24. April 2019 / 16:58 Uhr

Schmadtke über Bessermacher Glasner: „Das Gesamtpaket passt gut zum VfL Wolfsburg"

Schmadtke über Bessermacher Glasner: „Das Gesamtpaket passt gut zum VfL Wolfsburg"

Tim Lüddecke
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Zeit, um die Ideen umzusetzen: Oliver Glasner hat beim VfL Wolfsburg einen Vertrag bis 2022 unterschrieben. Manager Jörg Schmadtke ist überzeugt von dem Österreicher.
"Zeit, um die Ideen umzusetzen": Oliver Glasner hat beim VfL Wolfsburg einen Vertrag bis 2022 unterschrieben. Manager Jörg Schmadtke ist überzeugt von dem Österreicher.
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Manager Jörg Schmadtke spricht über den neuen Trainer des VfL Wolfsburg und kündigt an, dass unter Oliver Glasner "die Spielidee eine etwas andere sein wird". Der Österreicher wird schon in die Personalplanungen für die kommende Saison einbezogen.

Jörg Schmadtke braucht nur ein paar Sekunden, „der letzte?“, vergewissert er sich auf die Frage nach Trainern, die aus der österreichischen in die deutsche Bundesliga gewechselt sind – dann antwortet er: „Kurt Jara.“ Im Oktober wird es 18 Jahre her sein, dass der vom FC Tirol zum Hamburger SV wechselte. Mit Oliver Glasner vom Linzer ASK hat der Manager des VfL Wolfsburg nun zur kommenden Saison den nächsten Österreicher in dieser Riege verpflichtet. Am Mittwochnachmittag sprach der 55-Jährige über den neuen Trainer.

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Bislang hatte Schmadtke das bei seinen Stationen in Köln, Hannover (dort holte er Andreas Bergmann und Mirko Slomka) und Aachen (dort holte er Dieter Hecking und Michael Frontzek) noch nicht so oft tun müssen, „ich habe ja in der Regel lange mit meinen Trainern durchgezogen“. Das war in Wolfsburg (auch) aufgrund des auslaufenden Vertrages von Bruno Labbadia zum Saisonende nicht denkbar. Mit Glasner fiel Schmadtkes Wahl nun letztendlich auf einen „analytischen Trainer, der in Österreich dafür bekannt ist, dass er Spieler besser macht“.

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Schon bevor der langjährige Ex-Profi (musste seine Karriere kurz vor seinem 37. Geburtstag beenden) zur Saison 2012/13 seine ersten Trainer-Schritte als „Co“ von Ex-Bundesliga-Coach Roger Schmidt bei RB Salzburg machte, hatte er eine sportwissenschaftliche Arbeit über Fußball verfasst, in der es Ansätze gab, die dem attraktiven Fußball, wie RB ihn spielen lässt, sehr ähneln. Nur: Glasner wusste nicht, wie man diese auch umsetzt – in Salzburg lernte er es. „Er macht sich Gedanken darüber, was passieren muss, wenn man im Ballbesitz ist“, sagt Schmadtke und kündigt an: „Die Spielidee wird eine etwas andere sein, als die, die wir jetzt haben.“

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Auch bei der Menschenführung überzeugt Glasner

Im Vorfeld der Vertragsunterschrift am Ostermontag hatte es einige „intensive Gespräche“ mit dem Österreicher gegeben: „Natürlich über das Spiel, wie er uns sieht und wie er zukünftige Dinge mit uns zusammen entwickeln möchte“, erklärt Wolfsburgs Manager, der aber auch betont, in Sachen Menschenführung vom 44-Jährigen überzeugt worden zu sein: „Das Gesamtpaket Oliver Glasner passt gut zu uns.“

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Nicht umsonst wurde die Zusammenarbeit auch in dieser Langfristigkeit (Vertrag bis 2022) angelegt. „Das hat sich so entwickelt in den Gesprächen. Wenn ein neuer Trainer kommt, braucht er Zeit, um die Ideen umzusetzen“, erklärt Schmadtke, „und wenn er die dann umgesetzt bekommt, will man auch daran partizipieren. Für mich ist das nicht ungewöhnlich.“ Dass Glasner selbst in den letzten Tagen mit einigen Aussagen („Es gibt mehrere Interessenten aus der Bundesliga“) für Irritationen gesorgt hatte, sieht der Manager gelassen: „Er wollte einfach Ruhe haben für seine Mannschaft, die ja auch noch Ziele hat.“

Transfers? Schmadtke hat Ideen

Apropos Ziele: Auch darüber wurde sich freilich ausgetauscht, allerdings ohne dass Schmadtke diese schon jetzt aussprechen würde. Gleiches gilt für die Wolfsburger Personalplanungen, in die Glasner bereits miteinbezogen wurde und wird: „Da sind wir relativ deckungsgleich. Punktuell hat man immer noch Ideen, das eine oder andere zu verfeinern“, so der Manager, der aber ausschließt, dass „es einen Tabula-Rasa-Umbruch geben wird – dafür gibt es auch keine Notwendigkeit, weil die Mannschaft auf einem guten Weg ist“. Ein Bessermacher wie Glasner kann da sicher nicht schaden.