandra Zimmermann ziemlich ratlos. Das Schlimmste daran sei, dass die derzeitige Regelung bis 31. August gilt. „Selbst wenn es uns gelingt, irgendwie die Einreise hinzubekommen, ist noch lange nicht gesagt, dass die Mädels in den USA in den Flieger steigen dürfen. Dabei haben wir für sie schon Flüge für die erste August-Woche gebucht, als dies wieder möglich war. Denn kurzfristige Buchungen sind um ein Vielfaches teurer. Für uns ist das alles natürlich ein absoluter Schlag in die Magengrube“, gibt sie zu.

Inzwischen haben sich Verband und Volleyball-Liga eingeschaltet und bei der Politik um Hilfe gebeten. „Wir sind ja nicht allein betroffen, auch beim Eishockey und Basketball besteht dieses Problem“, weiß Zimmermann, die einräumt: „Wir klammern uns an jeden Strohhalm, um eine Lösung zu finden.“