27. November 2021 / 14:21 Uhr

Schlechtestes Bundesliga-Team aller Zeiten? - Welchen Tasmania-Rekord Greuther Fürth heute brechen kann

Schlechtestes Bundesliga-Team aller Zeiten? - Welchen Tasmania-Rekord Greuther Fürth heute brechen kann

Louis Wegmann
RedaktionsNetzwerk Deutschland
 Greuther Fürth (r.) befindet sich mit der eigenen Negativserie auf den Spuren eines Rekords von Tasmania Berlin.
Greuther Fürth (r.) befindet sich mit der eigenen Negativserie auf den Spuren eines Rekords von Tasmania Berlin. © IMAGO/Zink/Horstmüller (Montage)
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Am Samstagnachmittag kann Bundesliga-Geschichte geschrieben werden. Jedoch würde sich der Protagonist des möglichen Rekordes vermutlich nicht allzu sehr über die neue "Bestmarke" freuen: Denn Greuther Fürth kratzt an einem Negativ-Rekord von Tasmania Berlin, der schon seit über 50 Jahren besteht.

Noch heute gilt Tasmania Berlin als das schlechteste Bundesliga-Team aller Zeiten. Besonders weil der Verein seit mehr als 50 Jahren viele Negativ-Rekorde im deutschen Oberhaus hält, hat die Elf aus der Saison 1965/66 schon lange eine Art Kult-Status. Um diesen nicht zu verlieren, bangt der Klub alle Jahre wieder um den Erhalt seiner "Bestmarken" - die er schon lange auf ironische Art und Weise abfeiert. Vor nicht einmal einem halben Jahr musste der Verein aus dem Berliner Stadtteil Neukölln wegen Schalkes Katastrophen-Saison das letzte mal um einen seiner Ewig-Rekorde bangen. Am Samstagnachmittag wird man es wieder tun.

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Denn wenn Greuther Fürth um 15.30 Uhr gegen die TSG Hoffenheim spielt, könnte einer der ewigen Tasmania-Rekorde gebrochen werden: Die Berliner waren in ihrer einzigen Bundesliga-Spielzeit zehnmal in Folge als Verlierer vom Feld gegangen (wie auch der 1. FC Nürnberg 1983/84 und Arminia Bielefeld 1999/00), nun könnte Fürth seine eigene Serie mit einer Pleite im Kraichgau auf elf Partien erhöhen. Diese unliebsame Erfahrung machte innerhalb einer Saison noch keine Mannschaft. Einzig die Nürnberger legten schon einmal eine derartige Horror-Bilanz hin - allerdings saisonübergreifend. Zwischendurch tummelte sich der Fürther Erzrivale 1984/85 in Liga zwei.

Die bisherige Horror-Saison von Greuther Fürth in Zahlen

Insgesamt gesehen ist die bisherige Bundesliga-Bilanz von Fürth das reinste Grauen: In der nun erst zweiten Spielzeit der Franken in der höchsten deutschen Spielklasse konnte das Team zuhause in sage und schreibe 22 Heimspielen noch nie gewinnen. Auch die Punktebilanz in mittlerweile 46 Bundesliga-Partien ist erschreckend: Durchschnittlich holten die Grün-Weißen nur circa 0,48 Punkte pro Spiel - immerhin mehr als jener Verein aus Berlin, dessen Team in der einzigen erstklassigen Saison 0,29 Punkte im Schnitt einfuhr. Einen Rekord konnte sich Fürth in dieser Saison schon schnappen: Mit einem Zähler aus den ersten zwölf Bundesliga-Partien legte das Team von Trainer Stefan Leitl den schlechtesten Saisonstart der Bundesliga-Historie hin.


Blickt man auf die bisherigen Leistungen der Spielvereinigung ist ein Punktgewinn gegen die immer stärker werdende TSG aus Hoffenheim schwer vorstellbar - aber natürlich nicht unmöglich. Und: In der vergangenen Saison sind die Kraichgauer schon einmal zum Glücksbringer von Tasmania Berlin geworden. Den Fall des Uralt-Rekordes von 31 sieglosen Bundesliga-Partien in Folge, den niemand jemals mehr erwartet hätte, konnte Hoffenheim im Januar diesen Jahres mit einer Niederlage gegen den FC Schalke 04 unfreiwillig verhindern - es mag Schicksal sein, dass Fürth genau an diesem Spieltag gegen die TSG spielt.