03. Oktober 2020 / 18:53 Uhr

"Schlecht angefangen, dann gesteigert": TuS-Trainer Torsten Thiel feiert ersten Derbysieg

"Schlecht angefangen, dann gesteigert": TuS-Trainer Torsten Thiel feiert ersten Derbysieg

Matthias Schütt
Märkische Allgemeine Zeitung
Andor Müller (am Ball) traf beim Erfolg seines TuS 1896 Sachsenhausen gegen den Oranienburger FC Eintracht zum 2:0-Endstand.
Andor Müller (am Ball) traf beim Erfolg seines TuS 1896 Sachsenhausen gegen den Oranienburger FC Eintracht zum 2:0-Endstand. © Matthias Schütt
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Brandenburgliga: Nach drei Niederlagen am Stück setzt sich der TUS 1896 Sachsenhausen am 6. Spieltag vor 650 Zuschauern mit 2:0 gegen den Stadtrivalen Oranienburger FC Eintracht durch.

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TuS Sachsenhausen – Oranienburger FC Eintracht 2:0 (1:0). Tore: 1:0 Groll (43.), 2:0 Müller (50.). Zuschauer: 650. „Derbysieger, Derbysieger hey“. So sangen die Kicker von TuS Sachsenhausen am Samstagnachmittag auf dem Rasen des heimischen Elgora-Stadions und jubelten über die drei Punkte am 6. Spieltag - im prestigeträchtigen Stadtduell gegen den Oranienburger FC Eintracht. Kurz zuvor pfiff der Unparteiische Maximilian Bauer die Partie beim Stand von 2:0 für die Gastgeber ab, die den Stadtkontrahenten in der Tabelle gleichzeitig überholten.

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„Einfach ein schönes Gefühl“, sagte TuS-Trainer Torsten Thiel, für den es im ersten Stadtderby gleich den ersten Sieg gab. Dafür erhielt er noch weit nach Spielende Szenenapplaus von den TuS-Fans, die dichtgedrängt inmitten der Corona-Pandemie die 90 Spielminuten lang ihre Mannschaft anfeuerten. Am Ende mit sportlichem Erfolg.

Die besten Bilder vom Derby zwischen dem TuS und dem OFC.

<b>TuS Sachsenhausen - Oranienburger FC 2:0 (1:0).</b>  Tore: 1:0 Christopher Groll (43.), 2:0 Andor Müller (50.). Zuschauer: 650. Zur Galerie
TuS Sachsenhausen - Oranienburger FC 2:0 (1:0). Tore: 1:0 Christopher Groll (43.), 2:0 Andor Müller (50.). Zuschauer: 650. © Matthias Schütt

Nach zuletzt drei Derbys ohne Sieg konnte Sachsenhausen den OFC erstmalig seit April 2018 wieder schlagen. „Es war ein spielerisch schlechtes Derby. Wir müssen und werden nach der Niederlage wieder aufstehen“, sagte OFC-Trainer Enis Djerlek, dessen Mannschaft den besseren Start im ausverkauften Derby unter Corona-Bedingungen hatte. Doch nach zehn Minuten verpasste OFC-Kicker Alexander Popescu die Führung, als er freistehend vor TuS-Keeper Nick Schrobback auftauchte, das runde Leder aber am Schlussmann und Tor vorbei schob.

In der Folgezeit blieben Chancen auf beiden Seiten Mangelware. Es war eine zähe Angelegenheit und die Partie fand vor allem zwischen den Strafräumen statt. So war es eine Standardsituation, durch die die Hausherren zwei Minuten vor dem Halbzeitpfiff in Front gingen. Einen Freistoß von Dennis Wulff verlängerte Christopher Groll „per Hinterkopf“, wie er nach der Partie zu Protokoll gab, zum 1:0-Führungstreffer für den TuS. OFC-Keeper Sven Roggentin war chancenlos, kam an den Ball nicht mehr heran, der ins lange Eck ging. „Ich konnte das Vertrauen des Trainers rechtfertigen. Für uns fiel der Treffer zum richtigen Zeitpunkt“, so Groll, der vor kurzem Vater eines Sohnes wurde, der natürlich im Elgora-Stadion dabei war.

Zum Nachlesen: Das Stadtderby im Liveticker

Mit der 1:0-Führung im Rücken kamen die Sachsenhausener druckvoll aus der Kabine, erzielten prompt fünf Minuten später das 2:0 – wieder nach einer Standardsituation. Die Hereingabe von Wulff netzte TuS-Kapitän Andor Müller ein. „Wir haben schlecht angefangen, uns dann aber gesteigert. Der Matchplan sah nicht unbedingt Standard-Tore vor, die nehmen wir aber gerne mit“, so Thiel, dessen Team nun aus einer kontrollierten Defensive agierte und über Konter zu weiteren Toren kommen wollte.

Der OFC blieb in der Offensive dagegen harmlos, agierte zum Schluss zumeist mit langen Bällen und musste sich am Ende geschlagen geben. Der TuS beendete damit gleichzeitig eine Negativserie von drei Niederlagen am Stück. „Natürlich stehst du als Trainer unter Druck, der Sieg war sehr wichtig“, so Thiel. „Die Jungs dürfen heute noch feiern, ab Montag steht aber das nächste Spiel im Fokus.“ Während Sachsenhausen in der Brandenburgliga in einem vorgezogenen Heimspiel am Sonnabend den FC Eisenhüttenstadt empfängt, erwartet der OFC parallel dazu im Achtelfinale des brandenburgischen Landespokals den Regionalligisten SV Babelsberg 03.