24. September 2022 / 08:48 Uhr

Trotz Schlapp-Auftritt gegen Ungarn: DFB-Direktor Bierhoff hält an WM-Titel-Mission fest – "Das Ziel bleibt"

Trotz Schlapp-Auftritt gegen Ungarn: DFB-Direktor Bierhoff hält an WM-Titel-Mission fest – "Das Ziel bleibt"

Heiko Ostendorp und Tobias Manzke
RedaktionsNetzwerk Deutschland
DFB-Direktor Oliver Bierhoff (rechts) ist nach der Niederlage gegen Ungarn verärgert.
DFB-Direktor Oliver Bierhoff (rechts) ist nach der Niederlage gegen Ungarn verärgert. © dpa (Montage)
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Die deutsche Nationalmannschaft zeigte bei der Niederlage in Leipzig gegen Ungarn in der Nations League eine schwache Leistung. Dennoch soll der Auftritt nichts an den Titel-Ambitionen des DFB für die WM in Katar ändern. 

Zwei Monate vor dem ersten Gruppenspiel bei der Weltmeisterschaft in Katar gegen Japan nährte die deutsche Nationalmannschaft am Freitagabend beim 0:1 gegen Ungarn nicht die ganz großen Hoffnungen auf einen erfolgreichen Turnierverlauf in dem Wüstenstaat. Die Niederlage bedeute nicht nur das Aus in der Nations League, und damit keiner Teilnahme am Final Four im kommenden Sommer, sondern erschütterte mit einem äußerst dürftigen Auftritt auch die Hoffnungen auf den Titel in Katar.

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Den Dämpfer hätte sich DFB-Direktor Oliver Bierhoff "nicht gewünscht", wie er nach dem Spiel sagte und auch Kritik an der Nationalelf übte. "Wir hatten uns viel vorgenommen", meinte der Europameister von 1996 und wurde dann deutlich: "Wichtig ist die Erkenntnis, dass du die Top-Einstellung bringen musst. Und das sicherlich in Richtung Katar noch mehr. Weil taktische Dinge gar nicht einstudiert werden können. Umso mehr wird der Wille, die Mentalität und die Einstellung zählen." Und ausgerechnet davon war in Leipzig gegen Ungarn nicht viel zu sehen. Einer ganz schlimmen ersten Halbzeit folgte eine etwas bessere zweite, die aber auch weit von den DFB-Ansprüchen entfernt war.

Der ehemalige Bundesliga-Profi Adam Szalai schockte mit seinem sehenswerten Hackentreffer schon früh (17. Minute) das deutsche Team. Die Fans, die bereits zur Pause die Leistung mit Pfiffen quittierten, erlebten die Mannschaft von Bundestrainer Hansi Flick gegen die kompakt verteidigenden Ungarn in vielen Phasen einfallslos agierend. Dazu kamen viele Ballverluste, die immer wieder dem Spielaufbau schadeten.

Bierhoff hält an WM-Zielen fest

Muss nach dieser Leistung jetzt das WM-Ziel korrigiert werden? Am Anfang der Woche hatte Bierhoff noch gesagt: "Ich glaube, wenn eine deutsche Nationalmannschaft in ein Turnier geht, muss sie daran glauben, es zu gewinnen", so der DFB-Direktor ."Wir haben die Qualität bei unseren Spielern, die regelmäßig Champions League spielen bei absoluten Top-Vereinen." Leider war davon gegen Ungarn wenig bis gar nichts zu sehen, Dennoch will Bierhoff nicht von der Titel-Mission abrücken.

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"Das Ziel bleibt. Klar kann man nach dem heutigen Spiel meinen: Wie kann man das sagen? Aber wir fangen bei dem Turnier bei Null an", erklärte der 54-Jährige und fordert die DFB-Profis aber auch auf, den Schalter umzulegen. "Wir müssen Ambitionen haben, aber schon realistisch sein, was man alles einbringen muss", meinte Bierhoff. "Von der ersten Sekunde an ist alles gefordert, um bestehen zu können. Sobald du dir eine Schwäche erlaubst, läufst du hinterher und dann wird es schwer." Bestes Beispiel waren die 90 Minuten gegen Ungarn.

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