14. Oktober 2020 / 23:17 Uhr

Mehr als Schlager spielte keiner: Diese Wolfsburger standen am längsten auf dem Platz

Mehr als Schlager spielte keiner: Diese Wolfsburger standen am längsten auf dem Platz

Andreas Pahlmann
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Schlager führt nicht nur die VfL-Liste der Einsatzminuten an.
Schlager führt nicht nur die VfL-Liste der Einsatzminuten an. © AP
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Die Länderspiel-Pause ist vorbei, für den VfL Wolfsburg geht es am Samstag in der Bundesliga bei Borussia Mönchengladbach weiter. Die englischen Wochen haben sich damit erst einmal erledigt - auch für Xaver Schlager, der mehr Spiele bestritt als jeder andere Bundesliga-Akteur.

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Bundesliga, Europa-League-Quali, Länderspiele, eine englische Wochen nach der anderen: Die Anfangsphase dieser Saison stand unter besonderen Vorzeichen – vor allem für den VfL Wolfsburg, der als einziges deutsches Team internationale Quali-Spiele bestreiten musste. Heute kehren die letzten Wolfsburger Nationalspieler von ihren Länderspielreisen zurück – und mit dem Liga-Spiel am Samstag (20.30 Uhr) bei Borussia Mönchengladbach startet der VfL in seine erste „normale“ Saisonwoche. Denn weiter geht’s danach erst am Sonntag, 25. Oktober, gegen Arminia Bielefeld.

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Am Mittwochabend waren noch Xaver Schlager und Pavao Pervan mit Österreich in der Nations League im 90-Minuten-Einsatz, beim 1:0 in Rumänien kamen alle elf Startelf-Spieler aus Vereinen der deutschen Bundesliga. Josip Brekalo kam bei Kroatiens 1:2-Niederlage gegen Weltmeister Frankreich in der zweiten Halbzeit zum Einsatz und bereitete den zwischenzeitlichen Ausgleich vor.

Diese drei gehören auch zu den VfL-Spielern mit den meisten Einsatzminuten in dieser Saison – und damit zu denen, für die der gedrängte Terminkalender die höchste Belastung brachte. Immerhin: Auf die maximal mögliche Zahl von zwölf Partien (sieben VfL-Partien) kam kein Wolfsburger, Spitzenreiter ist Schlager, der elf Partien absolvierte – mehr als jeder andere Bundesliga-Spieler.

Die Top-Ten der Einsatzminuten
Die Top-Ten der Einsatzminuten ©

Auf eine Länderspiel-Reise verzichten durfte Koen Casteels – aus einem schönen Grund, er wurde in der vergangenen Woche zum zweiten Mal Vater, auf Töchterchen Imme (2) folgte Sohn Nicolas. Der Torwart hatte bereits vor der Saison die hohe Anzahl von Spielen deutlich kritisiert und glaubt weiterhin, dass die Belastung nicht nur das Verletzungsrisiko erhöht, sondern ganz generell der Leistung nicht förderlich ist.  „Es ist einfach so, dass wir Spieler keinen Moment mehr haben, um mal den Kopf frei zu kriegen. Die Länderspiele der Nations League sind noch dazu gekommen – und man merkt den Spielern schon an, dass ihnen diese Spiele eher unwichtiger vorkommen.“

Inwieweit Belastung und Verletzungen zusammenhängen, lässt sich womöglich erst am Ende der Hinrunde beurteilen. Aktuell sind die Spieler, die beim VfL die meisten Einsatzminuten absolviert haben, spielbereit. Mit Muskel- oder Bänderverletzungen ausfallen werden Paulo Otavio, Joao Victor, Kevin Mbabu und der zuletzt ohnehin nicht berücksichtigte Jeffrey Bruma. Zudem stehen Marin Pongracic (Pfeiffersches Drüsenfieber) und William (macht nach Kreuzbandriss wieder Teile des Mannschaftstrainings mit) nicht zur Verfügung. Hinter Daniel Ginczek steht ein Fragezeichen, der Stürmer fehlte gestern beim Training (hauptsächlich Fußball-Tennis) auf dem Platz – wegen muskulärer Probleme. Renato Steffen ist nach Covid-Infektion wieder da, die Quarantäne verhinderte seine Länderspieleinsätze für die Schweiz, sonst wäre er wahrscheinlich auch schon bei 700 Einsatzminuten in dieser Saison.

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Natürlich, so Casteels, gebe es das Argument, dass „wir Spieler dafür ja auch gut bezahlt werden“, aber zum einen sei der schnelle Spielrhythmus eben auch „eine mentale Sache“ zum anderen „kann dadurch auch der Körper irgendwann nicht mehr dagegen angehen.“ Und er warnt: „Dann kommen Verletzungen, das will keiner. Auf die Spieler wird da leider nicht gehört.“ Die Folgen könne man womöglich im kommenden Sommer sehen, wenn die verlegte Europameisterschaft ansteht. Wegen der Corona-Pause und der verlängerten Vorsaison „werden wir dann zwei Jahre fast durchgehend beschäftigt gewesen sein – und die Leute wollen doch eine schöne EM sehen mit fitten Spielern...“